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Wie kann ich meine Nägel nach dem häufigen Einsatz von Desinfektionsmitteln wieder aufbauen?

Wie sich Ihre Nägel nach viel Desinfektionsmittel wieder erholen können

Händedesinfektion ist für viele längst Routine – sinnvoll, aber für Nägel eine echte Belastungsprobe. Was Keime zuverlässig abtötet, entzieht Nägeln und Nagelhaut Feuchtigkeit und Fett. Die Folge: trockene, spröde, splitternde Nägel, die schneller einreißen.

Im Folgenden geht es darum, was Desinfektionsmittel im Detail mit dem Nagel machen, wie Sie die Schäden Schritt für Schritt ausgleichen und welche Gewohnheiten Ihren Nägeln jetzt gut tun – und welche eher nicht.


Was Desinfektionsmittel mit Ihren Nägeln machen

Die meisten Händedesinfektionsmittel enthalten Alkohol. Der löst Fette aus der Haut – und eben auch aus der Nagelplatte und der Nagelhaut.

Was dabei passiert:

  • Die Nagelplatte verliert Feuchtigkeit und Lipide.
  • Die Haut rund um den Nagel (Nagelhaut) trocknet aus und wird anfälliger für Risse.
  • Nägel splittern leichter, werden brüchig oder vorhandene Längsrillen treten deutlicher hervor.

Im Unterschied zur Haut können Nägel Feuchtigkeit nur begrenzt speichern. Wird die Oberfläche immer wieder entfettet und ausgetrocknet, verliert die Nagelstruktur an Elastizität, die Platte wird spröde.

Entscheidend ist dabei die Nagelmatrix – der Bereich unter der Haut am Nagelanfang, in dem der Nagel gebildet wird. Ist dieser Bereich über lange Zeit belastet, zeigt sich das nach und nach im gesamten Nagelbild.


Schritt für Schritt zu stärkeren Nägeln nach der Desinfektions-Phase

1. Feuchtigkeit und Fett konsequent auffüllen

Nach jedem Desinfizieren: Hände kurz lufttrocknen lassen, dann eine Handcreme oder ein pflegendes Öl in Hände, Nägel und besonders in die Nagelhaut einmassieren. Damit fangen Sie den austrocknenden Effekt direkt ab.

Wichtig ist weniger die „perfekte“ Creme als die Regelmäßigkeit.

2. Nagelhaut sanft pflegen

Die Nagelhaut ist keine optische Störung, sondern Teil der Schutzbarriere der Nagelwurzel.

Statt zu schneiden oder zu knibbeln:

  • nach dem Duschen oder Baden, wenn die Haut weich ist,
  • die Nagelhaut mit einem weichen Stäbchen vorsichtig zurückschieben,
  • anschließend Öl oder eine reichhaltige Pflege einmassieren.

So bleibt der Schutz bestehen, ohne dass die Nagelwurzel unnötig gereizt wird.

3. Nägel kurz und schonend halten

Für die Regenerationsphase sind kürzere Nägel im Vorteil: weniger Hebelwirkung, weniger Abbrechen.

  • Nägel zunächst etwas kürzer feilen.
  • Immer in eine Richtung feilen, nicht mit schnellen Hin-und-her-Bewegungen.

Dieses „Sägen“ öffnet die Nagelspitze und begünstigt Splittern – genau das, was Sie gerade vermeiden wollen.

4. Wasser- und Chemiekontakt begrenzen

Wasser weicht die Nagelplatte auf, anschließendes Trocknen entzieht erneut Feuchtigkeit. In Kombination mit Reinigungsmitteln verstärkt das den Schaden.

Daher:

  • Bei Spül- und Putzarbeiten möglichst Handschuhe tragen.
  • Längeres Einweichen der Hände im Wasser vermeiden, wenn es nicht nötig ist.

So müssen die Nägel nicht ständig zwischen „aufgeweicht“ und „ausgetrocknet“ hin und her wechseln.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

  • Zu aggressives Feilen:
    Grobe Feilen und schnelles Hin-und-her-Feilen rauen die Nagelplatte auf und machen sie noch brüchiger.

  • Nagelhaut schneiden oder abreißen:
    Das verletzt die Schutzbarriere, öffnet die Tür für Keime und kann schmerzhafte Entzündungen verursachen.

  • Permanent lackierte Nägel ohne Pause:
    Nagellackentferner – auch die „milden“ – trocknen aus. Ohne lackfreie Tage kommt die Nagelplatte kaum zur Ruhe.

  • Verlassen auf einzelne „Schnell-Lösungen“:
    Ein teures Öl oder eine Intensivkur bringt wenig, wenn sie nur sporadisch angewendet werden. Entscheidend ist eine einfache, aber konsequente Routine.


Erprobte Tipps für eine nachhaltige Nagelregeneration

  • Pflege-Routine etablieren:

    • Morgens und abends: Handcreme
    • 1–2 Mal täglich: Nagelöl oder eine reichhaltige Pflege an Nagel und Nagelhaut
  • Sanfte Maniküre:

    • Feine Glas- oder Sandfeile verwenden
    • Auf Metallfeilen und scharfe Werkzeuge an der Nagelhaut verzichten
  • Nährstoffe über die Ernährung sichern:

    • Ausgewogene Kost mit ausreichend Eiweiß, Vitaminen (z. B. Biotin, B-Vitamine) und Mineralstoffen unterstützt den Nagelaufbau von innen.
  • Mit der Zeit rechnen:
    Ein Fingernagel braucht etwa 4–6 Monate, um komplett herauszuwachsen.
    Erste Verbesserungen sind meist nach einigen Wochen konsequenter Pflege sichtbar – aber der „neue“, gesunde Nagel kommt von hinten nach vorne nach.


Kurz zusammengefasst

Regelmäßig genutzte Desinfektionsmittel entziehen Nägeln und Nagelhaut Feuchtigkeit und Fett – die Nägel werden trocken, spröde und brüchig. Mit konsequenter Rückfettung, schonender Maniküre, Schutz vor häufigem Wasser- und Chemiekontakt und einer nährstoffbewussten Ernährung können Sie die Nagelstruktur wieder stabilisieren. Entscheidend ist kein einzelnes Wundermittel, sondern eine einfache, regelmäßige Pflegeroutine über mehrere Wochen und Monate.


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