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Wie stelle ich meine Routine um, wenn sich meine Haut verändert (z.B. Jahreszeitenwechsel)?

Wenn sich Ihre Haut verändert: So passen Sie Ihre Pflegeroutine klug an

Wenn sich Ihre Haut plötzlich anders anfühlt – zum Beispiel beim Wechsel von Sommer zu Winter – wirkt selbst eine altbewährte Pflegeroutine auf einmal „falsch“. Die Haut spannt, glänzt stärker oder reagiert empfindlicher, obwohl Sie nichts verändert haben. Das ist kein Fehler in Ihrer Routine, sondern ein Zeichen dafür, dass Ihre Haut auf neue Bedingungen reagiert. Sie ist ein lebendiges Organ und reagiert auf Klima, Hormone, Stress und Lebensstil. Wie Sie Ihre Pflege sinnvoll nachjustieren, ohne alles neu zu kaufen, lesen Sie hier.


Warum Ihre Haut sich im Jahresverlauf verändert

Haut bleibt nicht das ganze Jahr über gleich. Sie steht ständig unter Einfluss äußerer Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, UV-Strahlung und Heizungsluft – und innerer Faktoren wie Hormonschwankungen, Schlafqualität und Ernährung.

  • Im Winter verliert die Haut durch kalte Luft draußen und trockene Heizungsluft drinnen deutlich mehr Feuchtigkeit. Sie wirkt schneller trocken, rau, schuppig oder gereizt.
  • Im Sommer läuft die Talgproduktion oft höher. Die Haut glänzt stärker, Poren können leichter verstopfen. Gleichzeitig schwächt UV-Strahlung die Hautbarriere.
  • In stressigen Phasen oder bei hormonellen Veränderungen (z. B. Zyklus, Schwangerschaft, Absetzen hormoneller Verhütung, Wechseljahre) nimmt die Neigung zu Unreinheiten, Rötungen oder Überempfindlichkeit häufig zu.

Wichtig ist: Sie brauchen nicht bei jeder Veränderung eine komplett neue Pflegeschublade. Meist genügt es, an ein paar Stellschrauben zu drehen: Feuchtigkeit, Fett, Reinigung und Schutz.


Schritt für Schritt: So justieren Sie Ihre Routine bei Veränderungen

Am übersichtlichsten ist es, wenn Sie Ihre Routine Baustein für Baustein durchgehen.

  1. Reinigung überprüfen
    Fühlt sich die Haut direkt nach dem Reinigen trocken, rau oder gespannt an, ist das ein Hinweis darauf, dass der Reiniger zu stark entfettend arbeitet. In der kalten Jahreszeit sind mildere, weniger schäumende Texturen oft angenehmer, weil sie die Hautbarriere schonen. Im Sommer dürfen es leichtere, gründlich reinigende Formulierungen sein, die überschüssigen Talg entfernen, ohne auszutrocknen.

  2. Feuchtigkeit anpassen

    • Im Winter: mehr feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe (z. B. Glycerin, Hyaluronsäure, Urea in moderater Konzentration) und Texturen, die Wasser länger in der Haut halten.
    • Im Sommer: leichte, schnell einziehende Formulierungen, die viel Feuchtigkeit liefern, aber nicht beschweren oder die Poren verstopfen.
  3. Fett- und Okklusivpflege dosieren
    Wird die Haut trocken, schuppig oder rau, kann eine etwas reichhaltigere Creme helfen, die Feuchtigkeit in der Haut zu halten und die Barriere zu stabilisieren. Neigt die Haut dagegen zu starkem Glanz, vermehrten Unreinheiten oder Unterlagerungen, ist eine leichtere, weniger fettige Pflege sinnvoll.

  4. Schutz im Blick behalten
    UV-Schutz ist das ganze Jahr relevant – die Dosis kann sich aber ändern. Im Sommer hat Sonnenschutz Priorität, gerade im Gesicht, am Hals und auf den Händen. Im Winter reicht je nach Aufenthaltsdauer im Freien oft eine niedrigere Schutzstufe, außer in Situationen mit starker Reflexion (z. B. Skifahren).

Praktischer Ansatz: Verändern Sie nur einen Baustein zurzeit und beobachten Sie Ihre Haut 1–2 Wochen lang. So können Sie zuordnen, was wirklich etwas verbessert – und was nicht.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie umgehen

Beim Anpassen der Routine entstehen häufig ähnliche Probleme:

  • Alles auf einmal austauschen
    Wenn Sie mehrere Produkte gleichzeitig wechseln, lässt sich kaum noch nachvollziehen, was Ihrer Haut guttut oder schadet. Besser: Schrittweise vorgehen.

  • Zu aggressive Peelings, vor allem im Winter
    Häufiges oder starkes Peelen (mechanisch oder chemisch) kann die Hautbarriere schwächen. In Kombination mit Kälte oder trockener Luft führt das schnell zu Rötungen, Brennen und Trockenheitsgefühlen.

  • Immer mehr Produkte statt gezielter Anpassung
    Ein häufiger Reflex ist: „Da stimmt etwas nicht, ich brauche ein weiteres Serum.“ In vielen Fällen braucht die Haut aber nicht „mehr“, sondern „passender“ – zum Beispiel statt drei verschiedener Seren eine etwas reichhaltigere Creme oder eine sanftere Reinigung.

  • UV-Schutz in der dunklen Jahreszeit komplett weglassen
    UV-Strahlung verschwindet nicht, nur weil die Sonne tiefer steht oder hinter Wolken ist. Gesicht, Hals und Hände bekommen auch im Winter regelmäßig Strahlung ab.


Erprobte Tipps für eine Routine, die mit Ihrer Haut mitwächst

  • Die Signale Ihrer Haut ernst nehmen
    Spannt sie nach der Reinigung? Glänzt sie schon kurz nach dem Auftragen der Creme? Juckt, brennt oder rötet sich etwas nach bestimmten Produkten? Solche Reaktionen sind Hinweise, an welcher Stelle Sie nachjustieren sollten.

  • Wirkstoffe langsam hoch- oder runterfahren
    Wird Ihre Haut sensibler (z. B. im Winter, bei Stress oder nach Erkrankungen), kann es sinnvoll sein, die Häufigkeit von Peelings, Retinoiden oder anderen aktiven Wirkstoffen zu reduzieren. Wirkt die Haut stabiler, können Sie langsam wieder steigern – immer mit etwas Abstand, nicht von heute auf morgen.

  • Mit Feuchtigkeitsschichten arbeiten
    Statt einer einzigen sehr reichhaltigen Creme können Sie mehrere leichte Feuchtigkeitsprodukte (z. B. Toner, Serum, leichte Emulsion) übereinander verwenden. Das versorgt die Haut gut, ohne sie zu überladen oder das Risiko für Unreinheiten unnötig zu erhöhen.

  • Routine saisonal denken
    Bewährt hat sich für viele ein „Sommer-Set“ (leichter, weniger fettig, stärkere Betonung von Feuchtigkeit und UV-Schutz) und ein „Winter-Set“ (etwas reichhaltiger, stärker schützend, fokus auf Barriere und Feuchtigkeitsbindung). Die Basis bleibt gleich, die Texturen variieren.


Kurz zusammengefasst

Ihre Haut verändert sich im Laufe des Jahres – das ist physiologisch und kein Zeichen, dass Ihre Pflege „falsch“ ist. Statt alles neu zu planen, lohnt sich ein gezielter Blick auf vier Punkte: Reinigung, Feuchtigkeit, Fettanteil und Schutz. Verändern Sie immer nur einen dieser Bausteine, beobachten Sie Ihre Haut über einige Wochen und geben Sie ihr Zeit, sich umzustellen. So bleibt Ihre Routine stabil, aber flexibel – und Ihre Haut kommt besser ins Gleichgewicht.


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