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Wie beeinflusst die Jahreszeit, zum Beispiel Winterkälte oder Sommerhitze, den Pflegebedarf der Nagelhaut?

Wenn Wetter unter die Haut geht: Wie Jahreszeiten Ihre Nagelhaut wirklich verändern

Nagelhaut ist so lange unsichtbar, bis sie Probleme macht: Sie reißt, brennt oder sieht ausgefranst aus. Dabei gehört gerade dieser schmale Hautsaum zu den sensibelsten Bereichen der Hand – und reagiert deutlich auf Kälte, trockene Heizungsluft, Sonne oder Wasser. Je nach Jahreszeit braucht die Nagelhaut deshalb eine etwas andere Pflege. Im Folgenden lesen Sie, warum das so ist, wie sich die Bedingungen im Jahresverlauf konkret auswirken und was im Alltag wirklich hilft.


Warum Nagelhaut so empfindlich auf Klimawechsel reagiert

Die Nagelhaut ist ein dünner, verletzlicher Rand aus Haut, der das Nagelbett wie ein Dichtungsring schützt. Sie soll verhindern, dass Keime, Schmutz und Reizstoffe unter den Nagel gelangen – eine kleine Zone, die für die gesamte Nagelgesundheit entscheidend ist.

Diese Schutzschicht hat allerdings zwei grundlegende Schwächen:

  • Sie ist sehr fein aufgebaut und verliert schnell Feuchtigkeit.
  • Sie steht im Dauerkontakt mit Wasser, Seifen, Desinfektionsmitteln und wechselnden Temperaturen.

Im Winter entziehen Kälte draußen und trockene Heizungsluft drinnen der Haut Feuchtigkeit. Lipide an der Oberfläche gehen verloren, die Hautbarriere wird spröder, und die Nagelhaut neigt zu Rissen und kleinen Einrissen an den Rändern.

Im Sommer sind andere Faktoren im Spiel: Hitze, UV-Strahlung, Schweiß, häufiges Händewaschen sowie Chlor- oder Salzwasser. Die Nagelhaut wirkt dann zwar oft weicher, ist aber schnell gereizt, aufgequollen oder entzündet, wenn sie dauerhaft belastet wird.

Unterm Strich: Jede Jahreszeit bringt typische Stressfaktoren mit sich – und die Nagelhaut reagiert empfindlicher und schneller, als den meisten bewusst ist.


So passen Sie Ihre Nagelhautpflege an Winterkälte und Sommerhitze an

Im Winter: Schutzschild aufbauen und Feuchtigkeit halten

  • Regelmäßige Pflege: Ein- bis zweimal täglich eine reichhaltige Nagelhautpflege oder ein ölhaltiges Produkt einmassieren – wenige Tropfen reichen.
  • Kälteschutz: Draußen Handschuhe tragen, vor allem bei Frost oder Wind. Das schützt nicht nur die Hände, sondern auch die feinen Hautränder um den Nagel.
  • Beim Putzen: Bei Kontakt mit Wasser, Putz- und Spülmitteln konsequent Haushaltshandschuhe verwenden, um zusätzliches Austrocknen zu vermeiden.
  • Sanfte Reinigung: Zu milder, rückfettender Handseife greifen und übermäßig heißes Wasser meiden.

Im Sommer: Reizung reduzieren und Feuchtigkeit auffüllen

  • Nach Wasser konsequent pflegen: Nach jedem Bad im Pool oder Meer die Hände mit klarem Wasser abspülen und die Nagelhaut mit einer leichten Pflege versorgen.
  • UV-Belastung begrenzen: Hände nicht stundenlang ungeschützt in der Sonne liegen lassen; UV-Strahlung setzt auch der Nagelhaut zu und trocknet sie aus.
  • Leichte Texturen wählen: Sehr fettige Cremes wirken bei Hitze schnell schwer und unangenehm. Meist genügt eine feuchtigkeitsspendende, leichte Pflege.
  • Sanft trocknen: Hände nach dem Waschen oder Baden nicht trocken rubbeln, sondern abtupfen – das schont die ohnehin aufgeweichten Hautränder.

Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

  • Nagelhaut abschneiden: Mit Schere oder Knipser zu arbeiten, beschädigt die Schutzbarriere und öffnet Keimen Tür und Tor. Besser: nur weiche Nagelhaut vorsichtig zurückschieben.
  • Reißen statt schneiden: Kleine Hautfetzen abzureißen vergrößert den Schaden und erhöht das Entzündungsrisiko. Wenn nötig, mit einer sauberen, feinen Nagelhautschere minimal kürzen.
  • Aggressive Produkte: Stark entfettende Seifen, alkoholreiche Produkte oder aggressive Nagelhautentferner trocknen zusätzlich aus und reizen die Haut.
  • Nur im Notfall pflegen: Sporadische „Akutpflege“ reicht selten aus. Eine zurückhaltende, aber regelmäßige Routine ist deutlich wirksamer.

Alltagstaugliche Tipps für das ganze Jahr

  • Pflege in Routinen integrieren: Abends beim Auftragen der Handcreme die Nagelhaut kurz mitmassieren.
  • Immer sanft arbeiten: Nur aufgeweichte Nagelhaut – etwa nach dem Duschen – sehr behutsam zurückschieben, ohne Druck.
  • Warnsignale ernst nehmen: Spannungsgefühl, Brennen, Trockenheit, feine Risse oder kleine Hautfetzen zeigen, dass die Nagelhaut mehr Aufmerksamkeit braucht – egal zu welcher Jahreszeit.
  • Hände insgesamt im Blick behalten: Eine intakte, gepflegte Handhaut entlastet auch die Nagelhaut und macht sie widerstandsfähiger.

Kurz zusammengefasst

Der Zustand Ihrer Nagelhaut verändert sich im Jahresverlauf deutlich: Winterkälte und Heizungsluft trocknen aus und machen sie spröde, Sommerhitze, UV-Strahlung und Wasserbelastung reizen und lassen sie aufquellen. Die Pflege sollte sich daran orientieren: im Winter eher schützend und reichhaltig, im Sommer leichter, feuchtigkeitsspendend und mit Schutz vor Sonne und Wasser. Mit einer sanften, konsequenten Routine bleibt die Nagelhaut geschmeidig – und erfüllt ihre Schutzfunktion zuverlässig.


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