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Welche Fehler bei der Entfernung von Nagellack und Kunstnägeln schädigen den Nagel besonders?

Wenn Nagellack und Kunstnägel zur Belastung werden: So schützen Sie Ihre Nägel wirklich

Die meisten achten sehr darauf, wie der Lack aussieht – glänzend, glatt, makellos. Was dabei leicht untergeht: Der kritische Moment ist selten das Auftragen, sondern fast immer das Entfernen. Genau hier entstehen die typischen Schäden: Rillen, Spliss, brüchige Spitzen oder Nägel, die schon bei leichtem Druck wehtun.

Im Folgenden geht es darum, welche Gewohnheiten Ihren Nägeln wirklich schaden – und wie Sie sie beim Entfernen von Lack und Kunstnägeln konsequent schützen können.


Warum die Entfernung entscheidender ist als das Auftragen

Nägel bestehen aus mehreren, fest miteinander verbundenen Keratinschichten. Diese Schichtung hält einiges aus, reagiert aber empfindlich, wenn wiederholt daran gerieben, gefeilt oder mit aggressiven Stoffen gearbeitet wird.

Beim Lackieren oder Modellieren wird die Nagelplatte oft leicht angeraut und entfettet. Das ist für sich genommen noch kein Drama. Problematisch wird es, wenn bei jeder Entfernung erneut massiv eingegriffen wird – zu grob, zu häufig oder mit ungeeigneten Mitteln.

Besonders belastend sind:

  • starke mechanische Reibung (Feilen, Rubbeln, Kratzen)
  • sehr austrocknende Lösungsmittel
  • häufiges Entfernen in kurzen Abständen

Die Folge: Die Nagelplatte kann nach und nach ausdünnen, an Stabilität verlieren und schneller brechen. Auch die Nagelhaut wird in Mitleidenschaft gezogen, wenn sie ständig mitentfernt, zurückgeschoben oder verletzt wird.


Typische Fehler bei der Entfernung – und warum sie so schaden

1. Nagellack oder Gel einfach abkratzen oder abziehen

Das „Abknibbeln“ gehört zu den klassisch schädlichen Angewohnheiten. Was sich im ersten Moment befreiend anfühlt, reißt in Wahrheit oft ganze Schichten der Nageloberfläche mit ab.

Mögliche Folgen:

  • raue, aufgefaserten Nageloberflächen
  • dünne, druckempfindliche Nägel
  • Mikrorisse, in die Feuchtigkeit und Schmutz eindringen und den Nagel weiter schwächen

2. Zu grobes oder falsches Feilen

Feilen ist nicht per se schädlich – die Art und Weise macht den Unterschied. Grobe Feilen, starker Druck und wildes Hin-und-Her-Feilen setzen der Nagelplatte deutlich zu. Besonders riskant ist es, Kunstnägel „wegzufeilen“, ohne genau zu wissen, wo das Material endet und der Naturnagel beginnt.

Das kann führen zu:

  • Hitzeentwicklung, Reizung und Brennen
  • ungleichmäßigen, schnell brechenden Nägeln
  • bleibenden Rillen und Unebenheiten in der Nagelplatte

3. Übermäßiger Einsatz stark austrocknender Entferner

Viele Entferner arbeiten mit Lösemitteln, die Fett und Feuchtigkeit zuverlässig aus Nägeln und Haut ziehen. Wird großflächig getränkt, lange eingeweicht oder sehr häufig entfernt, verliert die Nagelplatte ihre Elastizität.

Typische Folgen:

  • splitternde Spitzen
  • spröde, rissige Nagelhaut und kleine Verletzungen
  • erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Reizstoffen und Reibung

4. Kunstnägel selbst entfernen ohne passende Technik

Gel, Acryl und ähnliche Systeme sind nicht dafür gemacht, sich „mal eben“ abziehen zu lassen. Ihre Haltbarkeit bedeutet: Die Entfernung braucht Technik, Geduld und im Idealfall Fachwissen.

Wer hier ohne Plan feilt, hebelt oder löst, riskiert:

  • zu starke Ausdünnung des Naturnagels
  • rauhe, verletzte Oberflächen
  • schmerzhaftes Wärmegefühl durch falsches Feilen

Wie Sie Ihre Nägel beim Entfernen schonen können

1. Nagellack behutsam lösen, nicht „wegreiben“

  • Wattepad mit Entferner tränken, auf den Nagel legen und kurz einwirken lassen, statt minutenlang zu reiben.
  • Den gelösten Lack in eine Richtung abwischen, ohne Druck und ohne hektische Bewegungen.

2. Mechanische Belastung reduzieren

  • Kein Kratzen mit Metallwerkzeugen direkt auf der Nagelplatte. Solche Instrumente sind für hartnäckige Rückstände gedacht – nicht für das „Schaben“ auf dem Naturnagel.
  • Wenn etwas sich nicht leicht löst: lieber erneut einweichen oder nachbehandeln, statt mit Gewalt nachzuhelfen.

3. Kunstnägel professionell oder nach klarer Anleitung entfernen

  • Nur Techniken verwenden, die zu Ihrem System passen (z. B. feilen vs. lösen, spezielle Remover, richtige Körnung der Feile).
  • Bei Unsicherheit oder stark beanspruchten Nägeln ist eine professionelle Entfernung oft die schonendere Wahl – gerade, wenn mehrere Schichten und Systeme übereinander getragen wurden.

4. Nach der Entfernung: Nägel nicht sich selbst überlassen

  • Hände nach der Entfernung gründlich waschen, um Lösemittel- und Staubrückstände zu entfernen.
  • Nagelplatte und Nagelhaut mit einer reichhaltigen Creme oder einem Nagelöl versorgen und das regelmäßig wiederholen.
  • Bewusst lackfreie Phasen einbauen, in denen die Nägel wachsen, sich stabilisieren und regenerieren können.

Kurz zusammengefasst

Die meisten Schäden entstehen nicht beim Lackieren, sondern beim Entfernen. Abziehen, Abkratzen, aggressives Feilen und stark entfettende Entferner zerstören nach und nach die feine Schichtenstruktur des Nagels. Wer Lack und Kunstnägel stattdessen einwirken lässt, sanft arbeitet, bei Kunstnägeln geeignete Techniken nutzt und im Anschluss konsequent pflegt, erhält die natürliche Nagelstruktur deutlich länger intakt.


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