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Darf man Lippen und die Augenpartie peelen und wenn ja, welche Produkte sind dafür geeignet?

Sanft statt rubbeln: So peelen Sie Lippen und Augenpartie richtig

Peelings gehören für viele ganz selbstverständlich zur Pflegeroutine – bis es an Lippen und Augen geht. Dann tauchen Fragen auf: Darf man dort überhaupt peelen? Und wenn ja, womit, ohne die Haut unnötig zu strapazieren?
Im Folgenden geht es darum, wie Sie diese sensiblen Bereiche schonend behandeln, welche Peeling-Arten geeignet sind – und was Sie besser bleiben lassen.


Empfindliche Zonen verstehen: Warum Lippen und Augen besondere Pflege brauchen

Die Haut an Lippen und rund um die Augen unterscheidet sich deutlich vom restlichen Gesicht.

  • Lippen haben so gut wie keine Talgdrüsen und damit auch keinen stabilen Schutzfilm. Sie trocknen schneller aus, werden schuppig, reißen leicht ein und fühlen sich dann rau oder gespannt an.
  • Die Augenpartie ist sehr dünn, schlecht gepolstert und reagiert empfindlich auf Reibung, Zug und reizende Inhaltsstoffe. Hier werden Fehler in der Pflege schnell sichtbar.

Beide Bereiche können gepeelt werden – aber nur mit sehr milden Methoden und deutlich seltener als Stirn, Nase oder Wangen. Ziel ist nicht „tiefenreine“ Haut, sondern das vorsichtige Lösen loser Schüppchen, ohne die Barriere zu schwächen oder die feinen Gefäße zu stressen.


So peelen Sie Lippen und Augenpartie sicher und alltagstauglich

Lippen: sanft glätten statt schrubben

Für die Lippen kommen vor allem zwei Varianten infrage:

  • Sehr milde mechanische Peelings
    Feine, abgerundete Peelingpartikel oder Zuckerkristalle können trockene Schüppchen lösen, wenn sie mit Fingerspitzengefühl eingesetzt werden. Entscheidender als das Produkt ist dabei die Art der Anwendung: wenig Druck, kurze Dauer, keine „Scheuerbewegungen“.

  • Enzym- oder sehr milde chemische Peelings
    Formulierungen mit sanften Enzymen oder niedrig dosierten Fruchtsäuren lösen abgestorbene Zellen, ohne dass gerubbelt werden muss. Sie kommen auf die Lippen, wirken kurz ein und werden dann gründlich entfernt.

So gehen Sie vor:

  1. Lippen leicht anfeuchten.
  2. Peeling mit dem Finger auftragen und maximal 30 Sekunden mit minimalem Druck einmassieren – bei enzymatischen Produkten nur auftragen und einwirken lassen.
  3. Mit lauwarmem Wasser abnehmen.
  4. Anschließend immer eine reichhaltige, schützende Lippenpflege auftragen.

Augenpartie: wenn Peeling, dann nur gezielt und extrem mild

Rund um die Augen gilt: weniger Experiment, mehr Vorsicht. Mechanische Peelings mit Körnchen gehören hier nicht hin. Besser geeignet sind:

  • Milde chemische Peelings fürs Gesicht, die ausdrücklich auch für die Augenpartie freigegeben sind (Hinweis auf Verpackung oder in der Gebrauchsanleitung).
  • Sehr milde Fruchtsäuren oder PHA (Polyhydroxysäuren) in niedriger Konzentration, entwickelt für empfindliche und trockene Haut.

Anwendung:

  1. Produkt nicht an den Wimpernrand bringen und nicht in die Nähe des inneren Augenwinkels.
  2. Eine kleine Menge mit dem Ringfinger im Bereich der „Krähenfüße“ oder sanft unter dem Auge auftupfen, nicht reiben.
  3. Einwirkzeit laut Anleitung einhalten und das Produkt anschließend – sofern vorgesehen – vorsichtig abnehmen oder einziehen lassen.
  4. Tagsüber konsequent Sonnenschutz nutzen, weil Peelings die Haut lichtempfindlicher machen können.

Typische Stolperfallen – und wie Sie Ihre Haut schützen

  • Zu grobe Peelings auf Lippen und Augen
    Scharfkantige Körner können die Haut verletzen, auch wenn man es im Moment nicht merkt.
  • Zu häufige Anwendung
    Tägliches Peeling ist für diese Zonen in der Regel zu viel. Für die Lippen reicht meist 1× pro Woche, für die Augenpartie oft noch seltener.
  • Reiben, Ziehen, Rubbeln
    Mechanischer Stress reizt die Haut und kann langfristig das feine Bindegewebe schwächen.
  • Ungeeignete Wirkstoffe
    Hoch dosierte Säuren, viel Alkohol oder stark parfümierte Produkte sind hier meistens keine gute Idee.
  • Peeling auf bereits geschädigter Haut
    Bei offenen Stellen, Rissen, Ekzemen oder akuten Entzündungen sollte grundsätzlich nicht gepeelt werden.

Praxistipps für glatte Lippen und eine feine Augenpartie

  • Peeling-Frequenz niedrig halten
    Lippen: etwa 1× pro Woche, bei sehr trockener, sensibler Haut eher alle 10–14 Tage.
    Augenpartie: nur nach Bedarf und ausschließlich mit dafür zugelassenen, milden Produkten.

  • Vorbereitung und Nachpflege ernst nehmen
    Vorher: Sanft reinigen, gereizte oder verletzte Bereiche aussparen.
    Nachher: Lippen mit einer Pflege mit Fetten und Feuchthaltemitteln versorgen, Augenpartie mit einer beruhigenden, nicht reizenden Creme pflegen.

  • Sanfte Alternativen nutzen
    Ein weiches, angefeuchtetes Tuch reicht bei den Lippen oft, um lose Schüppchen zu lösen – völlig ohne klassisches Peelingprodukt.

  • Auf die Hautreaktion achten
    Brennen, starke Rötung, Juckreiz oder anhaltendes Spannungsgefühl sind Warnsignale. In diesem Fall Produkt entfernen, Anwendungshäufigkeit prüfen und gegebenenfalls auf eine mildere Variante umsteigen.


Kurz zusammengefasst

Lippen und – mit Vorsicht – auch die Augenpartie dürfen gepeelt werden. Entscheidend sind die richtige Auswahl des Produkts, eine sehr sanfte Anwendung und eine geringe Frequenz. Lippen vertragen meist leichte mechanische oder milde chemische Peelings, die Augenpartie dagegen nur speziell dafür vorgesehene, ausgesprochen milde Formulierungen. Maßstab ist nicht „so viel wie möglich“, sondern: gerade so viel, dass die Haut glatter wirkt, ohne gereizt zu sein.


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