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Welche Inhaltsstoffe sind in Handcremes besonders pflegend?

Welche Inhaltsstoffe Handcremes wirklich pflegend machen

Gepflegte Hände sind nicht nur eine Frage der Optik. Wenn die Haut weich und geschmeidig ist, fühlt sie sich angenehmer an, wirkt glatter und ist weniger anfällig für Risse, Spannungsgefühl und Trockenheit. Gleichzeitig strapazieren wir unsere Hände ständig: häufiges Waschen, Desinfizieren, Klimaanlagen, Kälte, Reinigungsmittel. Umso mehr hängt das Ergebnis davon ab, welche Handcreme wir benutzen – und was tatsächlich in ihr steckt.

Doch was genau leisten „Feuchtigkeitsspender“, „Rückfetter“ oder „Barriere-Schutz“ eigentlich? Und welche Inhaltsstoffe sind in Handcremes wirklich hilfreich?

Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Wirkstoffgruppen, wie sie funktionieren und worauf Sie beim Kauf praktisch achten können.


Was unsere Hände wirklich brauchen: Feuchtigkeit, Fett und Schutz

Die Haut an den Händen ist vergleichsweise dünn und besitzt nur wenige Talgdrüsen. Sie hat also weniger „eingebaute“ Fettversorgung und trocknet deutlich schneller aus als andere Körperpartien. Daher setzen Handcremes im Kern auf drei Wirkprinzipien:

1. Feuchtigkeitsbindende Inhaltsstoffe (Humectants)
Sie ziehen Wasser in die oberen Hautschichten und helfen, es dort zu halten. Typische Vertreter sind:

  • Glycerin
  • Hyaluronsäure
  • Urea (Harnstoff)
  • Milchsäure und ihre Salze (Lactate)
  • Propandiol, Sorbitol und andere Zuckeralkohole

2. Rückfettende und weichmachende Stoffe (Emollients)
Sie sorgen dafür, dass sich die Haut wieder weich und elastisch anfühlt, und glätten raue Stellen. Häufig verwendet werden etwa:

  • Pflanzliche Öle (z. B. aus Nüssen, Samen oder Kernen)
  • Pflanzliche Buttern (z. B. aus Samen oder Früchten)
  • Fettsäuren und deren Ester (z. B. Stearinsäurederivate)
  • Squalan (ein hautverwandter Fettstoff)

3. Barriere-stärkende Komponenten (Okklusiva und Barrierelipide)
Sie bilden einen feinen Film auf der Hautoberfläche und bremsen den Wasserverlust. Dazu zählen etwa:

  • Wachse (pflanzlicher oder mineralischer Herkunft)
  • Silikonöle wie Dimethicone
  • Ceramide und andere Hautlipide

Das Zusammenspiel aus Feuchtigkeit, Fett und Barriere-Schutz ist letztlich die Grundlage jeder wirksamen Handcreme – erst die Kombination macht die Pflege wirklich stabil.


So lesen Sie die Inhaltsstoffliste Ihrer Handcreme sinnvoll

Mit einem groben Verständnis der INCI-Liste (Ingredients) lässt sich schnell einschätzen, wofür eine Handcreme gemacht ist und wie „pflegend“ sie wahrscheinlich wirkt:

  • Glycerin relativ weit vorne
    Steht Glycerin unter den ersten Positionen, spricht das dafür, dass die Creme gut Feuchtigkeit binden kann.

  • Urea oder Milchsäure-Derivate
    Diese Stoffe sind besonders interessant bei trockener, rauer oder leicht schuppiger Haut, die mehr Feuchtigkeit und eine sanfte Abschuppung benötigt.

  • Pflanzliche Öle und Butter
    Sie unterstützen die Hautbarriere, liefern Fettsäuren und machen die Haut fühlbar geschmeidiger.

  • Ceramide oder „lipid-repair“-Komplexe
    Solche Bezeichnungen weisen auf eine Formulierung hin, die gezielt auf die Stärkung der Hautbarriere abzielt.

Wer beruflich viel mit Wasser, Reinigungsmitteln oder Kälte zu tun hat, profitiert oft von reichhaltigeren Formulierungen mit mehr Fetten, Wachsen und filmbildenden Stoffen – besonders abends oder als Art „Handmaske“ über Nacht.


Typische Stolperfallen bei Handcremes – und wie Sie sie erkennen

Einige Punkte werden im Alltag leicht übersehen:

Zu viel Duft bei gereizter Haut
Duftstoffe sorgen zweifellos für ein angenehmes Pflegeerlebnis. Die Kehrseite: Empfindliche, rissige oder entzündlich reagierende Haut kann auf Parfüm schnell gereizt reagieren. In solchen Phasen sind eher schlichte, dezente Formulierungen ohne Duft oder mit sehr wenig Parfüm im Vorteil.

Hoher Alkoholgehalt bei sehr trockenen Händen
Bestimmte Alkohole werden als Lösungsmittel, zur Konservierung oder für ein „leichtes“ Hautgefühl eingesetzt. In höheren Konzentrationen können sie die Haut jedoch zusätzlich austrocknen. Bei stark trockenen Händen lohnt sich daher ein Blick auf die Anfangspositionen der INCI-Liste.

Zu leichte Texturen bei stark beanspruchten Händen
Gelartige oder sehr dünnflüssige Cremes ziehen oft schnell ein und kleben nicht – das ist praktisch, aber bei stark belasteter, rissiger oder spröder Haut häufig zu wenig. Hier braucht es meist eine reichhaltigere, fettreichere Pflege, zumindest ergänzend am Abend oder in Ruhephasen.


Erprobte Inhaltsstoffe für geschmeidige, widerstandsfähige Hände

Einige Wirkstoffkombinationen haben sich in der Handpflege besonders bewährt:

  • Glycerin + Urea
    Eine häufige Kombination bei trockener, rauer Haut, da beide die Feuchtigkeit binden und die Hautoberfläche glatter und praller wirken lassen können.

  • Hyaluronsäure
    Geeignet für ein angenehmes, eher leichtes Feuchtigkeitsgefühl, ohne stark zu kleben.

  • Pflanzliche Öle und Butter
    Sie liefern unterschiedliche Fettsäuren, unterstützen die Lipidbarriere und machen die Haut weich – beliebt sind vor allem Samen- und Nussöle.

  • Ceramide, Cholesterin, Fettsäuren
    Diese hautverwandten Lipide können dazu beitragen, die natürliche Barriere zu stabilisieren und die Haut widerstandsfähiger gegen Reize zu machen.

  • Panthenol (Provitamin B5) und Allantoin
    Beide werden häufig zur Pflege strapazierter, geröteter oder leicht gereizter Haut eingesetzt und können das Wohlgefühl der Haut verbessern.

Bei sehr trockenen, zu Rissen neigenden Händen lohnt es sich, gezielt nach Formulierungen zu suchen, die Feuchthaltemittel, rückfettende Substanzen und Barrierelipide kombinieren – also nicht nur „leicht pflegen“, sondern strukturell unterstützen.


Kurz zusammengefasst

Eine gute Handcreme verbindet Feuchtigkeitsspender, rückfettende Komponenten und Barriere-Schutz. Zu den zentralen Bausteinen zählen Glycerin, Urea, Hyaluronsäure, verschiedene pflanzliche Öle und Buttern sowie hautverwandte Lipide wie Ceramide. Entscheidend ist, dass Textur und Zusammensetzung zu Ihrem Alltag und Ihrem Hautzustand passen: eher leichte Formulierungen für zwischendurch, reichhaltigere Varianten bei starker Belastung, ausgeprägter Trockenheit oder für die Nacht.


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