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Sonnenbräune war nicht immer erwünscht

Obwohl eine gesunde Bräune heute als schick und erstrebenswert gilt, war sie für einen Großteil der Menschheitsgeschichte vor allem ein Zeichen von Armut. Menschen, die an der frischen Luft arbeiteten, waren der Sonne die meiste Zeit schutzlos ausgeliefert. So wurde der Begriff „Redneck“ geprägt, eine abfällige Bezeichnung für einfache Arbeiter, die sich mit körperlicher Arbeit unter freiem Himmel verdingten und deren Nacken daher gerötet war. An die negativen Folgen von Sonneneinstrahlung, genauer gesagt UVA- und UVB-Strahlung, verschwendete jedoch weder die ärmere noch die höher gestellte Gesellschaftsschicht einen Gedanken. Die vornehme englische Blässe galt als nobel, gebräunte Haut als gewöhnlich.

Die Hinwende zur Sonnenbräune – und die Risiken?

Erst in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts kam das ausgiebige Sonnenbaden allmählich in Mode. Wer es sich leisten konnte, verbrachte seine Freizeit an den Stränden des Südens und genoss die warmen Sonnenstrahlen auf seiner Haut. Während heute den meisten Menschen ein Schutzmittel gegen kurzfristige Folgen wie Sonnenbrand- und Stich, sowie langfristige wie lichtbedingte Hautalterung, Pigmentstörungen und Hautkrebs als selbstverständlich erscheint, war dies vor hundert Jahren die Ausnahme.

Zwar setzten sich die Menschen durch die freizügiger werdende Bademode und Sportarten vermehrt UV-Strahlung aus, doch waren die gesundheitsschädigenden Folgen den wenigsten bekannt. Zeitgleich mit dem Trend zum Sonnenbad wurden unabhängig voneinander bereits verschiedene Mittel, welche die Haut schützen sollten, entwickelt. Zu den Pionieren gehören der aus Österreich stammende Franz Greiter, der sich nach beim Besteigen des Piz Buins einen heftigen Sonnenbrand zuzog. Seine Kenntnisse der Chemie nutzend mischte er eine Creme an, welche dies künftig verhindern sollte. 1946 gründete er schließlich die Marke Piz Buin, benannt nach jenem Berg, der ihn zum Entwickeln eines Sonnenschutzmittels inspiriert hatte. Noch heute gehört das Unternehmen zu den größten Anbietern von Sonnenschutzprodukten.

Die Bedeutung des Lichtschutzfaktors

Greiter war es auch, der den Begriff Lichtschutzfaktor, kurz LSF oder SPF (Sun Protection Factor) prägte. Dieser gibt an, wievielmal länger man sich in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren. Berechnet wird diese verlängerte Schutzzeit mit dem zweiten Faktor, der Eigenschutzzeit. Diese variiert je nach Hauttyp. Während sie bei hellen, skandinavischen Typen etwa zehn Minuten beträgt, können Menschen mit dunkler Haut sich mehr als anderthalb Stunden ungeschützt der Sonne aussetzen. Bei diesem Hauttyp besteht auch ein geringeres Risiko für Hautkrebs. Der niedrigste von der Europäischen Union anerkannte Lichtschutzfaktor beträgt 6, der höchste 50. Besonders Menschen mit heller Haut sollten sich ausreichend schützen. Auch Kinder sollten stets mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem LSF geschützt werden. Doch auch hierbei ist zu bedenken, dass ein vollständiger Schutz vor UV-Strahlung nicht möglich ist und man daher die Zeit, die man sich der prallen Sonne aussetzt, geringhalten sollte.

Was ist eigentlich UV-Strahlung?

UV-Strahlung ist die gebräuchliche Abkürzung für ultraviolette Strahlung. Bei dieser wird zwischen UVA- und UVB-Strahlen unterschieden. Während die UVB-Strahlen für die unmittelbar nach der Sonnenexposition sichtbaren Schäden wie Sonnenbrand verantwortlich sind, erweisen sich die UVA-Strahlen als noch gefährlicher. Diesen sind wir ganzjährig und unbemerkt ausgesetzt. Daher werden diese oft als die „unsichtbare Gefahr“ bezeichnet. Ganze 95 Prozent der auf die Erde treffenden Sonnenstrahlen sind UVB-Strahlen, die restlichen fünf Prozent machen UVA-Strahlen aus. Diese Strahlen dringen in tiefer gelegene Hautschichten ein und verursachen dort langfristige Schäden. Zu diesen gehören Pigmentstörungen ebenso wie vorzeitige Hautalterung, also Flecken- und Faltenbildung. Moderne Sonnenpflegeprodukte schützten vor beiden Strahlenarten und sind mit „UVA“ und „UVB“ abgekürzt. Hier spricht man von einem Breitbandschutz.

Welche Sonnenschutzprodukte gibt es?

Während Sonnenschutzprodukte in den Anfängen noch sehr teuer waren, sind sie heute bereits für wenige Euro zu bekommen. Nach oben sind allerdings keine Grenzen gesetzt. Längst bieten alle großen Kosmetikunternehmen auch verschiedene Lotionen, Cremes und Sprays zum Schutz vor den negativen Auswirkungen der Sonneneinstrahlung an. Hierbei wird nicht nur zwischen den unterschiedlich hohen Lichtschutzfaktoren unterschieden, sondern auch nach Produkten für Gesicht, Körper oder besonders empfindliche Hautpartien wie Lippen und Augenbereich. Letztere werden selbst von Menschen, die sich vor dem Sonnenbad gewissenhaft eincremen, oft vernachlässigt. Dabei benötigen grade diese Partien Schutz vor UVA- und UVB-Strahlung. Um die Haut unter den Augen und die zarte Lippenhaut vor Schäden durch UV-Strahlen zu bewahren, eignen sich spezielle Stifte, die sich spielend leicht auftragen lassen.

Um die Gesichtshaut zu schützen, bietet der Markt mittlerweile nicht nur einfache Sonnenschutzlotionen- und Cremes. Besonders einfach anzuwenden sind Sprays, die sich schnell auftragen lassen und herrlich leicht sind. Darüber hinaus gibt es Puder-Make-ups, welche über einen hohen Lichtschutzfaktor verfügen und die Haut somit nicht nur perfektionieren, sondern auch schützen.

Besonders die Kleinsten sollten vor übermäßiger Sonneneinstrahlung geschützt werden. Weil die Haut von Kindern dünner als jene von Erwachsenen und daher empfindlicher ist, sollten stets Sonnenschutzprodukte verwendet werden, die über Lichtschutzfaktor 50+ verfügen und frei von Duftstoffen sind. Fast alle Kosmetikunternehmen bieten speziell für Kinder entwickelten Sonnenschutz an. Dennoch sollten Kinder die Mittagssonne meiden und zusätzlich mit einer Kopfbedeckung geschützt werden.

Wie bereits erwähnt sollten sich auch Erwachsene nicht übermäßig der Sonne aussetzen, auch wenn sie sich vorher gründlich eingecremt haben. Generell gilt beim Sonnenbad: Aufgetragen werden sollte eine Sonnencreme stets vor diesem. Dabei heißt es, mehr und öfter desto besser. So sollten Sonnenschutzprodukte, ob Spray oder Creme und unabhängig vom Lichtschutzfaktor, großzügig und mehrfach aufgetragen werden. Sollte der Aufenthalt in der Sonne länger ausfallen, genügt es nicht, sich nur einmal am Morgen einzucremen. Besonders nach einem Bad im Meer, See oder Pool, auch bei Schweißabsonderung, sollte der Sonnenschutz aufgefrischt werden.

Nach dem Sonnenbad

Natürlich ist ein Sonnenbrand nie schön. Selbst wenn man alle Vorsichtsmaßnahmen befolgt hat, kann die Haut schneller erröten und sogar verbrennen als man denkt. Für diese Fälle gibt es sogenannte After Sun oder Aprés Sun-Produkte. Diese beruhigen die gereizte Haut, spenden ihr notwendige Feuchtigkeit und regenerieren. Auch wenn man von einem Verbrennen der Haut verschont geblieben ist, empfiehlt sich das Verwenden einer pflegenden After Sun-Lotion. Regelmäßig angewendet, können diese die Bräune verlängern und sogar intensivieren. So lässt sich die Urlaubsbräune in den Alltag retten.