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Wie finde ich das richtige Shampoo für meinen Haartyp?

Welches Shampoo passt wirklich zu Ihrem Haar? Ein klarer Leitfaden

Das Shampoo-Regal ist gnadenlos ehrlich: Zu viel Auswahl, zu viele Versprechen. „Für trockenes Haar“, „für Volumen“, „für Glanz“ – und am Ende wissen Sie trotzdem nicht, was Ihrer Kopfhaut und Ihrem Haar wirklich guttut. Dabei ist Shampoo die Grundlage jeder Haarpflege: Es entscheidet mit darüber, wie sich Ihre Kopfhaut anfühlt, wie Ihr Haar fällt und wie gut Styling überhaupt funktioniert.

Im Folgenden geht es um das Wesentliche: Wie Sie Ihren Haartyp realistisch einschätzen, welche Formulierungen dazu passen und worauf Sie beim Kauf tatsächlich achten sollten – ohne Marketing-Nebel, dafür mit konkreten, umsetzbaren Hinweisen.


Haar und Kopfhaut verstehen: Warum der Haartyp den Unterschied macht

Shampoo ist, streng genommen, ein Produkt für die Kopfhaut – nicht für die Längen. Es soll Talg, Schweiß, Produktreste und Schmutz lösen. Wie stark oder mild ein Shampoo sein sollte, entscheidet daher in erster Linie Ihre Kopfhaut, erst danach kommen Haarstruktur und -länge ins Spiel.

Drei Punkte sind zentral:

  • Kopfhaut-Zustand: normal, trocken, fettend, empfindlich
  • Haarstruktur: fein, normal, dick
  • Haarform: glatt, wellig, lockig, sehr kraus

Dazu kommt der Haarzustand: Ist Ihr Haar gefärbt oder blondiert? Wird es häufig geglättet, geföhnt oder der Sonne ausgesetzt? Wirkt es porös, brüchig oder matt?

So wird klar: Ein feines, schnell fettendes Haar mit sensibler Kopfhaut braucht ein völlig anderes Shampoo als kräftige, eher trockene Locken, die viel Hitze und Farbe abbekommen haben.

Darum lohnt ein Moment Ehrlichkeit vor dem Regal: Wie geht es Ihrer Kopfhaut wirklich, wie sehen Längen und Spitzen aus? Diese Bestandsaufnahme ist der entscheidende Schritt zu einem Shampoo, das zu Ihnen passt – nicht nur zur Werbebotschaft.


Schritt für Schritt: So ordnen Sie Ihren Haartyp richtig ein

Statt sich auf Schlagworte wie „Repair“, „Volumen“ oder „Anti-Frizz“ zu verlassen, hilft ein nüchterner Blick auf Kopfhaut und Haar.

1. Kopfhaut checken

Stellen Sie sich ein bis zwei Tage nach dem Waschen ein paar einfache Fragen:

  • Fettet Ihr Ansatz innerhalb von 24 Stunden deutlich nach?
    → eher schnell fettende Kopfhaut

  • Spannt die Kopfhaut, juckt sie leicht, zeigt trockene Schüppchen?
    → eher trockene oder empfindliche Kopfhaut

  • Bleibt die Kopfhaut über mehrere Tage ausgeglichen, ohne stark zu fetten oder zu schuppen?
    → eher normale Kopfhaut

2. Haarstruktur testen

Die Struktur fühlen Sie am besten in einem trockenen, produktfreien Zustand:

  • Feines Haar: Zöpfe wirken schmal, das Haar fällt leicht in sich zusammen, Frisuren halten schlecht.
  • Normales Haar: mittlere Fülle, das Haar lässt sich relativ unkompliziert formen, nichts wirkt extrem.
  • Dickes Haar: einzelne Haare fühlen sich kräftig an, es ist viel Masse vorhanden, die sich oft schwer zähmen lässt.

3. Haarform und -zustand einbeziehen

Die Form bestimmt, wie schnell Ihr Haar Feuchtigkeit verliert – und wie viel Pflege es verträgt:

  • Glattes Haar
    glänzt tendenziell leichter, wirkt aber rasch platt oder strähnig, wenn Produkte zu reichhaltig sind.

  • Welliges und lockiges Haar
    neigt häufiger zu Trockenheit, ist sensibler gegenüber austrocknenden Tensiden und braucht mehr Feuchtigkeitspflege.

  • Stark beanspruchtes Haar
    (Blondierungen, intensive Färbungen, Dauerwellen, häufiges Glätten oder starke Sonneneinwirkung) wirkt stumpf, rau, neigt zu Spliss und Haarbruch.

Mit diesen Beobachtungen im Hinterkopf können Sie bei der Auswahl gezielt nach bestimmten Eigenschaften suchen: zum Beispiel eher mild und beruhigend bei empfindlicher Kopfhaut, oder stärker entfettend bei sehr schnellem Nachfetten – ohne die Längen unnötig zu strapazieren.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Viele Haarprobleme entstehen weniger durch den „falschen Haartyp“ als durch Produkte, die nicht richtig gewählt oder angewendet werden.

  • Zu stark reinigende Shampoos bei trockener oder empfindlicher Kopfhaut
    Aggressive Formulierungen können Spannungsgefühle, Juckreiz und Schuppen verstärken – auch wenn die Haare danach zunächst quietschesauber wirken.

  • Zu reichhaltige Shampoos bei feinem, schnell fettendem Haar
    Pflegende Zusätze im Shampoo selbst können feines Haar sofort beschweren. Das Resultat: platte, strähnig wirkende Längen, obwohl das Haar eigentlich frisch gewaschen ist.

  • Shampoo wie eine Kur in die Längen kneten
    Die Längen werden so immer wieder entfettet und ausgetrocknet. Shampoo gehört primär auf die Kopfhaut; die Längen werden beim Ausspülen ausreichend mitgereinigt.

  • Deutlich zu häufiges Waschen ohne wirklichen Bedarf
    Manche Kopfhaut reagiert auf tägliches oder mehrmals tägliches Waschen mit Irritation oder verstärktem Nachfetten. Es lohnt sich zu testen, ob etwas mehr Abstand zwischen den Wäschen die Situation verbessert.

  • An einem Shampoo festhalten, obwohl die Kopfhaut protestiert
    Dauerhaftes Jucken, Brennen, starke Schuppenbildung oder ein deutlich verschlechterter Zustand von Haar und Kopfhaut sind Signale. In solchen Fällen ist ein Produktwechsel sinnvoll, statt zu hoffen, dass es sich „schon einpendelt“.


Erprobte Tipps: So wählen Sie Ihr Shampoo gezielt aus

Wenn Sie Ihren Haartyp grob eingeordnet haben, kann die Auswahl erstaunlich klar werden.

  • Fettende Kopfhaut, feines Haar
    Wählen Sie ein leichtes, klärendes Shampoo, das überschüssigen Talg entfernt, ohne die Kopfhaut zu reizen. Pflegende Produkte gehören eher in die Längen – als Conditioner oder leichte Kur, nicht in den Ansatz.

  • Trockene oder empfindliche Kopfhaut
    Hier sind milde, möglichst schonend formulierte Shampoos sinnvoll. Lauwarmes Wasser, nicht zu häufiges Waschen und ein sanftes Einmassieren statt Rubbeln unterstützen die Kopfhaut zusätzlich.

  • Normale Kopfhaut, trockenes oder strapaziertes Haar
    Ein ausgewogenes, nicht zu „starkes“ Shampoo reicht meist aus. Die eigentliche Reparatur- und Pflegearbeit leisten Conditioner, Leave-ins oder Masken, die gezielt in Längen und Spitzen aufgetragen werden.

  • Lockiges oder sehr krauses Haar
    Locken profitieren oft von Shampoos, die sanft reinigen und nicht übermäßig entfetten. Häufig wird hier zusätzlich mit Conditioner, Leave-in-Produkten oder Öl gearbeitet, um Definition und Elastizität zu unterstützen.

  • Fettiger Ansatz, trockene Längen
    Shampoo vor allem am Ansatz und auf der Kopfhaut einmassieren, die Längen nur mit dem Schaum benetzen. Die intensive Pflege für die trockenen Partien übernimmt anschließend eine Spülung oder Kur, die ausschließlich in Längen und Spitzen kommt.

Geben Sie einem neuen Shampoo etwas Zeit: Zwei bis drei Wochen regelmäßige Anwendung sind ein realistischer Zeitraum, um einzuschätzen, ob Kopfhaut und Haar damit gut zurechtkommen.


Kurz zusammengefasst

Das passende Shampoo orientiert sich in erster Linie an Ihrer Kopfhaut – und berücksichtigt dann, was Haarstruktur und -zustand zusätzlich brauchen. Maßgeblich sind drei Fragen: Wie schnell fettet Ihr Ansatz? Wie fühlt sich Ihre Kopfhaut an? Und in welchem Zustand sind Längen und Spitzen?

Wer diese Punkte ehrlich für sich klärt, grenzt die Auswahl deutlich ein und muss sich vor dem Shampoo-Regal weniger auf Vermutungen verlassen.


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