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Kann ich eine Spülung durch eine Haarkur ersetzen oder sollten beide Produkte verwendet werden?

Spülung oder Haarkur – was Ihr Haar wirklich braucht

Die Frage taucht immer wieder auf: Reicht eine gute Haarkur nicht aus – und kann man sich die Spülung dann sparen? Beide Produkte versprechen weiches, geschmeidiges Haar. Trotzdem erfüllen sie im Alltag nicht die gleiche Aufgabe. Im Folgenden geht es darum, worin sich Spülung und Haarkur tatsächlich unterscheiden, wann welches Produkt sinnvoll ist – und ob Ihr Haar wirklich beides braucht.


Zwei Pflegeprodukte, zwei Aufgaben: Was Spülung und Haarkur unterscheidet

Spülung und Haarkur bewegen sich in derselben Pflegerichtung, verfolgen aber unterschiedliche Ziele.

Spülung (Conditioner)

  • wird nach jeder Haarwäsche verwendet
  • bleibt hauptsächlich an der Haaroberfläche
  • glättet die Schuppenschicht
  • macht das Haar leichter kämmbar und reduziert Reibung
  • kann helfen, Haarbruch und Spliss vorzubeugen, weil die Längen besser geschützt sind

Haarkur (oder Haarmaske)

  • wird deutlich seltener angewendet (z. B. etwa 1× pro Woche)
  • ist meist reichhaltiger und konzentrierter formuliert
  • soll tiefer in das Haar eindringen und intensiver pflegen
  • ist eher als „Extra-Pflege“ gedacht, nicht als fester Bestandteil jedes Waschgangs

Auf den Punkt gebracht: Die Spülung ist der alltägliche Schutzmantel, die Haarkur die gelegentliche Intensivbehandlung.


Wie Sie Spülung und Haarkur sinnvoll in Ihre Routine integrieren

Ob Sie nur Spülung, nur Haarkur oder beides verwenden, hängt von Ihrem Haartyp, Ihrer Kopfhaut und Ihrem persönlichen Pflegeaufwand ab.

Für feines oder schnell fettendes Haar

  • Spülung nach jeder Wäsche, vor allem in Längen und Spitzen
  • Haarkur nur gelegentlich, etwa alle 10–14 Tage
  • Produkte sehr sparsam dosieren, um das Haar nicht zu beschweren

Für normales bis leicht trockenes Haar

  • Spülung nach jeder Haarwäsche
  • Haarkur ungefähr 1× pro Woche oder nach Bedarf – z. B. nach Urlaub am Meer, Chlorwasser oder häufigem Hitzestyling

Für stark trockenes, strapaziertes oder chemisch behandeltes Haar

  • Spülung nach jeder Wäsche praktisch unverzichtbar
  • Haarkur regelmäßig 1–2× pro Woche, je nach Zustand der Haare
  • Einwirkzeit der Haarkur so einhalten, wie auf der Verpackung angegeben

Im Alltag ersetzt eine Haarkur die Spülung in der Regel nicht dauerhaft. Viele kommen mit einer Kombination am besten zurecht: Spülung bei jeder Wäsche, Haarkur als gezielte Zusatzpflege.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

1. Haarkur bei jeder Wäsche statt Spülung
Wer bei jeder Haarwäsche zur Kur greift, riskiert beschwerende Effekte, vor allem bei feinem Haar: Die Ansätze wirken schnell platt und das Haar verliert an Luftigkeit.

2. Produkte zu nah am Ansatz verwenden
Spülungen und Kuren direkt am Ansatz lassen die Kopfhaut schneller fettig aussehen. Besser: vor allem in den Längen und Spitzen verteilen und den Ansatz aussparen.

3. „Mehr bringt mehr“ bei der Einwirkzeit
Eine Kur deutlich länger einwirken zu lassen als empfohlen, macht sie nicht automatisch wirksamer. Das Haar kann sich danach überpflegt, schwer und wachsig anfühlen.

4. Spülung komplett weglassen bei sehr trockenem Haar
Nur einmal pro Woche eine Kur zu nutzen, aber nach jeder Wäsche ganz auf Spülung zu verzichten, erhöht im Alltag die Reibung: mehr Knoten, mehr Ziepen, mehr Haarbruchpotenzial.


Praxistipps für eine Pflege-Routine, die wirklich zu Ihnen passt

  • Auf das Haargefühl achten: Fühlt sich das Haar nach der Wäsche rau an und lässt sich schlecht kämmen, gehört eine Spülung nach dem Shampoo in die Routine.
  • Kur gezielt als Intensiv-Boost nutzen: Etwa nach Sonne, Salz- oder Chlorwasser, Dauerwelle, Coloration oder häufiger Nutzung von Glätteisen und Lockenstab.
  • Menge bewusst wählen: Bei schulterlangem Haar reicht oft eine haselnuss- bis walnussgroße Menge Spülung; die Kur darf meist etwas sparsamer dosiert werden.
  • Gründlich ausspülen: Reste von Spülung oder Kur können das Haar stumpf und schwer wirken lassen. Spülen, bis sich das Haar glatt, aber nicht „beschichtet“ anfühlt.
  • Routine anpassen: In Phasen, in denen das Haar insgesamt gesund ist, genügt häufig eine Spülung. Die Haarkur kann dann in längeren Abständen eingesetzt werden.

Kurz zusammengefasst

Eine Haarkur ist im Alltag meist kein vollwertiger Ersatz für eine Spülung.
Die Spülung schützt, glättet und entwirrt das Haar nach jeder Wäsche; die Haarkur ist eine intensivere Zusatzpflege, die Sie je nach Haarzustand ab und zu einbauen. Für viele funktioniert die Kombination am besten: Spülung regelmäßig, Haarkur als bewusst eingesetztes Extra.


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