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Wie kombiniere ich Feuchtigkeitspflege mit Produkten wie Retinol oder AHA/BHA-Säuren?

Wie Sie Feuchtigkeitspflege sinnvoll mit Retinol und AHA/BHA-Säuren kombinieren

Warum die richtige Kombination Ihrer Pflegeprodukte so entscheidend ist

Retinol und Fruchtsäuren wie AHA und BHA gehören zu den wirksamsten Inhaltsstoffen in der Hautpflege – und gleichzeitig zu denjenigen, mit denen man sich am schnellsten die Haut überstrapaziert. Sie können das Hautbild sichtbar verfeinern, aber sie greifen auch in die natürliche Schutzfunktion der Haut ein.

Eine passende Feuchtigkeitspflege ist daher kein nettes Extra, sondern der Teil der Routine, der Ihre Hautbarriere trägt. Im Folgenden geht es darum, wie Sie Feuchtigkeitspflege sinnvoll mit Retinol und Säuren kombinieren, in welcher Reihenfolge Sie die Produkte anwenden und worauf empfindliche Haut besonders reagiert.


Power-Wirkstoffe im Überblick: Was Retinol, AHA und BHA mit Ihrer Haut machen

Retinol ist eine Form von Vitamin A. Es kurbelt die Hauterneuerung an, unterstützt Kollagenstrukturen und kann das Hautbild langfristig glatter und ebenmäßiger wirken lassen. Genau dieser Effekt – die beschleunigte Zellerneuerung – führt anfangs häufig zu Trockenheit, Spannungsgefühl oder Rötungen, vor allem, wenn man zu hoch einsteigt oder zu oft anwendet.

AHA-Säuren (z. B. Glykol- oder Milchsäure) sind wasserlösliche Fruchtsäuren. Sie lösen abgestorbene Hautschüppchen an der Oberfläche, verfeinern den Teint und können fahler Haut wieder mehr Strahlkraft geben. Sie eignen sich eher für normale bis trockene oder reifere Haut, die zu wenig Glätte, aber nicht stark zu Unreinheiten neigt.

BHA-Säuren (z. B. Salicylsäure) sind fettlöslich. Sie dringen in die Poren ein, lösen dort Talg und abgestorbene Zellen und werden daher gern bei Mitessern, verstopften Poren und insgesamt eher fettiger oder zu Unreinheiten neigender Haut eingesetzt.

Allen drei Wirkstoffgruppen ist eines gemeinsam: Sie können die Haut empfindlicher machen – insbesondere gegenüber Sonne, aber auch gegenüber anderen Pflegeprodukten. Eine Feuchtigkeitspflege, die zur Haut passt und ausreichend „puffernd“ wirkt, stabilisiert die Hautbarriere und kann Reizungen deutlich abmildern.


So bauen Sie eine Routine auf: Die sinnvolle Reihenfolge am Tag und am Abend

Grundregel der Reihenfolge:
Reinigen → wässrige Produkte (Toner, BHA/AHA-Lotion) → Retinol (falls verwendet) → Feuchtigkeitspflege → tagsüber zusätzlich Sonnenschutz.

Morgens:

  • Milde Reinigung
  • Optional: sehr sanfter AHA- oder BHA-Toner (nur, wenn Ihre Haut das wirklich gut verträgt)
  • Leichte Feuchtigkeitspflege
  • Immer: Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor

Retinol ist in den meisten Routinen abends besser aufgehoben. Tagsüber steht der Schutz im Vordergrund – insbesondere vor UV-Strahlung, die die Haut ohnehin beansprucht.

Abends:

  • Milde Reinigung
  • AHA- oder BHA-Produkt (nicht zwingend täglich, sondern je nach Verträglichkeit)
  • Retinol (an dafür vorgesehenen Abenden, nicht zwangsläufig im direkten Anschluss an Säuren)
  • Zum Schluss eine Feuchtigkeitscreme, die beruhigt und möglichst reizarm formuliert ist

Wenn Ihre Haut zu Rötungen, Trockenheit oder Reaktionen neigt, kann es sinnvoll sein, Säuren und Retinol nicht am selben Abend zu verwenden. Ein praktikabler Ansatz: bestimmte Abende nur mit Säuren, andere nur mit Retinol – dazwischen immer pflegende, schützende Produkte.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Zu schnell, zu viel, zu oft
Retinol und Säuren funktionieren nicht nach dem Motto „mehr bringt mehr“. Höhere Frequenz oder Menge steigern eher das Reizpotenzial als das Ergebnis. Die Haut braucht Zeit, um sich anzupassen.

Alle starken Wirkstoffe an einem Abend
Retinol, AHA und BHA in einer Routine zu schichten, ist für robuste Haut manchmal noch tolerierbar, für die meisten aber zu viel. Gerade bei sensibler oder bereits gereizter Haut ist ein klarer Fokus pro Abend – entweder Retinol oder Säure – deutlich sinnvoller.

Feuchtigkeitspflege weglassen aus Angst vor „Fettfilm“
Aus Sorge vor Glanz oder Unreinheiten komplett auf Feuchtigkeit zu verzichten, ist kontraproduktiv. Bekommt die Haut zu wenig Feuchtigkeit, kompensiert sie häufig mit mehr Talgproduktion. Besser: leichte, nicht komedogene Texturen auswählen, statt die Pflege ganz zu streichen.

Kein oder zu wenig Sonnenschutz
Aktive Wirkstoffe wie Retinol und Säuren erhöhen die Lichtempfindlichkeit. Ohne konsequenten Sonnenschutz steigt das Risiko für UV-Schäden, Pigmentverschiebungen und vorzeitige Hautalterung. Ein guter Lichtschutz ist in solchen Routinen kein optionales Extra, sondern Pflicht.


Erprobte Tipps für eine ausgeglichene, gepflegte Hautbarriere

  • Langsam starten:
    Retinol zunächst ein- bis zweimal pro Woche einsetzen, ebenso AHA/BHA. Erst wenn die Haut über mehrere Wochen ruhig bleibt, kann man die Häufigkeit vorsichtig steigern.

  • „Sandwich-Methode“ bei sensibler Haut:
    Zuerst eine leichte Feuchtigkeitspflege, dann Retinol, anschließend noch einmal eine beruhigende Creme darüber. Das schwächt die Intensität etwas ab, erhöht aber oft die Verträglichkeit deutlich.

  • Säuren abwechseln statt schichten:
    Bei empfindlicher oder reaktiver Haut entweder AHA oder BHA einsetzen – nicht beide übereinander. Je nach Hauttyp können Sie tageweise wechseln oder bei einer Säureform bleiben.

  • Auf unterstützende Inhaltsstoffe achten:
    In Feuchtigkeitspflegen sind feuchtigkeitsbindende und beruhigende Komponenten hilfreich, etwa Glycerin, Hyaluronsäure, Panthenol oder milde Pflanzenextrakte. Sie lindern Spannungsgefühl und beugen ausgeprägter Trockenheit vor.

  • Auf das Hautgefühl hören:
    Anhaltendes Brennen, deutliche Rötungen oder schuppende, raue Stellen sind keine „normale Eingewöhnung“, sondern ein Zeichen, dass Ihre Haut überfordert ist. Dann gilt: Frequenz reduzieren, Wirkstoffe pausieren und sich vorübergehend auf milde Reinigung plus barrierestärkende Pflege beschränken.


Kurz zusammengefasst

Retinol und AHA/BHA-Säuren können die Haut sichtbar glatter, ebenmäßiger und feinporiger wirken lassen – vorausgesetzt, sie werden wohldosiert und mit Bedacht kombiniert. Die passende Feuchtigkeitspflege wirkt dabei wie ein Puffer: Sie stabilisiert die Hautbarriere, reduziert Trockenheit und macht aktive Wirkstoffe in vielen Fällen erst gut verträglich. Entscheidend sind eine durchdachte Reihenfolge, ein langsamer Einstieg und konsequenter Sonnenschutz. So nutzen Sie die Vorteile der Wirkstoffe, ohne Ihre Haut unnötig zu strapazieren.


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