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Wie teste ich Düfte am besten in der Parfümerie, ohne meinen Geruchssinn zu überfordern?

Düfte testen ohne Duft-Overload: So behalten Sie in der Parfümerie den Überblick

In der Parfümerie ist die Versuchung groß, sich einmal quer durch alle Regale zu riechen. Nach wenigen Minuten aber verschwimmt vieles zu einer einzigen Duftwolke – der Geruchssinn kapituliert. Wie testen Sie Parfüms so, dass Sie am Ende nicht einfach „irgendwas Gutes“ kaufen, sondern bewusst Ihren Favoriten wählen?

Im Folgenden geht es darum, wie viele Düfte sinnvoll sind, wie Sie systematisch testen und worauf Sie im Geschäft achten sollten.


Warum der Geruchssinn schnell an seine Grenzen kommt

Die Nase ist empfindlich – und erstaunlich schnell erschöpft. Schon wenige intensive Düfte hintereinander reichen, damit feinere Nuancen kaum noch unterscheidbar sind.

In der Parfümerie kommt eine weitere Schicht dazu: In der Luft liegt ein dauerhafter Mix aus Sprühnebel, geöffneten Testern und den Parfüms anderer Kundinnen und Kunden. Die Nase reagiert darauf, indem sie Gerüche mit der Zeit „ausblendet“. Der Fachbegriff dafür lautet „olfaktorische Ermüdung“.

Damit Sie trotzdem sinnvoll testen, lohnt sich ein strukturiertes Vorgehen:

  • wenige Düfte nacheinander
  • bewusste Pausen zwischen den Tests
  • von leichten zu intensiveren Düften vorarbeiten

So geben Sie Ihrem Geruchssinn die Chance, Unterschiede wahrzunehmen, statt ihn mit Reizen zu überfordern.


Schritt für Schritt: So testen Sie Düfte stressfrei im Geschäft

Damit der Besuch in der Parfümerie nicht im Geruchsdurcheinander endet, hilft eine klare Reihenfolge:

  1. Vorbereitung ohne Eigenduft
    Kommen Sie – wenn möglich – ohne stark duftende Bodylotion, Haarprodukte oder eigenes Parfüm. Je neutraler Ihre Haut, desto unverfälschter wirken die Testdüfte.

  2. Erster Eindruck auf Teststreifen
    Lassen Sie die Düfte zunächst auf Papierstreifen sprühen. Halten Sie den Streifen mit etwas Abstand vor die Nase und riechen Sie kurz, ohne tief „einzuatmen“ oder pausenlos zu schnuppern.

  3. Maximal 3–4 Düfte im direkten Vergleich
    Mehr parallele Kandidaten machen es schwer, einen klaren Favoriten zu erkennen. Wenn Sie neugierig auf mehr sind, legen Sie dazwischen eine echte Pause ein, statt einfach weiterzurieseln.

  4. Favoriten auf die Haut sprühen
    Nur die spannendsten 1–2 Düfte gehören auf die Haut – zum Beispiel an Handgelenke oder Unterarme. Dort zeigt sich, wie sich der Duft im Laufe der Zeit verändert und mit Ihrer Hautchemie zusammenspielt.

  5. Zeit geben – nicht sofort entscheiden
    Warten Sie mindestens 20–30 Minuten, bevor Sie sich endgültig festlegen. In dieser Zeit entwickeln sich Kopfnote, Herznote und Basisnote nacheinander. Erst dann zeigt der Duft seinen eigentlichen Charakter.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Einige Gewohnheiten sorgen zuverlässig dafür, dass Düfte sich schlecht vergleichen lassen oder die Nase schneller schlappmacht, als ihr lieb ist:

  • Zu viele Düfte auf einmal
    Zehn Teststreifen hintereinander lassen den Geruchssinn rasch ermüden. Beschränken Sie sich pro Besuch lieber auf wenige ernsthafte Kandidaten.

  • Düfte direkt auf der Kleidung testen
    Textilien speichern und verändern Düfte anders als die Haut. Außerdem können sich alte Düfte in der Kleidung halten und das Ergebnis verfälschen.

  • Zu dichtes Riechen an der Sprühöffnung
    Direkt aus der Flasche oder unmittelbar am Zerstäuber zu riechen, ist meist viel zu intensiv. Die Nase wird kurzzeitig „blockiert“ – danach wirkt alles flach.

  • Jede freie Stelle der Haut nutzen
    Handrücken, Handgelenke, Unterarme – alles vollgesprüht, und am Ende überlagert sich alles. Besser: wenige Düfte, dafür vielleicht an einem anderen Tag wiederkommen.


Erprobte Tipps, damit die Nase frisch bleibt

Mit ein paar einfachen Maßnahmen wird der Dufttest deutlich entspannter und aussagekräftiger:

  • Zwischendurch an neutraler Luft riechen
    Gehen Sie kurz vor die Tür oder in einen weniger bedufteten Bereich. Schon ein, zwei Minuten neutralere Luft helfen der Nase, sich zu sortieren.

  • Pausen einplanen
    Gönnen Sie sich zwischen zwei „Runden“ ein paar Minuten ohne neue Düfte. In dieser Zeit möglichst an nichts gezielt riechen.

  • Wasser trinken
    Wasser „reinigt“ zwar nicht direkt den Geruchssinn, aber ein wacher, gut hydrierter Körper nimmt Reize insgesamt aufmerksamer wahr.

  • Nur an trockenen Duftstreifen riechen
    Warten Sie nach dem Sprühen kurz, bis der Alkohol weitgehend verflogen ist. Dann zeigt der Duft sich runder und weniger stechend.

  • Notizen machen
    Schreiben Sie auf, welcher Duft auf welchem Streifen ist, und notieren Sie Ihren ersten Eindruck. Das erspart späteres Rätselraten à la „Welcher war das noch mal?“.


Kurz zusammengefasst

Beim Parfümtesten gilt: Weniger ist nicht asketisch, sondern klug. Starten Sie auf Duftstreifen, wählen Sie nur wenige Favoriten für die Haut und geben Sie jedem Duft Zeit, sich zu entfalten. Mit Pausen, frischer Luft und einer überschaubaren Auswahl bleibt Ihr Geruchssinn aufnahmefähig – und es wird deutlich leichter, den Duft zu finden, der tatsächlich zu Ihnen passt.


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