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Wie kann ich sicherstellen, dass in meiner Pflegekosmetik keine Rohstoffe aus bedrohten Tier- oder Pflanzenarten enthalten sind?

Wie kann ich sicherstellen, dass in meiner Pflegekosmetik keine Rohstoffe aus bedrohten Tier- oder Pflanzenarten enthalten sind?

Bewusste Beauty-Routine: So vermeiden Sie Rohstoffe aus bedrohten Arten in Ihrer Kosmetik

Viele Menschen achten heute nicht nur auf die Wirkung ihrer Pflegeprodukte, sondern auch auf deren Herkunft. Eine häufige Frage ist, ob in Cremes, Seren oder Make-up Bestandteile aus bedrohten Tier- oder Pflanzenarten stecken. Die Lieferketten sind komplex, die Deklarationen oft schwer verständlich. Dennoch können Sie einiges tun, um bewusster zu wählen.
Dieser Beitrag zeigt, worauf Sie achten können, welche Siegel Orientierung geben und wie Sie Ihre Pflegeroutine Schritt für Schritt nachhaltiger gestalten.


Warum Rohstoffe aus bedrohten Arten überhaupt ein Thema in der Kosmetik sind

In Kosmetik stecken häufig natürliche Rohstoffe, tierischen oder pflanzlichen Ursprungs. Manche stammen potenziell aus Arten, die in der Natur stark unter Druck stehen, etwa durch Übernutzung, Lebensraumverlust oder Wilderei.

Beispiele aus der Vergangenheit sind bestimmte Hölzer, Öle, Fette oder tierische Stoffe, die wegen ihrer besonderen Eigenschaften gefragt waren. Viele dieser Ingredienzen sind heute stark reguliert oder werden zunehmend durch pflanzliche oder synthetische Alternativen ersetzt.

Die Herausforderung:
Kosmetische Inhaltsstoffe werden meist mit ihren INCI-Bezeichnungen (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) aufgeführt. Für Laien lässt sich daraus oft nicht direkt erkennen, ob der Ursprung problematisch sein könnte, besonders bei pflanzlichen Extrakten oder tierischen Fetten.

Es hilft, ein Gefühl dafür zu entwickeln,

  • welche Begrifflichkeiten sensibel sein können
  • welche Zertifizierungen Orientierung bieten
  • wie Sie bei Bedarf gezielt nachfragen.

Schritt für Schritt: So prüfen Sie Ihre Kosmetik auf bedenkliche Rohstoffe

Auch wenn Sie keine Expertin oder kein Experte für Artenschutz sind, können Sie systematisch vorgehen.

1. INCI-Liste genau lesen
Schauen Sie sich die Liste der Inhaltsstoffe auf der Verpackung oder der Website an. Achten Sie besonders auf:

  • tierische Bestandteile (zum Beispiel Bienenprodukte, tierische Fette, Wachse)
  • pflanzliche Extrakte mit botanischem Namen (lateinische Bezeichnung)

2. Verdächtige Pflanzenbegriffe notieren
Wenn Ihnen ein pflanzlicher Name unbekannt vorkommt, notieren oder fotografieren Sie ihn. Viele Pflanzenextrakte sind unproblematisch, einige wenige können aber aus Arten stammen, die in bestimmten Regionen unter Schutz stehen.

3. Artenschutz-Datenbanken nutzen
Informieren Sie sich bei seriösen Quellen, zum Beispiel:

  • internationalen Artenschutzlisten wie CITES (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten)
  • nationalen oder internationalen Behörden und Naturschutzorganisationen

So lässt sich prüfen, ob eine Pflanze oder ein Tier als bedroht eingestuft ist oder ob Handelsbeschränkungen bestehen.

4. Beim Hersteller nachfragen
Wenn Sie unsicher sind, können Sie den Kundenservice des Herstellers anschreiben. Konkrete Fragen helfen, zum Beispiel:

  • „Stammen die pflanzlichen Extrakte aus bedrohten Arten oder stehen sie auf Artenschutzlisten?“
  • „Werden tierische Inhaltsstoffe aus kontrollierten, nicht bedrohten Beständen gewonnen?“

Seriöse Anbieter geben Auskunft zur Herkunft und zu Nachhaltigkeitsstandards.


Typische Stolperfallen: und wie Sie sie vermeiden

Vertrauen nur nach Gefühl
Eine „natürliche“ oder „pflanzliche“ Anmutung sagt nichts darüber aus, ob Rohstoffe aus bedrohten Arten stammen. Natürlich ist nicht automatisch umweltverträglich.

Überinterpretation einzelner Begriffe
Nicht jeder tierische oder pflanzliche Inhaltsstoff ist kritisch. Viele weit verbreitete Rohstoffe stammen aus kultivierten Pflanzen oder regulierten Tierbeständen. Der Name allein genügt nicht für ein Urteil. Die Kombination aus Recherche und Nachfrage ist entscheidend.

Sich ausschließlich auf Trendbegriffe verlassen
Begriffe wie „grün“, „clean“ oder „bewusst“ sind nicht geschützt. Sie können ein Hinweis sein, ersetzen aber keine transparente Information über Rohstoffherkunft und Artenschutz.


Konkrete Praxistipps für eine artenschonende Beautyroutine

1. Zertifizierungen als ersten Anhaltspunkt nutzen
Bestimmte Umwelt- und Nachhaltigkeitssiegel legen in ihren Kriterien fest, dass keine Bestandteile aus bedrohten Tier- oder Pflanzenarten verwendet werden dürfen. Prüfen Sie die Kriterien der Siegel auf den Websites der jeweiligen Organisationen, um besser einschätzen zu können, wofür sie genau stehen.

2. Auf Transparenz in der Kommunikation achten
Infos auf der Website, Nachhaltigkeitsberichte oder Rohstoffporträts sind ein gutes Zeichen. Je genauer ein Anbieter Herkunft, Anbau oder Gewinnungsweise erklärt, desto leichter können Sie beurteilen, ob er artenschonend arbeitet.

3. Produkte mit stark exotischen Rohstoffen bewusst hinterfragen
Bei sehr selten klingenden Hölzern, Harzen oder tierischen Extrakten lohnt ein genauer Blick. Fragen Sie nach, ob es sich um kultivierte oder wild gesammelte Rohstoffe handelt und ob Artenschutzauflagen berücksichtigt werden.

4. Eigene Prioritäten definieren
Überlegen Sie: Möchten Sie generell keine tierischen Inhaltsstoffe? Oder liegt Ihr Fokus vor allem auf dem Schutz bedrohter Arten, unabhängig davon, ob die Rohstoffe tierischen oder pflanzlichen Ursprungs sind? Klarheit über die eigenen Werte erleichtert Entscheidungen.


Kurz zusammengefasst

Wenn Sie vermeiden möchten, dass Ihre Pflegekosmetik Rohstoffe aus bedrohten Tier- oder Pflanzenarten enthält, brauchen Sie vor allem drei Dinge: einen Blick auf die INCI-Liste, verlässliche Informationsquellen zum Artenschutz und die Bereitschaft, bei Herstellern nachzufragen. Unterstützend helfen unabhängige Zertifizierungen und eine kritische Haltung gegenüber exotischen Rohstoffen. Perfekte Sicherheit ist schwer zu erreichen, aber jeder informierte Schritt macht Ihre Beautyroutine artenschonender.


Häufig gestellte Anschlussfragen

Wie erkenne ich als Laie überhaupt, ob eine Pflanze bedroht ist?
Nutzen Sie die botanische (lateinische) Bezeichnung von der INCI-Liste und recherchieren Sie sie in Artenschutzdatenbanken oder auf den Seiten von Naturschutzorganisationen. So erhalten Sie eine erste Einschätzung.

Sind tierische Inhaltsstoffe in Kosmetik immer problematisch für den Artenschutz?
Nicht zwingend. Viele stammen aus regulierten, nicht bedrohten Tierbeständen. Kritisch wird es, wenn der Rohstoff aus Wildfang oder aus Arten stammt, die unter Schutz stehen. Hier lohnt eine gezielte Nachfrage beim Hersteller.

Spielen Verpackungen in Bezug auf bedrohte Arten auch eine Rolle?
Ja, indirekt. Holz- oder Papierverpackungen können bei unsachgemäßer Beschaffung mit Entwaldung zusammenhängen. Zertifizierte, nachhaltige Forstwirtschaftssiegel können ein Hinweis auf verantwortungsvolle Herkunft sein.

Kann ich mich allein auf „vegan“ verlassen, wenn ich bedrohte Arten schützen möchte?
„Vegan“ schließt tierische Rohstoffe aus, sagt aber nichts über den Status der verwendeten Pflanzenarten. Wenn Ihnen Artenschutz wichtig ist, sollten Sie zusätzlich auf Transparenz, Zertifizierungen und Informationen zur Herkunft der pflanzlichen Inhaltsstoffe achten.

Wie kann ich sicherstellen, dass in meiner Pflegekosmetik keine Rohstoffe aus bedrohten Tier- oder Pflanzenarten enthalten sind?

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