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Welche Temperatur ist beim Haarewaschen und -spülen am besten für Haar und Kopfhaut?

Wie warm ist ideal? Die richtige Wassertemperatur beim Haarewaschen

Shampoos, Kuren, Öle – darüber wird viel gesprochen. Die Wassertemperatur läuft dagegen meist nebenbei mit. Dabei entscheidet sie wesentlich mit, wie gut Haare und Kopfhaut langfristig zurechtkommen. Zu heiß strapaziert, zu kalt ist häufig eher unangenehm als hilfreich. Im Folgenden geht es darum, welche Temperatur beim Waschen und Spülen sinnvoll ist, wie Sie sie ohne Technik einschätzen können und welche typischen Fehlgriffe Sie sich sparen können.


Warum die Wassertemperatur für Haar und Kopfhaut so wichtig ist

Haare und Kopfhaut reagieren deutlich auf Temperatur – meist leiser, aber konsequent.

Sehr heißes Wasser kann:

  • die natürliche Schutzschicht der Kopfhaut angreifen
  • den Talgfilm auf Haar und Kopfhaut zu stark abtragen
  • Trockenheit, Spannungsgefühl und Reizungen begünstigen

Lauwarmes Wasser ist deutlich milder. Es unterstützt:

  • eine schonende Reinigung von Talg, Schweiß und Stylingresten
  • die Durchblutung der Kopfhaut, ohne sie unnötig zu stressen
  • den Erhalt der natürlichen Hautbarriere

Eisiges Wasser hat keinen geheimen Pflegebonus, auch wenn es immer wieder behauptet wird. Es kann kurz wach machen, mehr aber auch nicht. Für den Alltag zählt vor allem: Reizungen vermeiden, trotzdem gründlich reinigen.


So finden Sie die passende Temperatur beim Waschen und Spülen

Sie brauchen keine Gradzahl, Ihr Körper ist Messinstrument genug.

Beim Shampoonieren:

  • Ideal ist lauwarmes, „handwarmes“ Wasser.
  • Es sollte sich angenehm warm anfühlen – ohne dass Sie instinktiv die Hand wegziehen.
  • In dieser Temperatur löst sich Talg gut, die Kopfhaut wird sauber, ohne unnötig strapaziert zu werden.

Beim Ausspülen:

  • Bleiben Sie auch hier bei lauwarm, damit Shampoo und Pflege vollständig herausgespült werden.
  • Wenn Sie möchten, können Sie zum Schluss kurz etwas kühler nachspülen – erfrischend, aber nicht eiskalt.

Nach der Haarwäsche:

  • Drücken Sie das Wasser mit dem Handtuch sanft aus den Haaren, statt kräftig zu rubbeln.
  • Verzichten Sie direkt danach auf sehr heiße Föhnluft – das würde die vorsichtige Temperaturwahl beim Waschen konterkarieren.

Häufige Irrtümer rund um heißes und kaltes Wasser

Rund um die Wassertemperatur kursieren einige hartnäckige Mythen:

  • „Je heißer, desto sauberer“:
    Sehr heißes Wasser entfernt Fett schnell, überzieht die Rechnung aber: Die Kopfhaut kann gereizt reagieren und mit verstärkter Talgproduktion „kontern“. Das Ergebnis kann ein dauernder Wechsel zwischen starkem Entfetten und schnellem Nachfetten sein.

  • „Eiskaltes Wasser macht das Haar automatisch glänzend“:
    Kälte kann die Schuppenschicht der Haare etwas anlegen, aber sie ersetzt keine durchdachte Pflege. Glanz hängt von Struktur, Gesundheitszustand, mechanischer Belastung und Produkten ab – nicht von ein paar Sekunden Kälteschock.

  • „Empfindliche Kopfhaut braucht besonders warmes Wasser, sonst fühlt es sich unangenehm an“:
    Meist ist das Gegenteil der Fall. Sensible oder trockene Kopfhaut reagiert auf hohe Temperaturen schnell mit mehr Spannung und Rötung und profitiert von moderaten, eher kühleren Warmstufen.


Erprobte Tipps für eine schonende Haarwäsche-Routine

Mit ein paar einfachen Stellschrauben entlasten Sie Haare und Kopfhaut spürbar:

  • Stellen Sie die Dusche so ein, dass das Wasser klar warm, aber nie „heiß“ wirkt.
  • Prüfen Sie die Temperatur am Handgelenk oder Unterarm – dort merken Sie zu viel Hitze zuverlässig.
  • Wählen Sie eine Wärme, die Sie ohne Brennen oder Rötung auch einige Minuten ertragen könnten.
  • Spülen Sie Shampoo, Spülung und Kur gründlich aus – Produktreste können beschweren oder reizen.
  • Föhnen Sie mit moderater Temperatur und halten Sie etwas Abstand zur Kopfhaut.

Kurz zusammengefasst

Für die meisten Menschen ist lauwarmes Wasser beim Waschen und Spülen die sinnvollste Wahl. Es reinigt zuverlässig, ohne Kopfhaut und Haarstruktur unnötig zu strapazieren. Sehr heißes Wasser kann die Hautbarriere schwächen und die Haare austrocknen; eiskaltes Wasser liefert eher ein Frischegefühl als einen echten Pflegevorteil. Wer sich an eine angenehme, handwarme Temperatur hält und extreme Hitze meidet, tut Haar und Kopfhaut auf Dauer einen Gefallen.


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