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Welche Stylingprodukte eignen sich für einen natürlichen, ungemachten Look (Undone-Look)?

Natürlich gestylt: So gelingt der „Undone-Look“ ohne sichtbare Produktspuren

Der Undone-Look soll aussehen, als hätten Sie Ihr Haar nur nebenbei in Form gebracht – in Wahrheit steckt oft mehr Überlegung dahinter. Die Idee: Das Haar fällt locker, bewegt und scheinbar zufällig, ohne hartes Finish, ohne klebrige Längen und ohne verräterische Produktreste. Welche Produkte eignen sich dafür, und wie setzen Sie sie so ein, dass das Ergebnis lässig bleibt statt „gemacht“? Darum geht es im Folgenden – mit einem klaren Überblick und konkreten Handgriffen für ein Styling, das gepflegt wirkt, aber nie perfektionistisch.


Was den Undone-Look wirklich ausmacht

Der Undone-Look lebt von Struktur, Bewegung und einer kontrollierten Portion Unordnung. Er soll:

  • das natürliche Haar unterstützen, nicht überpinseln
  • flexibel bleiben und nicht wie ein starrer Helm wirken
  • weder stark glänzen noch extrem matt wirken

Dafür braucht es vor allem leichte, flexible Produkte, die nicht hart austrocknen, sich gut ausbürsten lassen und den natürlichen Fall der Haare respektieren. Im Mittelpunkt steht Textur – also Griff, leichte Bündelung und ein Hauch Halt. Nicht gefragt sind XXL-Volumen oder betonfeste Stylingschichten.


Diese Produktarten unterstützen einen natürlichen Undone-Effekt

1. Leichte Styling-Cremes und -Lotionen

  • bändigen Frizz und bündeln das Haar sanft
  • sind ideal für natürliche Wellen und leichte Locken
  • lassen das Ergebnis kontrolliert wirken, ohne „fertig frisiert“ auszusehen

2. Salzsprays und leichte Textursprays

  • geben dem Haar Griff, Struktur und sanfte Wellen
  • eignen sich perfekt für Beach-Waves und unordentliche Längen
  • funktionieren am besten im leicht feuchten Haar und bei mittleren bis längeren Längen

3. Trockenshampoo und Volumensprays für den Ansatz

  • bringen Fülle an den Ansatz, ohne sichtbare Rückstände (bei passendem Farbton)
  • nehmen dem Haar den „gerade frisch geföhnt“-Look und geben ihm mehr Alltagspatina

4. Leichte Schaumfestiger

  • sorgen in kleinen Mengen für Stand und Bewegung
  • sind besonders hilfreich bei feinem Haar, das sonst schnell in sich zusammenfällt

5. Weiche Pasten und Wachse mit flexiblem Halt

  • eignen sich gut für Spitzen, Längen und Kurzhaarstyles
  • definieren einzelne Strähnen, ohne zu verkleben oder hart zu werden

Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Auch der lässigste Style kippt schnell ins Künstliche, wenn Produkte falsch eingesetzt werden. Häufige Fehler:

  • Zu viel Produkt auf einmal
    Das Haar wirkt dann beschwert, strähnig oder speckig. Besser: mit einer kleinen Menge beginnen, in den Händen verreiben und bei Bedarf nachlegen.

  • Falsche Produktwahl für den Haartyp
    Reichhaltige Cremes auf feinem Haar oder sehr austrocknende Salzsprays auf ohnehin trockenem Haar nehmen dem Look die Leichtigkeit. Produktwahl immer an Struktur und Bedürfnis des Haares ausrichten.

  • Harter, glänzender Lack als Finish
    Starre, stark glänzende Oberflächen widersprechen dem Undone-Gedanken. Dezentere, flexible Finishes passen deutlich besser.

  • Produkt nur am Ansatz, nicht in den Längen
    Konzentrierter Auftrag am Ansatz lässt das Haar schnell ungewaschen wirken. Fast alle Stylingprodukte sollten zuerst in den Längen und Spitzen landen und erst zum Schluss – wenn überhaupt – leicht in den Ansatz kommen.


Erprobte Styling-Tipps für einen glaubwürdigen „Ungemacht“-Effekt

  • Vorbereitung nach dem Waschen
    Handtuchtrockenes Haar mit etwas Styling-Creme oder leichtem Schaum durchkämmen. Anschließend an der Luft trocknen lassen oder mit einem Diffusor bei niedriger Hitze antrocknen – nicht glatt föhnen.

  • Struktur statt Perfektion
    Für leichte Wellen einige Strähnen locker um einen Lockenstab legen, kurz auskühlen lassen und danach mit den Fingern auskämmen. So entstehen weiche Bewegungen statt definierter „Korkenzieher“.

  • Textur in Schichten aufbauen, nicht alles auf einmal
    Zuerst Volumen am Ansatz (z. B. Trockenshampoo), danach ein leichtes Texturspray in die Längen. Zum Schluss eine winzige Menge Paste in die Spitzen kneten. Lieber drei dünne Schichten als eine dicke.

  • Finish mit den Fingern statt mit der Bürste
    Am Ende mit den Händen durch das Haar fahren, einzelne Strähnen betonen, den Scheitel leicht unpräzise ziehen. Das bricht starre Linien und lässt den Look sofort entspannter wirken.

  • Am zweiten Tag optimieren statt neu stylen
    Am nächsten Tag das Haar nur auffrischen: etwas Trockenshampoo am Ansatz, ein Hauch Texturspray in die Längen. „Second-Day-Hair“ hat oft genau die richtige Griffigkeit für einen glaubwürdigen Undone-Look.


Kurz zusammengefasst

Für einen authentischen Undone-Look brauchen Sie keine starke Fixierung, sondern feine, gut dosierte Struktur. Geeignet sind vor allem leichte Styling-Cremes, Textursprays, Trockenshampoo, softer Schaumfestiger und flexible Pasten. Entscheidend ist, sparsam zu arbeiten, Produkte gleichmäßig zu verteilen und das Haar am Ende mit den Fingern zu formen statt mit Bürsten oder Kämmen glattzuziehen. So entsteht ein Stil, der gepflegt wirkt – aber nie zu perfekt.


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