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Ist es hygienisch bedenklich, direkt mit dem Applikator von Concealer oder Lipgloss auf die Haut zu gehen?

Concealer, Lipgloss & Co.: Wie hygienisch ist der direkte Auftrag mit Applikator wirklich?

Flüssige Concealer, Lipglosse oder Liquid-Lipsticks mit integriertem Applikator sind komfortabel, schnell und überall dabei. Gleichzeitig steht unausgesprochen immer eine Frage im Raum: Wie hygienisch ist es eigentlich, wenn derselbe Applikator wieder und wieder direkt auf Haut oder Lippen landet – und danach zurück ins Produkt wandert?

Im Folgenden geht es darum, was dabei realistisch passiert, wann das unbedenklich ist – und in welchen Situationen Sie besser Abstand nehmen oder Ihre Gewohnheiten anpassen.


Was beim direkten Auftragen im Tiegel wirklich passiert

Flüssige und cremige Produkte mit Applikator sind so formuliert, dass sie im normalen Gebrauch stabil bleiben. Konservierungsstoffe sollen verhindern, dass sich Bakterien und Pilze im Produkt stark vermehren. Das ist die Basis – ersetzt aber keine sinnvolle Handhabung.

Sobald der Applikator mit Haut oder Lippen in Kontakt kommt und dann zurück in die Verpackung gleitet, nimmt er kleine Mengen mit: Hautfette, Speichelbestandteile (bei Lippenprodukten), Make-up-Reste und Mikroorganismen. Das lässt sich nicht vermeiden – entscheidend ist, wie relevant diese Belastung im Alltag wird.

Wichtige Einflussfaktoren sind vor allem:

  • Region: Lippen und Augenpartie sind empfindlicher als Wangen oder Stirn.
  • Zustand der Haut: Risse, offene Stellen, Ekzeme oder entzündete Pickel erhöhen das Risiko.
  • Nutzungsdauer: Je länger ein Produkt geöffnet ist, desto mehr verändern sich Konsistenz, Konservierungsleistung und mikrobielles Gleichgewicht.

Bei gesunder Haut und sachgemäßem Umgang ist der direkte Auftrag in den meisten Alltagssituationen vertretbar – vorausgesetzt, das Produkt wird nicht weit über die empfohlene Haltbarkeit hinaus benutzt.


So nutzen Sie Concealer und Lipgloss im Alltag möglichst hygienisch

Der Kontakt zwischen Applikator und Haut lässt sich im Normalgebrauch kaum vermeiden – und das muss er auch nicht. Entscheidend ist, wie Sie damit umgehen. Einige pragmatische Gewohnheiten reduzieren das Risiko spürbar:

  • Auf möglichst sauberer Haut anwenden: Idealerweise morgens auf gereinigter Haut oder tagsüber auf einer Zone, die nicht stark geschminkt oder verschmutzt ist.
  • Schichten statt „hineintunken“: Für mehr Deckkraft lieber in zwei bis drei dünnen Schichten arbeiten, statt den Applikator ständig erneut tief ins Produkt zu tauchen.
  • Produkt zuerst absetzen: Wenn Sie sensibler sind, geben Sie etwas Produkt auf den Handrücken oder eine saubere Mischpalette und arbeiten dann mit Pinsel oder Finger weiter.
  • Deckel konsequent schließen: So begrenzen Sie zusätzlichen Kontakt mit Luft, Staub und Keimen und schützen auch die Formulierung.

Typische Stolperfallen – und wann es wirklich problematisch wird

Es gibt Situationen, in denen der direkte Auftrag mit Applikator deutlich heikler ist – egal, wie gut das Produkt formuliert ist:

  • Gemeinsame Nutzung: Concealer oder Lipgloss mit Applikator sollten nicht herumgereicht werden. Gemeinsame Nutzung begünstigt die Übertragung von Bakterien, Viren und Pilzen.
  • Erkältung, Lippenherpes & Co.: Bei akuten Infektionen im Mund-, Lippen- oder Nasenbereich gelangen Erreger besonders leicht in die Verpackung und können sich dort halten.
  • Überlagerte Produkte: Wenn sich Textur, Geruch oder Farbe deutlich verändern, ist das Produkt aus hygienischer Sicht ein klares Nein – unabhängig davon, ob noch etwas drin ist.
  • Auf offenen oder stark gereizten Stellen: Wird ein Applikator über Wunden, aufgeplatzte Lippen oder stark entzündete Pickel geführt und danach wieder eingetaucht, steigt die mikrobielle Belastung im Produkt deutlich.

In solchen Fällen ist es meist sinnvoller, das Produkt entweder vorübergehend zu meiden oder es indirekt zu entnehmen – zum Beispiel mit einem sauberen Spatel, Einweg-Applikator oder einem gut gereinigten Pinsel.


Praktische Hygienetipps für Ihre Make-up-Routine

Mit ein paar klaren Regeln wird die Nutzung von Concealer, Lipgloss & Co. deutlich kalkulierbarer:

  • Regelmäßig aussortieren: Orientieren Sie sich an der „geöffnet haltbar“-Angabe (z. B. 6M, 12M). Produkte, die deutlich darüber liegen, besser konsequent entsorgen.
  • Produkte für den Augenbereich strenger beurteilen: Alles, was nah am Auge sitzt, sollte besonders sauber sein und nicht bis zum letzten Rest aufgebraucht werden.
  • Nicht in entzündete Stellen „hineinarbeiten“: Bei entzündeten Unreinheiten oder aufgeplatzten Lippen besser mit einem Wattestäbchen oder Einweg-Applikator Produkt entnehmen und danach wegwerfen.
  • Warnsignale ernst nehmen: Brennen, Jucken, Rötungen nach der Anwendung, ungewohnter Geruch oder veränderte Konsistenz sind ein klares Zeichen, das Produkt nicht weiterzuverwenden.

Kurz zusammengefasst

Der direkte Auftrag mit Applikator ist bei gesunder Haut und normalem Gebrauch in der Regel hygienisch vertretbar. Die Formulierungen sind darauf ausgelegt, unter Alltagsbedingungen stabil zu bleiben. Kritisch wird es vor allem, wenn Produkte geteilt werden, Infektionen im Spiel sind, die Haut stark gereizt ist oder das Produkt deutlich überlagert ist. Wer auf einfache Hygieneregeln achtet und bei Zweifeln eher einmal mehr aussortiert, reduziert das Risiko deutlich.


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