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Welchen Lichtschutzfaktor (LSF) sollte ich im Alltag verwenden?

Welcher Lichtschutzfaktor im Alltag wirklich sinnvoll ist

Der richtige Lichtschutzfaktor wirkt im Alltag unspektakulär, ist aber einer der stillen Faktoren, die darüber entscheiden, wie Ihre Haut in zehn oder zwanzig Jahren aussieht – und wie hoch Ihr Risiko für Schäden durch UV-Strahlung ist. Die naheliegende Frage: Reicht für Büro, Stadtwege und Homeoffice ein niedriger LSF, oder sollte man grundsätzlich zur höchsten Zahl greifen? Im Folgenden geht es darum, welcher Lichtschutzfaktor im Alltag sinnvoll ist, wovon die Wahl realistisch abhängt und wie Sonnenschutz so in Ihre Routine passt, dass er nicht nach zwei Wochen wieder einschläft.


Warum täglicher Sonnenschutz mehr ist als eine Sommerfrage

UV-Strahlung ist kein reines „Strandthema“, sondern ein Dauergast – auch an bewölkten Tagen und in Innenräumen mit Fenstern.

  • UVB-Strahlen sind vor allem für Sonnenbrand verantwortlich.
  • UVA-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein, fördern Falten, Pigmentflecken und langfristige Strukturveränderungen. Sie sind auch bei bedecktem Himmel und hinter Glas relevant.

Der Lichtschutzfaktor (LSF, oft als SPF angegeben) beschreibt in erster Linie den Schutz vor UVB-Strahlen. Mit steigender Zahl wird mehr Strahlung abgefangen:

  • LSF 15: ca. 93 %
  • LSF 30: ca. 97 %
  • LSF 50: ca. 98 %

Auf den ersten Blick wirken die Unterschiede gering. Über Jahre hinweg ist dieses eine zusätzliche Prozent aber nicht trivial – gerade bei Haut, die täglich Licht ausgesetzt ist. Deshalb empfehlen viele Fachgesellschaften als Basis im Alltag mindestens LSF 30, bei empfindlicher Haut oder klarer Anti-Aging-Absicht häufig LSF 50.


So finden Sie den passenden LSF für Ihren Alltag

Welcher LSF sinnvoll ist, lässt sich im Wesentlichen aus drei Fragen ableiten:

  1. Hauttyp und Empfindlichkeit

    • Sehr helle, empfindliche Haut, Neigung zu Rötungen, Sonnenbrand oder Pigmentflecken: im Alltag eher LSF 50.
    • Unproblematischer, normaler bis leicht getönter Hauttyp: LSF 30 ist im Alltag in den meisten Situationen ausreichend.
  2. Aufenthaltsdauer im Freien

    • Kurzstrecken, überwiegend Büro, Homeoffice oder Innenräume: mindestens LSF 30 auf Gesicht, Hals und Händen.
    • Längere Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad, tägliche Mittagssonne, generell viel Tageslicht: eher zu LSF 50 greifen.
  3. Jahreszeit und Umgebung

    • Frühling bis Herbst: täglicher LSF 30–50 im Gesicht ist sinnvoll, je nach Hauttyp und Tagesablauf.
    • Winter: LSF 30 reicht im normalen Stadtalltag meist aus; bei Schnee, Bergen oder längeren Aufenthalten im Freien ist LSF 50 die bessere Wahl.

Entscheidend ist nicht nur die Zahl auf der Verpackung, sondern auch der UVA-Schutz. Achten Sie auf ein UVA-Symbol oder eine Angabe zu „Breitbandschutz“. Produkte mit hohem LSF ohne ausreichenden UVA-Schutz greifen zu kurz.


Typische Stolperfallen beim alltäglichen Sonnenschutz

Viele nutzen Sonnenschutz – aber so sparsam oder unregelmäßig, dass der Effekt deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt. Häufige Fehler:

  • Zu wenig Produkt
    Für das Gesicht braucht es grob eine fingerlange Menge. Wird deutlich weniger verwendet, sinkt der effektive LSF oft drastisch unter den angegebenen Wert.

  • Nur morgens einmal auftragen
    Reibung durch Kleidung, Brillenbügel, Telefon, Schwitzen oder Abschmink-Tücher im Laufe des Tages trägt Produkt ab. Ohne Nachlegen nimmt der Schutz spürbar ab.

  • Nur im Sommer an Sonnenschutz denken
    UVA-Strahlen sind das ganze Jahr über präsent. Gesicht, Hals, Dekolleté und Hände bekommen auch im Winter regelmässig Licht ab – selbst bei kurzen Wegen.

  • Bestimmte Stellen systematisch übersehen
    Ohren, Nacken, Haaransatz, Lippenrand, Handrücken und die Kopfhaut bei lichtem Haar rutschen leicht durch. Gerade dort sieht man Schäden später oft zuerst.


Praktische Tipps für Sonnenschutz, der sich wirklich durchziehen lässt

Damit Sonnenschutz nicht zur gut gemeinten, aber schnell fallengelassenen Gewohnheit wird, hilft eine klare, einfache Routine:

  • Jeden Morgen als letzter Pflegeschritt
    Sonnenschutz nach der gewohnten Pflege, vor dem Make-up auf Gesicht und Hals auftragen – großzügig und flächig, ohne „Sparen an den Rändern“.

  • Hals und Hände mitversorgen
    Die Reste aus dem Gesicht reichen oft genau für Hals und Handrücken. Wer hier konsequent mitpflegt, sieht es den Bereichen später an.

  • Nachlegen, wenn Sie länger draußen sind
    Sind Sie mehrere Stunden im Freien, besonders zur Mittagszeit oder bei starker Reflektion (Wasser, Schnee, helle Fassaden), lohnt ein erneutes Auftragen.

  • Schatten und Accessoires bewusst nutzen
    Hut, Kappe, Sonnenbrille und gezieltes Aufhalten im Schatten entlasten die Haut deutlich. Der LSF muss dann nicht „allein die Arbeit machen“.


Kurz zusammengefasst

Im Alltag ist für Gesicht, Hals und Hände mindestens LSF 30 sinnvoll – über das ganze Jahr hinweg. Wer sehr helle oder sensible Haut hat, viel draußen unterwegs ist oder der Hautalterung aktiv vorbeugen möchte, fährt im Regelfall mit LSF 50 besser.
Wichtiger als jede einzelne Zahl sind: ausreichend Produkt, tägliche Anwendung, Nachlegen bei längeren Aufenthalten im Freien und ein verlässlicher UVA-Schutz.


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