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Welche Pflege brauche ich bei fettigem Ansatz und trockenen Spitzen?

Glanz am Ansatz, Durst in den Spitzen: Was Ihr Haar jetzt wirklich braucht

Fettiger Ansatz, trockene Längen und Spitzen – diese Mischung ist kein Sonderfall, sondern eher die Regel, vor allem bei längerem Haar. Die Pflege gleicht dann schnell einem Kompromiss, der niemanden so richtig zufriedenstellt: Was den Ansatz klärt, lässt die Spitzen austrocknen, und was den Längen guttut, macht den Ansatz schwer und schneller fettig.

Im Folgenden geht es darum, warum diese Konstellation so häufig auftritt – und wie Sie Ihre Routine so anpassen, dass die Kopfhaut frisch bleibt, während die Längen wieder Substanz und Geschmeidigkeit bekommen.


Warum Haaransatz und Spitzen so unterschiedliche Bedürfnisse haben

Haar und Kopfhaut sind kein einheitliches System – sie verändern sich vom Ansatz bis in die Spitzen deutlich.

Die Kopfhaut ist von Talgdrüsen durchzogen, die eine fettige Schutzschicht bilden. Dieser Talg ist grundsätzlich erwünscht: Er schützt vor Austrocknung, Reizungen und macht das Haar in Maßen geschmeidiger. Produziert die Kopfhaut jedoch zu viel davon, wirkt der Ansatz rasch strähnig und schwer.

Die Längen und Spitzen stehen auf der anderen Seite des Spektrums. Sie sind der älteste Teil des Haares, oft über Jahre hinweg äußeren Belastungen ausgesetzt: Reibung an Kleidung und Kissen, UV-Strahlung, Hitze durch Föhn, Glätteisen oder Lockenstab, chemische Behandlungen wie Färben oder Blondieren. Gleichzeitig erreicht der schützende Talg die Spitzen kaum noch. Ergebnis: trockene, stumpfe Längen, die leicht brechen.

Dass Ansatz und Spitzen sich „gegensätzlich“ verhalten, ist also normal – insbesondere bei längerem Haar und häufigem Styling. Der entscheidende Schritt ist, Kopfhautpflege und Längenpflege bewusst zu trennen, statt alles über ein Produkt lösen zu wollen.


So bringen Sie Ihre Haarpflege ins Gleichgewicht

Statt auf das eine Wunderprodukt zu hoffen, lohnt sich eine Routine, die unterschiedliche Zonen gezielt anspricht:

1. Sanfte Reinigung für den Ansatz
Greifen Sie zu einem milden Shampoo, das überschüssigen Talg entfernt, ohne die Kopfhaut zu reizen oder auszutrocknen. Arbeiten Sie es vor allem am Ansatz und an der Kopfhaut ein. Die Längen werden beim Ausspülen ausreichend mit gereinigt, ohne dass sie unnötig „abgeschrubbt“ werden.

2. Pflege nur dort, wo sie gebraucht wird
Spülungen, Leave-ins oder Masken gehören in die Längen und Spitzen, nicht an die Kopfhaut. Tragen Sie diese Produkte ab etwa Ohrhöhe abwärts auf. So versorgen Sie trockene Haarpartien mit Feuchtigkeit und Pflege, ohne den Ansatz zu beschweren.

3. Waschabstände bewusst wählen
Wenn es Ihr Alltag zulässt, waschen Sie nicht täglich. Verlängern Sie die Abstände schrittweise – zum Beispiel von täglich auf alle zwei Tage, später auf alle zwei bis drei Tage. Zu häufiges Waschen kann die Kopfhaut unnötig austrocknen, was sie wiederum dazu bringt, mehr Talg zu produzieren.

4. Hitzestyling reduzieren
Hitze ist für trockene Spitzen ein zusätzlicher Stressfaktor. Senken Sie, wenn möglich, die Temperatur beim Föhnen, nutzen Sie Hitzeschutzprodukte und lassen Sie die Längen gelegentlich an der Luft trocknen. Gönnen Sie Ihrem Haar bewusst Tage ohne Glätteisen oder Lockenstab.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie umgehen

Zu reichhaltige Produkte am Ansatz
Seren, Öle oder intensive Masken, die für trockene Längen gedacht sind, haben am Ansatz nichts verloren. Dort wirken sie schnell fettig und platt. Arbeiten Sie solche Produkte gezielt in die trockensten Bereiche ein und lassen Sie den Ansatz außen vor.

Aggressives „Kopfhaut-Entfetten“
Sehr stark entfettende Shampoos, häufige Tiefenreinigungen oder zu heißes Wasser können die Kopfhaut aus dem Gleichgewicht bringen. Sie reagiert häufig mit mehr Talgproduktion – genau das Gegenteil von dem, was Sie erreichen wollen.

Zu grobes Handtuchtrocknen
Heftiges Rubbeln mit dem Handtuch raut die Schuppenschicht der Haare auf. Die Spitzen wirken dann noch spröder und neigen eher zu Spliss. Besser: Das Haar sanft ausdrücken oder in ein Handtuch oder Mikrofaser-Turban wickeln und die Feuchtigkeit aufnehmen lassen.

Dauerhafte Zopfbelastung
Enge Pferdeschwänze, straffe Dutts und Haargummis mit Metall- oder scharfen Kanten strapazieren vor allem die Längen und Spitzen. Das begünstigt Haarbruch und Trockenheit. Weiche, glatte Haargummis und lockere Frisuren sind deutlich schonender.


Erprobte Tipps für gepflegte Längen und einen frischen Ansatz

  • Verwenden Sie nach jeder Haarwäsche eine leichte Spülung – gezielt in Längen und Spitzen.
  • Gönnen Sie den Spitzen ein- bis zweimal pro Woche eine intensivere Kur oder ein nährendes Öl.
  • Bürsten Sie abends vorsichtig von der Kopfhaut in die Längen, um einen Teil des Talgs gleichmäßig zu verteilen.
  • Lassen Sie trockene, brüchige Spitzen regelmäßig schneiden, damit das Haar insgesamt voller und gesünder wirkt.
  • Schützen Sie Ihr Haar nachts: ein lockerer Zopf, ein Seiden- oder Satinkissenbezug oder eine glatte Schlafhaube reduzieren Reibung.

Kurz zusammengefasst

Bei fettigem Ansatz und trockenen Spitzen brauchen Kopfhaut und Längen unterschiedliche Behandlung. Die Kopfhaut verlangt nach milder, regelmäßiger Reinigung; die Längen und Spitzen nach gezielter, eher reichhaltiger Pflege. Wenn Sie Produkte dort einsetzen, wo sie tatsächlich gebraucht werden, und zusätzliche Belastungen reduzieren, verliert dieses scheinbar widersprüchliche Haarbild viel von seinem Schrecken.


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