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Welche Dufttrends dominieren derzeit den Bereich Unisex- und Genderless-Parfums?

Neue Duftfreiheit: Welche Trends prägen Unisex- und Genderless-Parfums?

Unisex- und genderlose Düfte sind längst kein Randphänomen mehr, sondern ein fester Teil der modernen Parfumwelt. Immer mehr Menschen möchten Düfte tragen, die nicht in „für Sie“ oder „für Ihn“ einsortiert werden, sondern zu ihrer Haltung, ihrem Alltag und ihrer Persönlichkeit passen. Gleichzeitig passen Parfumhäuser ihre Kreationen einem veränderten Bild von Körper, Identität und Rolle an.

In diesem Artikel geht es darum, welche Dufttrends das Feld der Unisex- und Genderless-Parfums aktuell bestimmen – und wie Sie darin Ihren eigenen Weg finden.


Warum Düfte heute unabhängiger von Geschlechterrollen geworden sind

Die klassische Aufteilung war lange klar: blumig, süß, oft opulent für Frauen; herb, frisch, holzig für Männer. Diese Kategorien stammen jedoch eher aus Marketing und gesellschaftlichen Zuschreibungen als aus einer „Naturgesetze“ der Parfümerie.

Viele Menschen empfinden solche Raster inzwischen als einengend. Düfte werden heute stärker als persönliches Statement verstanden: als Ausdruck von Stimmung, Stil, Lebensphase – nicht als Signal für ein bestimmtes Geschlecht. Parallel dazu haben sich die Duftpaletten erweitert. Kompositionen arbeiten zunehmend mit balancierten Mischungen aus frischen, holzigen, würzigen und floralen Noten, die bewusst offen angelegt sind.

Dieser Perspektivwechsel bildet den Hintergrund für die wichtigsten aktuellen Trends im Unisex- und Genderless-Segment.


Die stärksten Strömungen: Diese Dufttrends dominieren aktuell

1. Saubere Haut und „Skin Scents“

Besonders gefragt sind Düfte, die wie „eigene, saubere Haut“ riechen: cremig, leicht pudrig, oft mit feinen Moschus- und Hautnoten. Sie wirken intim, nicht aufdringlich, und erinnern eher an frisch gewaschene Wäsche, eine zarte Bodylotion oder warme, saubere Haut in der Sonne als an ein „typisches Parfum“.

Diese sogenannten „Skin Scents“ fügen sich in den Alltag ein, statt ihn zu dominieren. Sie funktionieren im Büro ebenso wie bei Treffen im kleinen Kreis und sind ideal für Menschen, die sich dezent, aber präsent wahrnehmbar machen möchten.

2. Holzig, trocken, minimalistisch

Holznoten bilden den Kern vieler moderner Unisex-Düfte: Zedernholz, Sandelholz, Vetiver oder trockene, leicht rauchige Hölzer. Sie werden oft reduziert eingesetzt und mit klaren Zitrusnoten oder frischen, grünen Akzenten verbunden.

Die Resultate sind ruhige, strukturierte Kompositionen, die weder eindeutig „maskulin“ noch „feminin“ wirken. Solche Düfte passen gut zu minimalistischen Stilwelten – sie sind zurückhaltend, aber charakterstark und geben eher Kontur als Dekoration.

3. Neutrale Frische statt sportlicher Kälte

Frische bleibt ein Dauerthema, hat aber ihren Ton verändert. Die schrillen, „sportlichen“ Aquadüfte mit scharfem Zitrus, kalter Minze und metallischen Akzenten werden zunehmend von softeren, zurückgenommenen Frischevarianten abgelöst.

Im Fokus stehen jetzt Zitrusfrüchte mit natürlicherer Anmutung, grüne Blätter, Tee-Noten, leichte Wässerigkeit ohne „Chlorbecken-Effekt“. Das Ergebnis ist ein Gefühl von Klarheit und Gepflegtheit – frisch, aber nicht stechend, dynamisch, ohne aggressiv zu wirken.

4. Florale Noten jenseits von „typisch feminin“

Blumige Noten werden entstaubt. Statt süßer, dichter Blütensträuße treten transparente, luftige Florals in den Vordergrund. Jasmin, Orangenblüte, Neroli oder Iris werden in vielen genderlosen Düften leicht und kühl, oft fast schwebend eingesetzt.

Kombiniert mit Hölzern, Kräutern, Tee oder Gewürzen verlieren florale Akkorde ihre „mädchenhafte“ Konnotation. Sie wirken modern, elegant, teilweise sogar sehr reduziert – und zeigen, dass Blumen im Duft nicht automatisch Romantik oder Verspieltheit bedeuten müssen.

5. Gourmand in zurückhaltend

Süße ist nicht verschwunden, sie wurde nur gezähmt. Anstelle von stark dessertartigen Kompositionen mit Karamell, Zuckerwatte und üppiger Vanille setzen viele genderlose Parfums auf fein dosierte Gourmand-Elemente.

Leichte Vanille, Tonkabohne, ein Hauch Kakao oder Mandel werden sparsam eingesetzt und durch Hölzer, Ambra-Anklänge, Tabaknoten oder Gewürze ausbalanciert. So entsteht Wärme und Nähe, aber ohne den Eindruck von „Duft-Nachtisch“. Ideal für alle, die es gemütlich, aber nicht klebrig mögen.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

  • Nur nach Geschlechtslabel entscheiden:
    „Unisex“ oder „Genderless“ auf dem Flakon sagt wenig über die Qualität oder Tragbarkeit aus. Maßgeblich ist, ob der Duft Ihre Art zu leben und sich zu kleiden unterstützt.

  • Zu stark am ersten Sprühen orientieren:
    Die Kopfnote ist oft laut und flüchtig. Gerade genderlose Kreationen entwickeln sich häufig langsamer und subtiler. Warten Sie 20–30 Minuten, bevor Sie urteilen.

  • Florale oder süße Noten von vornherein ausschließen:
    Viele moderne Düfte beweisen, dass Blumen, Vanille oder Tonka nicht automatisch weich oder „feminin“ wirken. Kontrast und Dosierung machen den Unterschied.

  • Blindkäufe nur nach Beschreibung:
    Begriffe wie „clean“, „skin“, „fresh“ oder „woody“ sind interpretierbar und werden marketingseitig großzügig eingesetzt. Kein Text ersetzt den eigenen Geruchseindruck.


Wie Sie den passenden Unisex-Duft für sich finden

  • Auf Stimmung statt auf Schubladen hören:
    Fragen Sie sich: Suche ich etwas Klärendes, Beruhigendes, Wärmendes, Unsichtbares, Markantes? Diese Kategorien führen oft weiter als „männlich“ oder „weiblich“.

  • Unterschiedliche Konzentrationen testen:
    Eau de Toilette wirkt meist leichter, durchscheinender, oft alltagstauglicher. Eau de Parfum oder Extrait haben mehr Tiefe und Präsenz. Beides kann genderneutral funktionieren, aber unterschiedlich wahrgenommen werden.

  • Duft auf der eigenen Haut probieren:
    Papierstreifen sind nur ein Einstieg. Ein und derselbe Duft kann an zwei Personen völlig verschieden wirken. Tragen Sie ihn ein paar Stunden und beobachten Sie, ob Sie sich damit im Verlauf des Tages noch wohlfühlen.

  • Jahreszeit und Alltag berücksichtigen:
    Clean- und Skin-Scents passen hervorragend zu Büro, Studium und Situationen mit engem Kontakt. Trockene Hölzer, weiche Gewürze oder dezente Gourmand-Akkorde entfalten ihre Stärke eher am Abend, in der kühleren Jahreszeit oder in ruhigeren Momenten.


Kurz zusammengefasst

Unisex- und genderlose Parfums rücken das persönliche Duftempfinden in den Vordergrund, nicht die Geschlechtszuordnung. Prägend sind derzeit: hautnahe Clean-Düfte, minimalistische Holzakzente, sanfte Frische, neu gedachte florale Noten und zurückhaltend süße, warme Nuancen. Wer sich bei der Auswahl weniger an Etiketten und mehr an der eigenen Stimmung, dem eigenen Stil und dem gewünschten „Duft-Raum“ orientiert, findet leichter Parfums, die sich wirklich stimmig anfühlen.


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