Sanft oder stark: Wie Sie die passende Peeling-Stärke für Ihre Haut finden
Chemische Peelings mit Prozentangaben können die Haut sichtbar verfeinern – vorausgesetzt, die Stärke passt. Ist das Peeling zu mild, bleibt der Effekt aus. Ist es zu stark, reagiert die Haut mit Rötungen, Brennen oder gereizten Stellen. In diesem Artikel geht es darum, wie Sie die richtige Intensität für Ihren Hauttyp finden, wie sich verschiedene Säuren unterscheiden und woran Sie merken, ob Ihre Haut mitspielt – oder nicht.
Was die Prozentangabe bei Peelings wirklich bedeutet
Die Prozentzahl auf einem chemischen Peeling beschreibt die Konzentration des Wirkstoffs, zum Beispiel einer Fruchtsäure (AHA) oder Salicylsäure (BHA). Grundsätzlich: Je höher die Konzentration, desto intensiver der Eingriff in die Hautoberfläche.
Grob lässt sich sagen:
- Niedrige Konzentrationen: eher mild, oft besser für sensible oder trockene Haut
- Mittlere Konzentrationen: für viele normale bis leicht robuste Hauttypen gut machbar
- Hohe Konzentrationen: eher etwas für erfahrene Anwenderinnen mit widerstandsfähiger Haut
Nur: Die Prozentzahl ist nicht die ganze Wahrheit. Die tatsächliche Stärke hängt auch von Säuretyp, pH-Wert, Formulierung und Einwirkzeit ab. Ein Produkt mit wenig Prozent kann bei sehr niedrigem pH deutlich zwicken, während ein höher dosiertes Peeling mit ausbalancierter Formulierung erstaunlich sanft wirken kann.
So nähern Sie sich der passenden Stärke für Ihren Hauttyp
1. Eigene Haut realistisch einschätzen
Sensible, trockene oder zu Rötungen neigende Haut
Hier lohnt es sich, mit niedrigen Konzentrationen zu beginnen und Zeit einzuplanen.
Normale oder Mischhaut
Kommt meist mit niedrigen bis mittleren Konzentrationen gut zurecht – vorausgesetzt, Sie steigern langsam und überfordern die Haut nicht von Anfang an.
Fettige, zu Unreinheiten neigende, eher robuste Haut
Verträgt oft mittlere Konzentrationen, wenn diese Schritt für Schritt eingeführt werden und die restliche Pflege nicht zusätzlich reizt.
2. Nach Wirkstoff-Art unterscheiden
Chemische Peelings lassen sich grob in drei Gruppen einteilen:
AHA (z. B. Glykol- oder Milchsäure)
Wasserlöslich, wirken vor allem an der Hautoberfläche und unterstützen ein glatteres, ebenmäßigeres Hautbild.
– Für Einsteigerinnen und sensible Haut: lieber mit niedrigeren Dosierungen starten, etwa im unteren Prozentbereich.
BHA (z. B. Salicylsäure)
Fettlöslich, dringt in die Poren ein und wird gern bei Unreinheiten, Mitessern und verstopften Poren eingesetzt.
– Für empfindliche Haut: zunächst niedrig dosiert und nur selten anwenden, um die Reaktion der Haut abzuschätzen.
PHA (z. B. Gluconolacton)
Größere Moleküle, gelangen langsamer in die Haut und gelten daher meist als verträglicher.
– Häufig eine gute Option für sehr sensible Haut oder als vorsichtiger Einstieg in chemische Peelings.
3. Langsam einarbeiten statt direkt hoch einsteigen
Eine vernünftige Vorgehensweise sieht ungefähr so aus:
- Mit einer niedrigen Konzentration beginnen.
- Zunächst nur ein- bis zweimal pro Woche anwenden.
- Die Hautreaktion über mindestens 2–4 Wochen beobachten, ohne parallel ständig neue Produkte einzuführen.
- Erst wenn die Haut stabil bleibt, die Häufigkeit oder Konzentration vorsichtig steigern.
Wenn gut gemeint zu viel wird: typische Fehler bei Peelings
Zu schnell zu hohe Prozentzahlen
Die Haut muss sich an Säuren gewöhnen. Wer gleich hochdosiert startet, reizt oft mehr, als er nützt.
Zu häufige Anwendung
Selbst milde Peelings können bei täglicher oder sehr häufiger Nutzung die Hautbarriere schwächen und zu Rötungen, Trockenheit oder Brennen führen.
Kombination mehrerer intensiver Produkte
Mehrere Peelings oder starke Wirkstoffe gleichzeitig (z. B. hochdosierte Säuren zusammen mit Retinoiden) sind für viele Hauttypen zu viel auf einmal.
Warnsignale ignorieren
Anhaltendes Brennen, deutliche Rötungen, starke Schuppung oder ein raues, wundes Gefühl sind ernst zu nehmen – das ist kein Zeichen dafür, dass das Produkt „besonders gut arbeitet“, sondern eher, dass die Haut überfordert ist.
Praktische Orientierung: Woran Sie sich in der Anwendung gut halten können
Lieber zu mild anfangen als zu stark.
Steigern können Sie immer. Zurückrudern nach einer überreizten Haut dauert deutlich länger.
Nach jeder Anwendung bewusst hinschauen.
Ein leichtes, kurzzeitiges Kribbeln kann vorkommen. Starkes Brennen oder Rötungen, die nicht abklingen, sprechen eher gegen das Produkt oder die Häufigkeit.
Bei Anzeichen von Überreizung pausieren.
Dann auf eine minimalistische, beruhigende Pflegeroutine umsteigen und die Peeling-Frequenz deutlich reduzieren.
Tagsüber konsequent Sonnenschutz verwenden.
Peelings machen die Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlung. Ohne ausreichenden Lichtschutz riskieren Sie Pigmentflecken und zusätzlichen Schaden – ganz unabhängig von der Peeling-Stärke.
Kurz zusammengefasst
Die passende Peeling-Stärke ergibt sich aus Ihrem Hauttyp, dem aktuellen Zustand Ihrer Haut und der Art der verwendeten Säure – nicht allein aus der Prozentzahl auf der Verpackung. Wer niedrig beginnt, sorgfältig beobachtet und langsam steigert, senkt das Risiko für Irritationen deutlich. So profitieren Sie von glatterer, ebenmäßigerer Haut, ohne Ihre Hautbarriere permanent an ihre Grenzen zu bringen.