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Warum sind manche klassische Bestseller-Düfte im Vergleich zu neuen Launches relativ günstig?

Warum einige Duftklassiker deutlich günstiger sind als neue Parfums

Klassische Bestseller, die seit Jahrzehnten in den Regalen stehen, sind oft deutlich günstiger als neue Düfte mit großem Launch und Hochglanzkampagne. Das wirkt zunächst paradox – gerade weil viele dieser Klassiker als zeitlos, elegant und qualitativ zuverlässig gelten. Der Eindruck, „billiger“ bedeute automatisch „schlechter“, hält sich hartnäckig. Tatsächlich steckt dahinter jedoch kein Qualitätsabfall, sondern ein Zusammenspiel aus Entwicklungskosten, Marketing, Lizenzen, Produktionsmengen und Markenstrategie.

Im Folgenden geht es darum, warum bekannte Klassiker häufig weniger kosten, was das mit Ihnen als Käuferin oder Käufer zu tun hat – und wie Sie Duftpreise realistischer einordnen können.


Was den Preis eines Parfums wirklich bestimmt

Der eigentliche Duft im Flakon ist nur ein Teil des Preises – und meist nicht der größte. Wichtiger sind die Kosten, die rund um das Produkt entstehen.

1. Entwicklung und Forschung
Bevor ein neuer Duft auf den Markt kommt, liegen oft Jahre der Entwicklung dahinter. Parfümeure erstellen zahlreiche Varianten, diese werden getestet, angepasst, erneut getestet. Gleichzeitig laufen Stabilitätsprüfungen, Sicherheitsbewertungen und rechtliche Prüfungen. Dazu kommen Design und Entwicklung von Flakon, Verpackung und gegebenenfalls ganzen Produktlinien.
All diese Kosten müssen sich wieder amortisieren – und das passiert vor allem in den ersten Jahren nach dem Launch über den Verkaufspreis.

2. Marketing und Inszenierung
Die Einführung eines neuen Dufts ist selten leise. Kampagnen mit prominenten Gesichtern, TV-Spots, Anzeigen, Social Media, Influencer-Kooperationen, Launch-Events: All das verschlingt hohe Budgets.
Je stärker ein Duft als große Neuheit inszeniert wird, desto mehr dieser Marketingausgaben sollen über den Preis wieder eingespielt werden. Die Emotion, die um den Duft herum aufgebaut wird, hat auf den Endpreis oft mehr Einfluss als der Inhalt des Flakons.

3. Lizenzen und Markenimage
Viele Parfums sind mit bekannten Modemarken, Designerlabels oder Prominenten verknüpft. Für die Nutzung eines Namens, Logos oder Images fallen Lizenzgebühren an. Gerade bei neuen Lancierungen, bei denen die Marke sich neu positionieren oder ihre Strahlkraft ausbauen möchte, spielen diese Lizenzkosten eine große Rolle.
Sie werden in die Preiskalkulation eingerechnet – und Sie zahlen mit für die Attraktivität und Wiedererkennbarkeit des Labels.

4. Produktionsmengen und Skaleneffekte
Klassiker werden meist seit vielen Jahren kontinuierlich produziert. Die Nachfrage ist kalkulierbar, die Mengen sind hoch, die Abläufe eingespielt. Dadurch lassen sich Rohstoffe günstiger einkaufen, Logistik und Abfüllung werden effizienter, die Verpackung muss nicht ständig neu entwickelt werden.
Diese Skaleneffekte senken die Kosten pro Flakon – deutlich stärker, als es bei einem neuen Duft möglich ist, dessen langfristiger Erfolg noch gar nicht absehbar ist.


Warum Klassiker mit der Zeit oft im Preis sinken

Mit der Zeit verschiebt sich die wirtschaftliche Logik hinter einem Duft. Was zum Launch teuer war, kann Jahre später deutlich entspannter kalkuliert werden.

Kosten wurden längst amortisiert
Die großen Anfangsinvestitionen – Rezepturentwicklung, erste Kampagnen, Markteinführung – sind bei einem etablierten Klassiker schon lange bezahlt. Die Marke muss diese Summen nicht mehr in jeden einzelnen Flakon „eingepreist“ mitverkaufen. Das verschafft Spielraum nach unten.

Weniger Werbedruck, geringerer Preis
Klassiker laufen in der Regel stabil und benötigen keinen ständigen Hype. Sie tauchen vielleicht noch in Kampagnen auf, aber wesentlich zurückhaltender. Wenn der Werbedruck sinkt, sinken die laufenden Marketingkosten – und damit oft auch der Preis im Regal.

Positionierung als „Einsteigerduft“
Viele Marken nutzen ihre Klassiker strategisch: Sie werden preislich so angesiedelt, dass sie für eine breite Zielgruppe attraktiv bleiben. So dienen sie als „Einstiegsticket“ in die Welt der Marke.
Neuere, teurere Düfte werden hingegen bewusst als Trend- oder Prestigeprodukte platziert – mit entsprechend höherer Preispositionierung.

Anpassungen bei Rezeptur und Konzentration
Über die Jahre werden Düfte immer wieder angepasst: wegen geänderter Regulierung (z. B. bei bestimmten Inhaltsstoffen), veränderter Rohstoffverfügbarkeit oder schlicht, weil bestimmte Zutaten teurer geworden sind.
Mitunter verändert sich auch die Konzentration – etwa, wenn ein Duft überwiegend als Eau de Toilette statt in höherer Konzentration angeboten wird. Das kann den Preis senken, ohne dass der Duft automatisch schlecht wird. Er kann sich anders anfühlen, anders entwickeln – aber „billig“ ist er dadurch nicht per se.


Typische Missverständnisse rund um günstige Klassiker

„Günstiger = schlechter“
Ein niedriger Preis sagt wenig über die Qualität des Dufts aus. In den meisten Fällen spiegelt er vor allem die wirtschaftliche Situation des Produkts wider: amortisierte Kosten, hohe Produktionsmengen, geringere Marketingausgaben.
Ob ein Klassiker günstig ist, hat also mehr mit Kalkulation zu tun als mit seiner olfaktorischen Leistung.

„Teuer heißt immer natürlichere Inhaltsstoffe“
Der Preis verrät Ihnen kaum, ob ein Duft überwiegend natürliche oder synthetische Rohstoffe enthält. Viele teure Düfte arbeiten stark mit synthetischen Molekülen, viele Klassiker ebenfalls – und beides kann qualitativ hochwertig sein.
Der Aufschlag, den Sie zahlen, geht eher auf das Konto von Marke, Inszenierung und Vertriebsstruktur als auf den Rohstoffeinsatz allein.

„Wenn ein Klassiker günstig ist, läuft er schlecht“
Ein moderater Preis ist nicht automatisch ein Zeichen für schwache Verkäufe. Im Gegenteil: Viele Bestseller verdanken ihren Erfolg gerade ihrem zugänglichen Preis – und ihrer Verlässlichkeit im Alltag.
Ein günstigerer Klassiker kann bewusst so positioniert sein, um dauerhaft attraktiv zu bleiben und ein großes Publikum zu erreichen.


Wie Sie Duftpreise beim Einkauf besser einordnen

Auf Konzentration achten
Vergleichen Sie immer die Konzentration: Eau de Toilette, Eau de Parfum, Extrait – sie unterscheiden sich in der Menge an Duftöl und oft auch in der Art, wie sich der Duft entwickelt. Höhere Konzentrationen sind meist teurer, wirken aber nicht bei jedem Menschen gleich intensiv oder langanhaltend.

Pro-Milliliter-Preis betrachten
Der reine Flakonpreis kann täuschen. Größere Flakons wirken zunächst teuer, sind pro Milliliter aber oft deutlich günstiger. Wenn Sie einen Duft regelmäßig tragen, lohnt sich dieser Vergleich – auch zwischen verschiedenen Händlern.

Eigenes Empfinden vor den Preis stellen
Entscheidend ist nicht, was das Marketing verspricht, sondern wie Sie sich mit dem Duft fühlen.
Fragen Sie sich: Gefällt mir der Duft wirklich? Kann ich ihn im Alltag tragen? Passt er zu meiner Persönlichkeit, zu meiner Garderobe, zu meiner Umgebung? Ein klassischer, moderat bepreis­ter Duft kann für Sie persönlich viel stimmiger sein als ein teures, kurzlebiges Trendprodukt.

Tester und kleinere Größen nutzen
Bei neuen, hochpreisigen Düften lohnt es, klein anzufangen: Reisegrößen, Discovery-Sets oder Abfüllungen geben Ihnen Zeit, den Duft im Alltag zu erleben, bevor Sie in einen großen Flakon investieren. Das reduziert Fehlkäufe – und relativiert den Druck, „gleich das große Fläschchen“ nehmen zu müssen.


Kurz zusammengefasst

Klassische Bestseller sind in vielen Fällen günstiger als neue Lancierungen, weil ihre ursprünglichen Entwicklungs- und Marketingkosten längst amortisiert sind, weil sie in großen Mengen effizient produziert werden und weil Marken sie gezielt als etablierte, zugängliche Optionen im Sortiment positionieren.

Der Preis erzählt daher vor allem etwas über Wirtschaftlichkeit, Markenstrategie und Inszenierung – deutlich weniger über Ihre persönliche Duftwahrnehmung. Am Ende zählt, dass ein Duft zu Ihnen, Ihrem Alltag und Ihrem Stil passt – egal, ob er ein bewährter Klassiker oder ein frischer Newcomer ist.


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