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Welche Inhaltsstoffe sollte ich bei Problemhaut und Unreinheiten unbedingt meiden?

Problemhaut im Fokus: Welche Inhaltsstoffe Sie bei Unreinheiten besser meiden

Unreine, empfindliche oder zu Akne neigende Haut reagiert oft deutlich sensibler auf bestimmte Stoffe als „normale“ Haut. Was bei anderen funktioniert, kann bei Ihnen Pickel, Rötungen oder ein unangenehmes Spannungsgefühl verstärken. Umso wichtiger ist es, die eigenen Auslöser zu kennen – zumindest in groben Linien. Im Folgenden erfahren Sie, welche Inhaltsstoffe bei Problemhaut häufig Schwierigkeiten machen, warum das so ist und wie Sie Ihre Pflege Schritt für Schritt hautfreundlicher aufbauen können.


Warum nicht jeder Inhaltsstoff Ihrer Haut guttut

Problemhaut ist häufig ein „Sowohl-als-auch“: gleichzeitig fettiger, aber dennoch empfindlich. Die Talgproduktion läuft erhöht, während die Schutzbarriere schnell gestört ist. Das macht die Haut anfälliger für Reizstoffe und für stark abdichtende (okklusive) Inhaltsstoffe.

Bestimmte Substanzen können:

  • die Poren verstopfen
  • die Hautoberfläche reizen
  • bestehende Entzündungen sichtbarer wirken lassen

Dabei gilt: Haut reagiert individuell. Es geht nicht darum, starre Verbotslisten zu erstellen, sondern typische Problemkandidaten zu kennen – und bewusst zu beobachten, wie Ihre eigene Haut auf sie reagiert.


Diese Stoffgruppen gelten bei unreiner Haut als besonders kritisch

1. Schwere, stark okklusive Fette

Sehr dichte, pastige Fette können wie ein Film auf der Haut liegen, Poren mechanisch verschließen und für Wärmestau sorgen. Das Hautklima kippt dann leicht in eine Richtung, die Unreinheiten begünstigt.

Kritisch sein können etwa:

  • sehr schwere Wachse
  • reichhaltige Fette und Buttern in höheren Konzentrationen

Das heißt nicht, dass alles „Fettige“ automatisch schädlich ist. Entscheidend sind Menge, Kombination in der Formulierung – und wie Ihre Haut ganz konkret darauf reagiert.

2. Komedogene (porenverstopfende) Inhaltsstoffe

„Komedogen“ nennt man Stoffe, die in bestimmten Tests vermehrt Mitesser entstehen lassen. Diese Einteilung ist nicht einheitlich und eher Orientierung als starre Regel.

Mögliche Kandidaten sind:

  • einige pflanzliche Öle mit hohem Anteil bestimmter Fettsäuren
  • bestimmte Wachse und Ester in hoher Dosierung

Ob ein Stoff tatsächlich komedogen wirkt, hängt immer von:

  • seiner Konzentration
  • der übrigen Rezeptur
  • Ihrem individuellen Hauttyp

ab. Ein „roter Punkt“ auf einer Komedogenitätsliste ist also ein Hinweis, kein Urteil.

3. Hohe Alkoholgehalte in Leave-on-Produkten

Bestimmte Alkohole (z. B. „Alcohol denat.“ oder „Ethanol“) machen Formulierungen leichter, sorgen für ein frisches Hautgefühl und unterstützen die Konservierung.

In hohen Mengen können sie jedoch:

  • der Haut Feuchtigkeit entziehen
  • die Schutzbarriere schwächen
  • Rötungen und Reizungen verstärken

Gerade bei Problemhaut führt das nicht selten zu einer Gegenreaktion: mehr Talg, mehr Spannungsgefühl, mehr Unreinheiten – obwohl sich das Produkt im ersten Moment angenehm „entfettend“ anfühlt.

4. Stark duftende Produkte und potenziell reizende Duftstoffe

Duftstoffe machen Pflege subjektiv angenehmer, gehören aber zu den häufigsten Auslösern für Reizungen – insbesondere bei ohnehin entzündlicher oder sehr sensibler Haut.

Kritisch sein können:

  • stark parfümierte Produkte
  • einzelne Duftstoffe, die häufiger mit Sensibilisierungen in Verbindung gebracht werden

Besonders bei Produkten, die auf der Haut verbleiben (Cremes, Seren, Fluids), lohnt sich ein genauer Blick auf die Deklaration. Ein dezenter Duft ist nicht automatisch ein Problem, eine Duftwolke eher schon.

5. Aggressive Tenside in Reinigungsprodukten

Stark schäumende Reiniger mit harschen Tensiden vermitteln schnell das Gefühl von „porentief sauber“, können aber:

  • die Hautbarriere angreifen
  • ein ausgeprägtes Spannungsgefühl hinterlassen
  • die Talgproduktion als Ausgleich ankurbeln

Unterm Strich können Unreinheiten sichtbarer werden – obwohl man subjektiv den Eindruck hat, besonders gründlich gereinigt zu haben.


So prüfen Sie Ihre Produkte Schritt für Schritt

Wenn Sie vermuten, dass bestimmte Inhaltsstoffe Ihre Haut aus dem Gleichgewicht bringen, hilft ein strukturiertes Vorgehen, statt alles auf einmal umzuwerfen.

  1. INCI-Liste lesen lernen
    Gewöhnen Sie sich an, die Inhaltsstoffliste kurz zu überfliegen. Achten Sie auf hohen Alkoholgehalt (früh in der Liste), auffällig viele Duftstoffe und sehr reichhaltige Fette weit oben.

  2. Nur ein Produkt auf einmal austauschen
    Nehmen Sie zuerst ein zentrales Produkt, zum Beispiel das Waschgel, und tauschen Sie es gegen eine mildere Alternative. Beobachten Sie Ihre Haut mindestens zwei bis vier Wochen, bevor Sie das nächste Produkt angehen.

  3. Leichtere Texturen bevorzugen
    Viele Menschen mit Problemhaut kommen mit Lotionen, Fluids oder Gels besser zurecht als mit schweren, okklusiven Cremes. Die Haut erhält Pflege, ohne „zugedeckelt“ zu werden.

  4. Neues erst lokal testen
    Probieren Sie neue Produkte zunächst auf einer begrenzten Fläche, etwa an Wange oder Kinn. Verträgt die Haut das Produkt dort gut, können Sie es vorsichtig im ganzen Gesicht einsetzen.


Häufige Stolperfallen – und wie Sie sie umgehen

  • Zu viele „Anti-Pickel“-Produkte auf einmal
    Mehr ist hier selten besser. Mehrere reizende Wirkstoffe, Peelings und austrocknende Gels gleichzeitig können die Haut überfordern. Besser: wenige, gut formulierte Produkte, die Sie wirklich vertragen.

  • Reinigung, bis die Haut spannt
    Spannungsgefühl ist ein Warnsignal, kein Qualitätsmerkmal. Wenn sich die Haut nach der Reinigung trocken und „stumpf“ anfühlt, ist das ein Zeichen, die Routine zu entschärfen.

  • Duftstoffe in jedem Schritt
    Wenn Reiniger, Toner, Serum und Creme jeweils parfümiert sind, summiert sich die Reizbelastung. Versuchen Sie, zumindest ein bis zwei Produkte – idealerweise Serum und/oder Creme – möglichst duftstoffarm zu wählen.

  • Schnelle Urteile nach wenigen Tagen
    Die Haut reagiert kurzfristig oft anders als langfristig. Ein anfänglicher „Glow“ kann später mit Reizungen kippen, umgekehrt brauchen manche Formulierungen etwas Eingewöhnungszeit. Nur bei klaren Reizreaktionen (Brennen, starke Rötung) sollten Sie sofort abbrechen.


Erprobte Tipps, damit Problemhaut besser zur Ruhe kommt

  • Führen Sie ein schlichtes Hauttagebuch: notieren Sie Produkte, Datum und Auffälligkeiten stichwortartig. So lassen sich Zusammenhänge besser erkennen.
  • Halten Sie Ihre Routine übersichtlich: milde Reinigung, eventuell ein gut formuliertes Serum, eine leichte Feuchtigkeitspflege und ein verlässlicher Sonnenschutz reichen oft aus.
  • Denken Sie an die Hautbarriere: Nicht nur „gegen Pickel“ arbeiten, sondern die Schutzfunktion stärken – etwa mit feuchtigkeitsspendenden und barriereschützenden Inhaltsstoffen.
  • Bei anhaltend starken, schmerzhaften oder sich ausbreitenden Hautproblemen ist eine professionelle, medizinische Abklärung sinnvoll, bevor Sie weiter experimentieren.

Kurz zusammengefasst

Bei Problemhaut lohnt es sich, einige Inhaltsstoffgruppen besonders im Blick zu behalten: sehr schwere Fette, potenziell komedogene Substanzen in hoher Konzentration, hohe Alkoholgehalte, intensive Duftstoffe und aggressive Tenside können Unreinheiten und Reizungen begünstigen. Entscheidend ist jedoch immer das Gesamtbild Ihrer Pflegeroutine – und die konkrete Reaktion Ihrer Haut. Je besser Sie Ihre persönlichen Trigger erkennen, desto gezielter können Sie Produkte auswählen, die Ihre Haut unterstützen, statt sie zusätzlich zu strapazieren.


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