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Welche Körperpflege ist bei Neurodermitis- oder Psoriasis-gefährdeter Haut geeignet?

Sanfte Körperpflege bei Neurodermitis- oder Psoriasis-gefährdeter Haut

Wenn die Haut schnell gereizt reagiert: Warum die richtige Pflege so wichtig ist

Wer zu Neurodermitis oder Psoriasis neigt, weiß oft schon nach Kleinigkeiten, wie empfindlich die Haut reagieren kann. Ein bisschen trockene Heizungsluft, ein neues Duschgel – und plötzlich juckt, spannt oder schuppt sie. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch neue Schübe begünstigen.

Ganz verhindern lässt sich die Veranlagung zwar nicht. Aber Sie können die Bedingungen für Ihre Haut deutlich verbessern. Eine durchdachte, sanfte Körperpflege stärkt die Hautbarriere und kann Beschwerden merklich abmildern. Im Folgenden geht es darum, worauf Sie bei Reinigung, Pflege und im Alltag konkret achten sollten – ohne unnötiges Fachchinesisch, aber mit Empfehlungen, die sich gut umsetzen lassen.

Empfindliche Haut verstehen: Was sie von Pflege wirklich braucht

Bei zu Neurodermitis oder Psoriasis neigender Haut ist die Schutzfunktion der Haut häufig eingeschränkt. Das hat mehrere Folgen:

  • Die Haut verliert schneller Feuchtigkeit.
  • Reizstoffe, Duftstoffe oder Tenside können leichter eindringen.
  • Die Haut reagiert schneller mit Rötungen, Juckreiz oder Trockenheit.

Pflege hat deshalb im Kern zwei Aufgaben:

  1. Feuchtigkeit zuführen und binden – zum Beispiel mit Inhaltsstoffen wie Glycerin oder Harnstoff in niedriger Dosierung (bei sehr empfindlicher oder rissiger Haut zunächst vorsichtig testen).
  2. Die Hautbarriere stärken – etwa durch rückfettende Bestandteile wie natürliche Öle, Ceramide oder Lipide, die den schützenden Fettfilm der Haut unterstützen.

Genauso wichtig ist die Kehrseite: alles zu vermeiden, was zusätzlich reizt. Dazu zählen intensive Duftstoffe, hoher Alkoholanteil, grobe oder häufige Peelings und stark schäumende, stark entfettende Reinigungsprodukte.

Sanfte Routine von Kopf bis Fuß: So pflegen Sie Ihre Haut im Alltag

Aufwendig muss die Pflege nicht sein. Entscheidend ist, dass Sie eine einfache Routine finden, die Sie wirklich durchhalten – und nicht ständig alles umwerfen. Orientierung kann diese Struktur geben:

1. Reinigung schonend gestalten

  • Kurz und nicht zu heiß duschen (lauwarm ist ideal, auf sehr heißes Wasser besser verzichten).
  • Milde Duschöle oder cremige Waschlotionen verwenden, möglichst ohne Duftstoffe.
  • Nur dort gründlich reinigen, wo es nötig ist (Achseln, Intimbereich, Füße), den restlichen Körper nicht jedes Mal stark einseifen.

2. Innerhalb weniger Minuten eincremen

  • Direkt nach dem Abtrocknen, solange die Haut noch leicht feucht ist, eine feuchtigkeitsspendende, rückfettende Pflege auftragen.
  • Täglich eincremen – auch in ruhigeren Phasen, damit die Hautbarriere stabil bleibt und Schübe weniger Angriffsfläche haben.

3. Lokal intensiver pflegen

  • Besonders trockene oder schuppige Zonen wie Schienbeine, Ellbogen oder Hände gezielt häufiger eincremen.
  • Neue Produkte an sehr empfindlichen Stellen zuerst kleinflächig testen, statt sie sofort großflächig aufzutragen.

4. Kleidung und Umgebung mitdenken

  • Weiche, atmungsaktive Stoffe wie Baumwolle bevorzugen; Wolle und synthetische, kratzige Materialien können irritieren.
  • Reibung durch enge Nähte, grobe Stoffe oder scheuernde Etiketten möglichst vermeiden.
  • Auf angenehme Raumluft achten: nicht zu trocken, bei Bedarf Luftbefeuchtung nutzen – vor allem in der Heizperiode.

Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Viele Menschen mit empfindlicher, zu Neurodermitis oder Psoriasis neigender Haut geraten in gut gemeinte, aber ungünstige Pflegeroutinen. Häufig sind es diese Punkte:

  • Zu heißes und zu häufiges Duschen oder Baden
    Heißes Wasser und lange Dusch- oder Badezeiten lösen Fette aus der Haut und trocknen sie aus. Besser: maximal einmal täglich kurz duschen, Vollbäder nur selten und eher als Pflegebad mit Ölzusatz.

  • Stark duftende Produkte
    Duftstoffe sind ein häufiger Reizfaktor. Neutral oder dezent formulierte Produkte ohne intensive Parfümierung sind meist verträglicher – auch wenn sie im Regal weniger „verlockend“ wirken.

  • Mechanische Peelings und raue Schwämme
    Schrubben macht die Haut nicht „sauberer“, sondern belastet sie zusätzlich. Bei empfindlicher Haut besser auf Körperpeelings verzichten oder sie, nach ärztlicher Rücksprache, nur in stabilen Phasen sehr zurückhaltend einsetzen.

  • Ständiger Produktwechsel
    Die Haut braucht Konstanz. Wer ständig neue Cremes und Duschgels ausprobiert, setzt sie immer wieder neuen möglichen Reizstoffen aus. Wenn Sie etwas gut vertragen, ist es oft klug, zunächst dabei zu bleiben.

Alltagsnahe Tipps für mehr Hautkomfort Tag für Tag

  • Pflege zur Routine machen: Stellen Sie Ihre Körperpflege so hin, dass Sie nach dem Duschen automatisch daran erinnert werden – sichtbar im Bad, nicht hinten im Schrank.
  • Reizarm waschen: Waschmittel sparsam dosieren, möglichst ohne starke Duftstoffe wählen und Weichspüler, wenn überhaupt, nur in kleinen Mengen verwenden. Rückstände in Kleidung und Handtüchern können die Haut sonst zusätzlich stressen.
  • Stress im Blick behalten: Stress gehört zu den Faktoren, die Schübe mit beeinflussen können. Regelmäßige Pausen, Spaziergänge, Atemübungen oder andere Entspannungsrituale sind keine „Wunderwaffe“, können aber helfen, die Haut insgesamt ruhiger zu halten.
  • Eigene Grenzen respektieren: Es gibt keine Pflege, die allen gleichermaßen guttut. Beobachten Sie Ihre Haut: Wenn etwas brennt, juckt oder sich verschlechtert, muss es nicht „durchgestanden“, sondern kann konsequent weggelassen werden.

Kurz zusammengefasst

Bei Neurodermitis- oder Psoriasis-gefährdeter Haut ist eine sanfte, verlässliche Körperpflege zentral. Entscheidend sind milde, duftstoffarme Reinigungsprodukte, lauwarmes statt heißem Wasser, regelmäßiges Eincremen mit feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Formulierungen sowie der bewusste Verzicht auf mechanische Reize und aggressive Wirkstoffe. Die Veranlagung lässt sich damit nicht „wegpflegen“, aber Sie können Ihre Haut so unterstützen, dass sie insgesamt ruhiger, geschmeidiger und belastbarer wird.

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