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Wie bewahre ich Nagellack richtig auf, damit er nicht eindickt oder kippt?

So bleibt Nagellack lange schön: Wie Sie Ihre Lacke richtig aufbewahren

Eingedickter Nagellack, Fädenziehen, ein seltsam chemischer Geruch – das passiert schneller, als einem lieb ist. Oft liegt das weniger an der Marke als daran, wie die Fläschchen gelagert und benutzt werden. Mit ein paar angepassten Gewohnheiten bleiben Lacke deutlich länger flüssig, gut deckend und angenehm aufzutragen. Im Folgenden geht es darum, welche Bedingungen Nagellack „mag“, was ihm schadet und wie Sie Ihre Sammlung sinnvoll organisieren können.


Was Nagellack empfindlich macht – und warum Lagerung so wichtig ist

Nagellack ist im Kern ein System aus Lösungsmitteln, Farbpigmenten und Filmbildnern.
Verdunsten die Lösungsmittel, wird der Lack dick, zäh und schwer zu verteilen. Kommen Luft, Licht und Temperaturschwankungen dazu, verändert sich nach und nach die gesamte Textur.

Entscheidende Faktoren sind:

  • Luftkontakt:
    Bei jedem Öffnen entweichen Lösungsmittel. Je länger die Flasche offen steht, desto stärker trocknet der Lack in der Flasche an.

  • Temperatur:
    Starke Hitze oder Kälte bringen das Gleichgewicht der Inhaltsstoffe durcheinander. Der Lack kann klumpig, streifig oder ungewöhnlich dünn werden.

  • Licht:
    Vor allem UV-Licht greift Farbpigmente und andere Bestandteile an. Farben können verblassen, „umkippen“ oder anders wirken als ursprünglich.

  • Verunreinigungen:
    Hautfett, Staub oder Reste anderer Produkte am Pinsel gelangen zurück in die Flasche und verändern schleichend die Rezeptur.

Mit durchdachter Aufbewahrung lassen sich diese Prozesse deutlich verlangsamen – der Lack bleibt länger so, wie er aus der Flasche kommen sollte.


Die ideale Lagerung: So behandeln Sie Ihre Nagellacke im Alltag

Damit Ihre Lacke möglichst lange gut bleiben, helfen ein paar einfache Grundregeln:

  • Kühl, aber nicht kalt lagern:
    Ideal ist normale Zimmertemperatur an einem eher kühlen Platz, etwa in einer Schublade, Box oder einem Schrank. Kühlschrank oder Gefrierfach sind nicht nur unnötig, sondern können die Textur verändern und Kondenswasser begünstigen.

  • Direktes Licht vermeiden:
    Nagellack fühlt sich im Dunkeln am wohlsten. Direkte Sonne oder starkes Kunstlicht beschleunigen den Abbau von Farbpigmenten und anderen Inhaltsstoffen.

  • Aufrecht hinstellen:
    Flaschen sollten stehen, nicht liegen. So bleibt der Lack im Flaschenkorpus und der Verschluss wird nicht dauerhaft „eingelackt“. Das verringert die Gefahr, dass der Deckel mit der Zeit undicht wird.

  • Flaschen immer gut verschließen:
    Nach der Anwendung den Deckel zügig und fest zudrehen – ohne übermäßige Kraft. Je weniger Luft in die Flasche gelangt, desto langsamer verdunsten die Lösungsmittel.

  • Regelmäßig, aber sanft mischen:
    Trennt sich der Lack, genügt es, die Flasche zwischen den Handflächen zu rollen. Kräftiges Schütteln schlägt Luft ein, die später für Bläschen auf dem Nagel sorgt.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Einige Gewohnheiten nehmen jedem noch so guten Lack rasch die Luft:

  • Flasche bleibt während des Lackierens offen:
    Steht die Flasche minutenlang offen neben Ihnen, verdunstet deutlich mehr Lösungsmittel als nötig. Besser: nur zum Abstreifen und Eintauchen öffnen und zwischendurch ruhig wieder zudrehen.

  • Pinsel am Flaschenhals abstreifen:
    Lackreste am Hals trocknen hart ein und verhindern später ein sauberes Verschließen. Überschüssigen Lack lieber innen am Flaschenrand abstreifen, nicht am oberen Gewinde.

  • Mit Nagellackentferner „retten“ wollen:
    Entferner ist nicht das gleiche wie Verdünner. Er verändert die Rezeptur und kann dafür sorgen, dass der Lack schlechter haftet oder ungleichmäßig trocknet. Ist der Lack bereits dick, faserig oder klumpig, lohnt sich die „Rettung“ selten.

  • Aufbewahrung im Badezimmer:
    Dort schwanken Temperatur und Luftfeuchtigkeit stark – keine idealen Bedingungen für Lacke. Ein trockener, möglichst konstanter Ort außerhalb des Badezimmers ist die bessere Wahl.


Praktische Pflegeroutinen für eine länger haltbare Sammlung

Wer seine Lacke wie ein kleines Sortiment behandelt, hat länger Freude daran:

  • Flaschenhals regelmäßig reinigen:
    Nach dem Lackieren den Hals mit einem fusselfreien Tuch und etwas Entferner säubern. So schließt der Deckel wieder dicht und verklebt nicht.

  • Farben gelegentlich durchsehen:
    Einmal im Jahr ein kurzer Check: Riecht ein Lack deutlich anders, wirkt er gummiartig, zieht Fäden oder lässt sich trotz Rollen nicht mehr gleichmäßig vermischen, gehört er eher aussortiert.

  • Lacke nach Nutzungshäufigkeit sortieren:
    Töne, die häufig im Einsatz sind, sollten griffbereit stehen. Dann müssen Sie nicht bei jeder Anwendung die gesamte Sammlung bewegen oder durchschütteln.

  • Bei Lieblingsfarben eher kleinere Flaschen wählen:
    Farben, die ständig im Gebrauch sind, sind in kleinen Gebinden oft sinnvoller. Sie werden geleert, bevor sie eindicken – statt als halbvolle, unbenutzbare Flasche zu enden.


Kurz zusammengefasst

Nagellack bleibt länger schön, wenn er möglichst wenig Luft, Licht, Hitze und starke Temperaturschwankungen abbekommt. Stellen Sie Ihre Fläschchen aufrecht, kühl und dunkel, schließen Sie sie nach jeder Benutzung sorgfältig und halten Sie den Flaschenhals sauber. Wird ein Lack deutlich dicker, zieht Fäden oder riecht streng, ist das ein Hinweis darauf, dass er seine beste Zeit hinter sich hat und besser entsorgt werden sollte.


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