Fixiert, nicht verklebt: Der echte Unterschied zwischen Setting Spray und Fixing Spray
Wer möchte, dass das Make-up mehr als nur ein paar Stunden gut aussieht, landet schnell bei zwei Begriffen: Setting Spray und Fixing Spray. Beides klingt nach „mehr Halt“ – aber beides tut nicht dasselbe. Die Unterschiede sind fein, aber sie entscheiden darüber, wie Ihr Make-up am Ende auf der Haut wirkt. Im Folgenden geht es darum, wofür welches Spray gedacht ist, wie es formuliert ist und wie Sie beide sinnvoll in Ihre Routine einbauen können.
Zwei Sprays, ein Ziel – und doch unterschiedliche Aufgaben
Auf den ersten Blick wirken Setting und Fixing Sprays austauschbar: feiner Nebel, angenehmes Finish, ein bisschen Extra-Halt. Der Unterschied steckt weniger im Format, sondern in Funktion und Zusammensetzung.
Setting Spray
- Wird in der Regel nach Foundation und pudrigen Produkten verwendet.
- Aufgabe: das Make-up „verschmelzen“, pudrige Schichten glätten und ein natürlicheres, oft etwas softeres Finish schaffen.
- Die Texturen orientieren sich häufig eher an Feuchtigkeitssprays oder Gesichtssprays mit leicht fixierendem Effekt, aber nicht an einem „Haarspray fürs Gesicht“.
Fixing Spray
- Kommt meist als letzter Schritt über das komplette Make-up.
- Aufgabe: den fertigen Look möglichst lange stabil halten.
- Enthält oft filmbildende Inhaltsstoffe, die sich wie ein dünner, flexibler Film über das Make-up legen und so die Haltbarkeit deutlich erhöhen.
Ein Punkt, der in der Praxis irritiert: Die Begriffe werden von Marken nicht einheitlich verwendet. Manche nennen ein klassisches Fixing Spray „Setting Spray“ – und umgekehrt. Orientieren Sie sich daher lieber an der Beschreibung und den Anwendungshinweisen als am Namen auf dem Etikett.
So setzen Sie Setting und Fixing Spray sinnvoll ein
Beide Sprays können sich im Alltag gut ergänzen, sie sind aber kein Muss im Doppelpack. Was für Sie funktioniert, hängt von Hauttyp, gewünschtem Finish und Anlass ab.
1. Setting Spray für ein weiches, natürliches Finish
- Nach Foundation, Concealer und Puder aus etwa Armlänge Entfernung aufsprühen.
- Augen schließen, feinen Nebel aufs Gesicht fallen lassen, kurz trocknen lassen.
- Besonders hilfreich, wenn Ihr Make-up schnell „cakey“ wirkt, Texturen sich absetzen oder trockene Stellen unangenehm betont werden.
2. Fixing Spray für lange Tage und besondere Anlässe
- Erst verwenden, wenn alles fertig ist: Teint, Augen, Lippen.
- In einem „X“- oder „T“-Muster gleichmäßig über das Gesicht nebeln, mit etwas Abstand, damit sich kein nasser Film bildet.
- Sinnvoll bei langen Arbeitstagen, Events, Hitze, viel Bewegung – überall dort, wo Make-up sonst sichtbar abbauen würde.
Beides lässt sich kombinieren: Erst ein Setting Spray, um das Make-up geschmeidig „zu setzen“, zum Schluss ein Fixing Spray, um die Haltbarkeit zu maximieren.
Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden
Zu nah gesprüht
Wenn der Sprühkopf zu dicht an der Haut ist, entstehen Tropfen statt Nebel. Die Folge: Foundation kann verlaufen oder fleckig werden. Besser: mindestens 20–30 cm Abstand halten und den Sprühnebel über das Gesicht „fallen lassen“, nicht direkt „draufhalten“.
Zu viel Produkt auf einmal
Mehr Schichten machen das Ergebnis nicht automatisch haltbarer. Im Gegenteil: Das Make-up kann schwer, klebrig oder unruhig wirken, Poren treten stärker hervor. Starten Sie mit einer dünnen Schicht; bei Bedarf lässt sich später nachlegen.
Falsches Spray für den gewünschten Effekt
- Sie wollen vor allem Frische und Glow, haben aber das Gefühl, der Halt verändert sich kaum? Dann nutzen Sie wahrscheinlich eher ein Setting Spray.
- Ihr Make-up hält zwar bombenfest, wirkt dafür aber trocken oder maskenartig? Dann könnte ein stark filmbildendes Fixing Spray in Kombination mit viel Puder zu viel des Guten sein.
Erprobte Tipps für ein Make-up, das wirklich durchhält
- Basis ernst nehmen: Eine Pflege, die zu Ihrer Haut passt, und ein gut vorbereiteter Teint bringen oft mehr als zusätzliche Schichten Produkte. Sprays können optimieren, aber sie „retten“ kein grundsätzlich schlechtes Fundament.
- Hauttyp berücksichtigen:
- Trockene Haut profitiert häufig von Setting Sprays mit feuchtigkeitsspendenden oder beruhigenden Inhaltsstoffen – der Fokus liegt hier eher auf Komfort und Finish.
- Bei fettiger oder Mischhaut lohnt sich ein Fixing Spray, das den Halt verstärkt und das „Wegschmelzen“ von Foundation und Concealer verlangsamt.
- Gezielt statt permanent drübernebeln: Im Laufe des Tages lieber Glanz mit Blotting Paper oder einem Tuch abnehmen, punktuell nachpudern und dann ein bis zwei Sprühstöße Setting Spray nutzen, statt Schicht um Schicht aufzubauen.
- Inhaltsstoffe im Blick haben: Empfindliche Haut reagiert gerne auf Alkohol, Duftstoffe oder bestimmte Filmbildner. Wenn Sie zu Rötungen oder Irritationen neigen, lohnt sich ein Blick auf das Kleingedruckte – und ein vorsichtiger Test, bevor Sie das Spray großzügig verwenden.
Kurz zusammengefasst
Beide Sprays wollen dasselbe Grundziel erreichen: Make-up, das besser aussieht und länger hält.
Setting Spray sorgt in erster Linie dafür, dass die einzelnen Produkte harmonischer ineinander übergehen und weniger pudrig wirken. Fixing Spray legt sich wie ein leichter, stabilisierender Film über das fertige Make-up und kann die Haltbarkeit deutlich verbessern. Was für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrer Haut, Ihrem bevorzugten Finish und der „Lebensdauer“ ab, die Ihr Look überstehen soll.