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Welche Reinigungsformulierung eignet sich bei sehr trockener, schuppiger Gesichtshaut?

Welche Reinigung bei sehr trockener, schuppiger Haut wirklich sinnvoll ist

Sehr trockene, schuppige Gesichtshaut nimmt es übel, wenn man ihr zu viel zumutet – und das gilt ganz besonders für die Reinigung. Statt nur an Cremes und Ölen zu feilen, lohnt sich ein genauer Blick auf das Produkt, mit dem Sie jeden Abend starten: Ihren Cleanser.

Im Folgenden geht es darum, welche Reinigungsarten für trockene, schuppige Haut tatsächlich sinnvoll sind, worauf Sie bei Konsistenz und Inhaltsstoffen achten sollten und wie eine Routine aussieht, die die Hautbarriere möglichst wenig stresst.


Warum die Wahl des Reinigungsprodukts bei trockener Haut entscheidend ist

Trockene, schuppige Haut bildet nur wenig eigene Lipide (Fette) und kann Feuchtigkeit schlechter speichern. Jede zu „gründliche“ Reinigung nimmt ihr noch mehr davon weg.

Klassische, stark schäumende Reiniger oder austrocknende Gele arbeiten oft mit relativ aggressiven Tensiden. Die greifen die Hautbarriere an. Das Ergebnis kennen viele: Spannungsgefühle, Rötungen, verstärkte Schuppung, manchmal sogar ein leichtes Brennen.

Für sehr trockene Haut sind deshalb milde, eher rückfettende Formulierungen sinnvoll. Sie sollen Schmutz, Schweiß, Pflege- und Sonnenschutzreste entfernen, aber den schützenden Lipidfilm nicht unnötig abtragen.

Gesucht ist nicht das „quietschsaubere“ Gefühl, sondern eine gereinigte Haut, die sich weich, ruhig und nicht gereizt anfühlt.


Sanfte Texturen: Welche Reinigungsformulierung besonders geeignet ist

Für sehr trockene, schuppige Gesichtshaut kommen vor allem diese Typen infrage:

1. Reinigungsmilch oder Reinigungscreme

  • meist milde Formulierungen, oft mit pflegenden Lipiden
  • cremige, lotionartige Textur
  • reinigt schonend und hinterlässt ein eher weiches, gepflegtes Hautgefühl

2. Reinigungsbalm oder -öl (Abschminköl/-balsam)

  • auf Basis von Ölen oder wachsartigen Komponenten
  • löst sehr gut Sonnenschutz, Make-up und reichhaltige Pflege
  • kann dafür sorgen, dass die Haut nach der Reinigung weniger trocken wirkt
  • wird je nach Produkt mit Wasser emulgiert und anschließend abgespült

3. Sehr milde, nicht schäumende Gel- oder Lotion-Cleanser

  • passend, wenn Sie das Gefühl von „mit Wasser abwaschen“ mögen, Schaum aber nicht vertragen
  • arbeiten mit milden Tensiden und meist ohne stark austrocknende Zusätze

Entscheidend ist nicht nur die Kategorie (Milch, Öl, Balm), sondern die konkrete Formulierung:
Sie sollte klar als „mild“, „für empfindliche Haut“ oder „für trockene Haut“ gekennzeichnet sein und keine stark entfettenden Tenside oder harschen Alkoholanteile enthalten.


Typische Stolperfallen – und wie Sie Ihre Haut zusätzlich schützen

Bei sehr trockener, schuppiger Haut lohnt es sich, ein paar verbreitete Fehler konsequent zu vermeiden:

  • Zu heißes Wasser
    Heißes Wasser löst Fette – auch die, die Ihre Haut dringend braucht. Lauwarmes Wasser reicht völlig aus.

  • Mehrfaches Reinigen nacheinander
    „Doppelt reinigen“ ist nur dann sinnvoll, wenn wirklich viel Make-up oder Sonnenschutz auf der Haut liegt. Ohne stärkere Verschmutzung reicht in der Regel eine sanfte Runde.

  • Aggressive Peelings in der Reinigungsphase
    Mechanische Peelings mit groben Körnchen sind für trockene, empfindliche Haut oft zu viel. Auch chemische Peelings sollten Sie vorsichtig dosieren und nicht „nebenbei“ jeden Abend in die Reinigung einbauen.

  • Reibende, grobe Handtücher
    Starkes Rubbeln kann Schuppung und Rötungen verstärken. Die Haut nach der Reinigung nur leicht mit einem weichen Handtuch abtupfen – nicht trocken schrubben.

  • Fixierung auf das „knirschend saubere“ Gefühl
    Wenn die Haut sich nach der Reinigung quietschig-trocken anfühlt, ist das eher ein Zeichen für eine strapazierte Barriere als für besondere Sauberkeit.


Erprobte Empfehlungen für eine sanfte Reinigungsroutine

So kann eine abendliche Routine bei sehr trockener, schuppiger Haut aussehen:

  1. Sanften Cleanser wählen
    Eine kleine Menge Reinigungsmilch, -creme, Balm oder Öl auf die trockene oder leicht angefeuchtete Haut geben.

  2. Ohne Druck einmassieren
    Mit den Fingerspitzen in ruhigen, kreisenden Bewegungen über Gesicht, Hals und gegebenenfalls Dekolleté gleiten. Nicht rubbeln, nicht „scheuern“.

  3. Mit lauwarmem Wasser abnehmen
    Mit den Händen abspülen oder einen weichen, gut ausgewaschenen Waschlappen bzw. ein Tuch nutzen und die Reste vorsichtig abnehmen.

  4. Nicht „squeaky clean“ nachreinigen
    Wenn sich die Haut sauber, aber noch geschmeidig und nicht fettig anfühlt, ist genug getan. Zusätzliche Reinigungsgänge bringen hier keinen Vorteil.

  5. Innerhalb weniger Minuten pflegen
    Direkt im Anschluss eine feuchtigkeitsspendende Pflege auftragen, um den transepidermalen Wasserverlust so gering wie möglich zu halten.

Morgens reicht bei stark trockener Haut häufig lauwarmes Wasser. Wenn sich durch Nachtpflege ein deutlicher Film auf der Haut befindet oder Sonnenschutzreste entfernt werden müssen, genügt meist eine sehr kleine Menge eines milden Reinigers.


Kurz zusammengefasst

Für sehr trockene, schuppige Gesichtshaut eignen sich vor allem milde, eher rückfettende Reinigungsprodukte: Reinigungsmilch, -creme, Balm oder Öl sowie sehr sanfte, nicht schäumende Gel- oder Lotion-Cleanser.

Wichtig ist, dass die Haut von Schmutz, Pflege und Sonnenschutz befreit wird, ohne auszutrocknen oder zu brennen. Lauwarmes Wasser, möglichst wenig Reibung und eine anschließende, gut formulierte Feuchtigkeitspflege unterstützen die Hautbarriere zusätzlich.


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