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Kann ich meine Feuchtigkeitspflege auch im Augenbereich anwenden oder ist das schädlich?

Feuchtigkeitspflege im Augenbereich: erlaubt oder eher tabu?

Die Haut rund um die Augen gilt als besonders empfindlich – und ist gleichzeitig der Bereich, in dem Trockenheit, feine Linien und Müdigkeit am sichtbarsten werden. Naheliegende Frage: Darf die normale Gesichtscreme auch dorthin, oder richtet man damit eher Schaden an?
Im Folgenden geht es darum, worauf Sie achten sollten, wie Sie vorhandene Produkte sinnvoll nutzen und wann eine eigene Augenpflege wirklich einen Unterschied macht.


Warum die Augenpartie besondere Aufmerksamkeit braucht

Die Haut um die Augen unterscheidet sich deutlich vom restlichen Gesicht:

  • Sie ist deutlich dünner und feiner.
  • Sie verfügt über weniger Talgdrüsen.
  • Sie zeigt schneller Trockenheitsfältchen und Schwellungen.

Dadurch reagiert sie empfindlicher – auf Inhaltsstoffe, auf mechanische Belastung, auf zu reichhaltige oder ungeeignete Texturen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass Gesichtspflege im Augenbereich grundsätzlich tabu wäre. Entscheidend sind die Formulierung, die individuelle Verträglichkeit und die Art der Anwendung.

Viele Feuchtigkeitscremes sind von vornherein so konzipiert, dass sie im ganzen Gesicht, inklusive Augenpartie, verwendet werden können. Andere tragen den klaren Hinweis, den Kontakt mit der Augenpartie zu vermeiden. Diese Warnung ist kein „Nice to have“, sondern ein Hinweis darauf, dass bestimmte Inhaltsstoffe oder Texturen in der Nähe der Augen problematisch sein können – das sollte man ernst nehmen.


Wie Sie Ihre Feuchtigkeitspflege sicher um die Augen herum anwenden

Ist auf der Verpackung nichts Gegenteiliges vermerkt, lässt sich eine normale Feuchtigkeitspflege meist vorsichtig auch im Augenbereich einsetzen. Dabei hilft folgende Vorgehensweise:

  1. Menge reduzieren
    Verwenden Sie nur eine sehr kleine Menge – etwa ein halbes Reiskorn pro Auge. Alles darüber erhöht nur das Risiko, dass die Creme „wandert“.

  2. Auf den richtigen Bereich achten
    Tragen Sie die Pflege auf den knöchernen Rand rund ums Auge auf – also entlang der Unteraugenpartie und am Brauenbogen. Verzichten Sie auf den direkten Auftrag am Wimpernkranz und auf dem beweglichen Lid.

  3. Sanft eintupfen statt reiben
    Am besten eignet sich der Ringfinger, weil er von Natur aus weniger Druck ausübt. Die Creme wird sanft eingetupft, nicht gerieben – so wird die dünne Haut nicht unnötig gedehnt.

  4. Wartezeit einplanen
    Bevor Concealer, Mascara oder Lidschatten folgen, die Pflege kurz einziehen lassen. Das minimiert das Risiko, dass etwas ins Auge läuft oder das Make-up verschmiert.

  5. Verträglichkeit beobachten
    Kommt es zu Brennen, starkem Tränen, Rötungen oder Schwellungen, gehört die Creme wieder runter – vorsichtig abwaschen und das Produkt künftig nicht mehr im Augenbereich einsetzen.


Typische Stolperfallen rund um Creme und Augenpartie

Es gibt einige Konstellationen, in denen die normale Gesichtspflege rund ums Auge eher ungünstig ist:

  • Starke Duftstoffe oder Alkohol
    Ausgeprägt parfümierte Produkte oder solche mit hohem Alkoholgehalt können die Augen reizen und die ohnehin trockene Partie zusätzlich austrocknen.

  • Hohe Konzentration aktiver Wirkstoffe
    Formulierungen mit kräftigen Fruchtsäuren, hohen Retinoid-Konzentrationen, intensiven Peelingsäuren oder besonders potenten Anti-Aging-Komplexen sind häufig zu aggressiv für die empfindliche Augenpartie.

  • Zu reichhaltige, sehr fettige Texturen
    Schwere, okklusive Cremes neigen dazu, sich im Laufe der Zeit Richtung Auge zu bewegen. Das kann reizen oder bei manchen Menschen zu Milien (kleinen Unterlagerungen) führen.

  • Auftragen zu nah am Auge
    Je näher am Wimpernkranz oder inneren Augenwinkel, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass etwas im Auge landet – mit tränenden, gereizten Augen als Folge.


Praktische Tipps für eine gepflegte Augenpartie

Damit Pflege im Alltag funktioniert, ohne zu nerven oder zu reizen, helfen einige einfache Regeln:

  • Auf Hinweise der Hersteller achten
    Steht „Augenpartie aussparen“ auf der Verpackung, gilt das ohne Ausnahme. Es ist kein vager Vorschlag, sondern eine klare Einschränkung.

  • Sanft reinigen
    Besonders beim Abschminken: keine aggressive Reinigung, kein hartes Rubbeln. Beides stresset die dünne Haut deutlich mehr, als man im Spiegel sofort sieht.

  • Auf das Gefühl achten
    Ein leichtes, kurzes Kribbeln kann vorkommen, etwa bei bestimmten Wirkstoffen. Alles, was deutlich brennt, länger anhält oder die Augen zum Tränen bringt, ist ein klares Warnsignal.

  • Individuelle Bedürfnisse berücksichtigen
    Neigt Ihre Augenpartie zu starker Trockenheit, Empfindlichkeit oder häufigen Schwellungen, lohnt sich eine speziell formulierte, milde Augenpflege. Solche Produkte sind meist auf diese Zone zugeschnitten – in Textur, Wirkstoffkonzentration und Verträglichkeit.

  • Weniger ist mehr
    Rund ums Auge bringt mehr Produkt selten mehr Effekt. Häufig erhöht es nur die Wahrscheinlichkeit von Schwellungen oder Reizungen. Eine kleine, gezielt aufgetragene Menge genügt meist völlig.


Kurz zusammengefasst

Feuchtigkeitspflege im Augenbereich ist möglich, wenn das Produkt laut Hersteller nicht ausdrücklich davon abrät und Ihre Haut es dort problemlos akzeptiert. Entscheidend sind eine kleine Menge, ein sanfter Auftrag und genügend Abstand zum Auge selbst. Sobald Reizungen, Brennen oder starkes Tränen auftreten, gehört das Produkt dort nicht hin – dann ist eine mildere, besser angepasste Pflege die bessere Wahl.


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