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Wie bestimme ich meinen Hauttyp zuverlässig, ohne eine professionelle Hautanalyse zu machen?

Welcher Hauttyp bin ich wirklich? So finden Sie es selbst zuverlässig heraus

Viele Pflegeempfehlungen beginnen mit dem Hinweis: „Zuerst sollten Sie Ihren Hauttyp kennen.“ Klingt simpel, ist im Alltag aber oft erstaunlich schwierig – vor allem, wenn man keine professionelle Hautanalyse machen lässt. Trotzdem müssen Sie dafür nicht ins Kosmetikstudio: Mit ein paar gezielten Beobachtungen können Sie Ihren Hauttyp recht zuverlässig selbst einschätzen. Im Folgenden geht es darum, woran Sie die wichtigsten Hauttypen erkennen, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen – und welche typischen Denkfehler Sie besser vermeiden.


Was bedeutet „Hauttyp“ überhaupt – und warum ist er so wichtig?

Wenn von Hauttypen die Rede ist, geht es im Kern um zwei Dinge:
Wie viel Fett (Talg) produziert Ihre Haut – und wie gut hält sie Feuchtigkeit?

Daraus ergeben sich die klassischen Kategorien:

  • normale Haut
  • trockene Haut
  • fettige Haut
  • Mischhaut

Unabhängig davon kann Haut zusätzlich empfindlich sein und schnell reagieren.

Ihr Hauttyp bestimmt unter anderem:

  • wie schnell Sie glänzen
  • ob sich Ihre Haut eher entspannt oder gespannt anfühlt
  • ob Sie eher zu Unreinheiten neigen oder zu Schüppchen und Rötungen

Wenn Sie das Grundverhalten Ihrer Haut kennen, lassen sich Pflegeprodukte deutlich gezielter auswählen. Sie vermeiden überpflegende Produkte, falsche Texturen und unnötige Reizungen – und geben Ihrer Haut damit langfristig bessere Chancen, im Gleichgewicht zu bleiben.


Die einfachste Methode: Die „Nackt-Haut“-Beobachtung zu Hause

Um Ihren Hauttyp möglichst nüchtern zu beurteilen, hilft ein kurzer, klar strukturierter Test.

Schritt 1: Gesicht sanft reinigen
Reinigen Sie Ihr Gesicht abends oder morgens mit einem milden, nicht austrocknenden Reiniger. Spülen Sie mit lauwarmem Wasser gründlich nach.

Schritt 2: Nichts auftragen und abwarten
Tupfen Sie die Haut vorsichtig trocken – nicht rubbeln – und lassen Sie sie dann 30 bis 60 Minuten komplett in Ruhe. Keine Creme, kein Serum, keine Sonnencreme. In dieser Zeit zeigt die Haut, wie sie sich „von Haus aus“ verhält.

Schritt 3: Beobachten und fühlen
Nach der Wartezeit betrachten Sie Ihre Haut bei gutem Licht und fühlen mit sauberen Fingern nach:

  • Fühlt sich die Haut insgesamt ausgeglichen an – weder fettig noch trocken?
    → spricht eher für normale Haut

  • Wirkt sie rau, spannt oder schuppt, vor allem an Wangen und Stirn?
    → spricht eher für trockene Haut

  • Glänzt sie deutlich, fühlt sich weich bis ölig an und neigt zu Unreinheiten?
    → spricht eher für fettige Haut

  • Glänzen vor allem Stirn, Nase und Kinn (T‑Zone), während die Wangen normal oder trocken sind?
    → spricht eher für Mischhaut

Optional: Taschentuch-Test
Legen Sie ein einfaches Papiertaschentuch vorsichtig auf Stirn, Nase, Kinn und Wangen und drücken Sie leicht an.

  • kaum oder keine Fettspuren → eher normal bis trocken
  • deutliche Fettspuren auf allen Bereichen → eher fettige Haut
  • Fettspuren vor allem in der T‑Zone → eher Mischhaut

Häufige Stolperfallen bei der Selbsteinschätzung

1. Hautzustand mit Hauttyp verwechseln
Dehydrierte, also feuchtigkeitsarme Haut, kann sowohl trocken als auch fettig aussehen. Wenn die Haut gleichzeitig spannt und glänzt, steckt oft in erster Linie Feuchtigkeitsmangel dahinter – nicht nur „zu viel Fett“ oder „zu wenig Fett“.

2. Direkt nach der Reinigung beurteilen
Unmittelbar nach dem Waschen wirkt jede Haut kurzfristig trockener und empfindlicher. Eine sinnvolle Einschätzung ist erst möglich, wenn Sie mindestens 30 Minuten gewartet haben.

3. Einzelne Unreinheiten überbewerten
Ein Pickel hier und da macht die Haut nicht automatisch „fettig“. Entscheidend ist das Grundmuster über mehrere Tage: Glanz, Porenbild, Talgfilm – nicht die eine Entzündung, die gerade auffällt.

4. Jahreszeit und Umgebung ignorieren
Im Winter wirkt die Haut durch trockene Heizungsluft und Kälte oft spröder und trockener, im Sommer durch Wärme und Schweiß eher fettiger. Beobachten Sie, ob sich das Hautverhalten mit Jahreszeiten, Klima oder Umgebung spürbar verändert.


Alltagstaugliche Tipps, wenn Sie Ihren Hauttyp kennen – oder noch unsicher sind

  • Bei normaler Haut:
    Milde Reinigung, leichte, ausgleichende Pflege. Ziel ist, das vorhandene Gleichgewicht zu erhalten – nicht, möglichst viel zu tun.

  • Bei trockener Haut:
    Sanfte, eher nicht oder nur wenig schäumende Reinigung. Pflege, die Feuchtigkeit bindet und die Hautbarriere stärkt (z. B. mit Ceramiden, Glycerin, Hyaluron). Zu aggressive Produkte verschärfen Spannungsgefühl und Schuppung.

  • Bei fettiger Haut:
    Leichte, nicht komedogene Texturen, die Feuchtigkeit bringen, ohne zusätzlich zu fetten. Zu häufiges, starkes Entfetten oder „Abschrubben“ kann die Talgproduktion eher anregen als bremsen.

  • Bei Mischhaut:
    Ggf. unterschiedliche Produkte für verschiedene Zonen: leichter in der T‑Zone, reichhaltiger oder schützender auf trockenen Wangen. Mischhaut muss nicht mit einem einzigen Produkt „erzogenen“ werden.

  • Bei empfindlicher Haut (egal welcher Typ):
    Neue Produkte langsam einführen, zunächst an einer kleinen Stelle am Rand des Gesichts testen. Weniger ist hier oft mehr – kurze INCI-Listen, wenig Duftstoffe, keine unnötigen Reizstoffe.


Kurz zusammengefasst

Eine professionelle Analyse kann hilfreich sein, ist aber nicht zwingend nötig. Entscheidend ist, Ihre Haut in einem möglichst neutralen Zustand zu beobachten: nach einer sanften Reinigung, mit etwas zeitlichem Abstand und ohne direkt im Anschluss Pflege aufzutragen. Achten Sie auf Glanz, Spannungsgefühl, Rauigkeit und darauf, wie sich diese Merkmale im Gesicht verteilen.

Perfekt passende Schubladen gibt es kaum – viele bewegen sich zwischen zwei Typen oder wechseln je nach Jahreszeit. Wichtiger als die exakte Bezeichnung ist, wie sich Ihre Haut im Alltag anfühlt und reagiert – und dass Sie bereit sind, Ihre Pflege bei Bedarf anzupassen.


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