Telefon 022 / 5180121
Wie lange sollte ich Produkten Zeit geben, bevor ich das nächste auftrage?

Wie viel Zeit lässt man der Haut? So finden Sie das richtige Tempo zwischen den Produkten

Wer mehrere Pflegeprodukte verwendet, stolpert früher oder später über dieselbe Frage: Wie lange warte ich, bevor das nächste Produkt dran ist? Alles direkt hintereinander auftragen oder dazwischen eine Pause lassen? Das klingt nach Detail, entscheidet aber mit darüber, wie gut Wirkstoffe arbeiten, wie sich Ihre Routine anfühlt – und ob sich Produkte auf der Haut vertragen. In diesem Text geht es darum, worauf es wirklich ankommt, welche Faustregeln alltagstauglich sind und in welchen Situationen sich etwas mehr Geduld lohnt.


Warum die Reihenfolge und das Timing in der Pflegeroutine überhaupt eine Rolle spielen

Die Haut ist kein Fass ohne Boden. Sie nimmt nur begrenzt auf – und wie viel, hängt von der Formulierung ab. Produkte unterscheiden sich in Textur und Aufbau: wässrig, gelartig, cremig, balmartig oder ölig. Wie schnell etwas einzieht, hängt vom Verhältnis von Wasser zu Fett ab – und davon, was schon darunter liegt.

Wasserbasierte Produkte wie Toner oder leichte Seren ziehen meist recht zügig weg. Reichhaltigere Cremes, Balms oder Öle bleiben länger an der Oberfläche, weil sie einen Film bilden und eher „abschließen“.

Wenn Sie zu schnell schichten, kann es passieren, dass

  • Produkte sich auf der Haut abrollen
  • Texturen sich ungünstig mischen und stumpf oder pastig wirken
  • einzelne Wirkstoffe nicht optimal zur Wirkung kommen

Ziel ist nicht, möglichst lange zu warten, sondern den Moment zu erwischen, in dem ein Produkt seine erste „Runde“ gemacht hat: größtenteils eingezogen, ohne dass sich die Haut trocken oder angespannt anfühlt.


Schritt für Schritt: So viel Zeit brauchen typische Produkte zwischen den Schritten

Eine Skincare-Routine ist kein Laborversuch, Sie brauchen keine Stoppuhr. Ein paar grobe Anhaltspunkte reichen.

1. Nach Reinigung und Toner
Nach einem flüssigen Toner oder einer Essenz reichen in der Regel 30 Sekunden bis 1 Minute. Die Haut darf dann noch leicht feucht sein – das hilft vielen Seren sogar beim Verteilen und Einziehen.

2. Nach wasserbasierten Seren
Leichte, flüssige Seren kommen mit etwa 1–2 Minuten gut zurecht. Warten Sie, bis die Hautoberfläche nicht mehr klar feucht oder klebrig-nass wirkt, sondern eher glatt oder nur minimal „tacky“.

3. Nach etwas reichhaltigeren Seren oder Lotionen
Gelcremes, milchige Fluids oder emulgatorreiche Lotionen profitieren von 2–3 Minuten Pause. Besonders, wenn anschließend eine Creme darüberkommt, verringert das die Gefahr, dass sich alles zu einem schwereren, schmierigeren Film verbindet.

4. Nach Creme oder Feuchtigkeitspflege
Eine Tages- oder Nachtcreme dürfen Sie gerne 3–5 Minuten sitzen lassen, bevor – falls gewünscht – Gesichtsöl, Sonnenschutz oder Make-up folgen. Die Haut sollte sich dann weich und gepflegt anfühlen, aber nicht glitschig.

5. Vor Sonnenschutz
Sonnenschutz funktioniert am besten auf einer Haut, die gepflegt, aber nicht rutschig ist. Nach der Feuchtigkeitscreme sind ungefähr 5 Minuten ein guter Richtwert, damit Sie den SPF gleichmäßig verteilen können und er sich nicht mit der Creme verschiebt.

All das sind Annäherungen. Entscheidend bleibt, was Ihre eigene Haut signalisiert.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Zu viel Produkt in zu kurzer Zeit
Wenn sich Produkte „abrubbeln“, kleine Würstchen bilden oder sich wie Krümel von der Haut lösen, war es meist zu viel Produkt oder zu wenig Abstand zwischen den Schritten. Weniger Menge und ein kurzer Moment mehr Luft dazwischen lösen das Problem häufig sofort.

Auf trockene, gespannte Haut warten
Wer wartet, bis die Haut völlig trocken oder bereits spannt, übertreibt es schnell. In dieser Phase ist die Haut eher empfänglicher für Reizungen als für Pflege. Ideal ist: noch leicht feucht, komfortabel, ohne Spannungsgefühl.

Neue Wirkstoffe ohne Beobachtung schichten
Bei neuen oder potenziell reizenden Wirkstoffen (z. B. Retinoide, starke Säuren, hoch dosiertes Vitamin C) ist hektisches Schichten unglücklich. Wichtiger als die genaue Sekundenzahl ist hier, über mehrere Tage zu beobachten, wie Ihre Haut reagiert – und notfalls Abstände zu vergrößern oder die Kombination zu vereinfachen.


Erprobte Tipps, mit denen Ihre Routine entspannter und wirksamer wird

  • Nutzen Sie die Wartezeit nebenbei: Statt „auf die Creme zu warten“, putzen Sie in der Zeit die Zähne, föhnen die Haare oder legen Kleidung zurecht. So entstehen automatisch sinnvolle Pausen, ohne dass Sie daran denken müssen.
  • Mehr beobachten, weniger zählen: Fühlt sich die Haut deutlich nass oder glitschig an, warten Sie noch etwas. Fühlt sie sich durchfeuchtet, aber nicht rutschig an, kann das nächste Produkt kommen.
  • Weniger Schichten, klarere Routine: Je weniger Lagen, desto weniger Reibungspunkte beim Timing. Eine übersichtliche Routine mit gut gewählten Produkten funktioniert oft besser als fünf mittelgute Extraschritte.
  • Neues langsam integrieren: Neue Produkte am besten einzeln einbauen und der Haut ein paar Tage Zeit geben, bevor der nächste Kandidat dazukommt. So erkennen Sie Ursache und Wirkung deutlich leichter.

Kurz zusammengefasst

Eine universelle „perfekte“ Wartezeit gibt es nicht, aber praktikable Richtwerte schon: Zwischen sehr flüssigen und reichhaltigen Schritten liegen in der Regel 30 Sekunden bis 5 Minuten, je nach Textur. Wichtiger als jede Zahl ist der Zustand Ihrer Haut: leicht feucht, angenehm, nicht rutschig und nicht trocken-ziehend. Wenn Sie Produkte kurz einziehen lassen, nicht unnötig viel schichten und Ihre Haut aufmerksam beobachten, finden Sie ein Tempo, das zu Ihnen und Ihrem Alltag passt.


Ähnliche Fragen