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Wie kann ich zwischen Akne und anderen Hauterkrankungen wie Rosazea oder Perioraler Dermatitis unterscheiden?

Akne, Rosazea oder periorale Dermatitis? So erkennen Sie den Unterschied

Rötungen, Unebenheiten, Pickelchen – viele Hautprobleme sehen sich verblüffend ähnlich. Für die richtige Pflege ist es aber entscheidend, ob dahinter Akne, Rosazea oder eine periorale Dermatitis steckt. In diesem Text geht es darum, wie sich diese drei Hautbilder unterscheiden, worauf Sie beim Blick in den Spiegel achten können und ab wann ärztlicher Rat sinnvoll ist.


Wenn die Haut aus dem Gleichgewicht gerät: Was dahinterstecken kann

Akne, Rosazea und periorale Dermatitis treten häufig im Gesicht auf, haben aber unterschiedliche Ursachen, Verläufe und Konsequenzen für die Behandlung.

Akne entsteht durch verstopfte Poren, Talgüberschuss und eine Vermehrung bestimmter Hautbakterien. Am häufigsten sind Jugendliche betroffen, doch auch Erwachsene können mit Akne kämpfen – typischerweise im Gesicht, am Rücken und auf der Brust.

Rosazea ist eine chronische, schubweise verlaufende Erkrankung. Sie zeigt sich vor allem als Rötung im Gesicht, oft mit sichtbaren Äderchen, einem Gefühl von Wärme oder Brennen und teils auch mit Knötchen. Meist beginnt sie im mittleren Erwachsenenalter und tritt häufiger bei hellen Hauttypen auf.

Periorale Dermatitis betrifft vor allem die Region um den Mund, gelegentlich auch um Augen und Nase. Auffällig sind zahlreiche kleine Knötchen und Pusteln auf geröteter Haut, während der unmittelbare Rand um die Lippen oft ausgespart bleibt. Häufig steht dieses Hautbild im Zusammenhang mit überpflegter, stark gereizter oder durch Kortison geschwächter Haut.

Wichtig: Eine sichere Diagnose kann nur eine Ärztin oder ein Arzt stellen. Die folgenden Hinweise können Ihnen helfen, Ihre Beobachtungen besser einzuordnen, ersetzen aber keine Untersuchung.


Blick in den Spiegel: An diesen Zeichen können Sie sich orientieren

Typische Merkmale von Akne

  • Wo? Gesicht, Rücken, Brust, Schultern
  • Wie sieht es aus? Mitesser (schwarz oder weiß), Pickel, eitrige Pusteln, gelegentlich tiefere, schmerzhafte Knoten
  • Begleiterscheinung: Häufig fettige Haut mit vergrößerten Poren
  • Alter: Besonders häufig in der Pubertät, aber auch im Erwachsenenalter möglich

Typische Merkmale von Rosazea

  • Wo? Vor allem Wangen, Nase, Stirn, manchmal Kinn
  • Wie sieht es aus? Dauerhafte oder immer wiederkehrende Rötungen, sichtbare kleine Äderchen, oft begleitet von Hitze- oder Brenngefühl
  • Mögliche zusätzliche Zeichen: Kleine rote Knötchen und Pusteln, jedoch ohne Mitesser
  • Typische Auslöser für Schübe: Wärme, scharfes Essen, Alkohol, Sonneneinstrahlung oder Stress können Beschwerden verstärken

Typische Merkmale der perioralen Dermatitis

  • Wo? Rund um den Mund, teilweise auch um Nase und Augen
  • Wie sieht es aus? Viele kleine rote Knötchen, feine Bläschen, trockene oder schuppige Haut
  • Auffällig: Direkt an der Lippenkontur bleibt meist ein schmaler, „freier“ Rand ohne Veränderungen
  • Häufiger Hintergrund: Sehr reichhaltige oder häufig wechselnde Pflegeprodukte, „Zuviel“ an Kosmetik oder eine längerfristige Anwendung von Kortisoncremes im Gesicht

Häufige Stolperfallen bei der Selbstbeobachtung

  • Rosazea mit Akne verwechseln: Die Pusteln können akneähnlich wirken, aber Mitesser fehlen.
  • Periorale Dermatitis als trockene, empfindliche Haut deuten: Ausgerechnet mehr Creme, Öl oder reichhaltige Pflege kann die Beschwerden verstärken.
  • Zu starke Anti-Pickel-Pflege: Klassische Akneprodukte sind oft zu aggressiv für Rosazea oder periorale Dermatitis und verschlechtern die Reizung.
  • Zu langes Zuwarten: Wenn sich das Hautbild deutlich verschlechtert oder Rötungen, Schmerzen oder Brennen zunehmen, ist professionelle Abklärung ratsam.

Alltagsnahe Tipps, die Ihre Haut unterstützen können

Auch ohne gesicherte Diagnose können Sie einiges tun, um Ihre Haut zu entlasten:

  • Pflege eher reduzieren als ausbauen: Wenige, milde Produkte sind oft besser verträglich als eine lange Pflegeroutine mit vielen Wirkstoffen.
  • Reizstoffe meiden: Stark parfümierte Produkte, intensive Schaumreiniger oder sehr alkoholhaltige Toner können empfindliche Haut zusätzlich stressen.
  • Sonnenschutz etablieren: UV-Strahlung verschlimmert insbesondere Rosazea-Rötungen. Ein gut verträglicher Sonnenschutz ist daher sinnvoll.
  • Auslöser beobachten: Bei wiederkehrenden Rötungen lohnt es sich, zu notieren, ob Hitze, bestimmte Lebensmittel, Alkohol oder Stress beteiligt sind.
  • Nicht mit Kortisoncremes experimentieren: Kortison im Gesicht kann das Hautbild langfristig verschlechtern und eine periorale Dermatitis begünstigen.

Wenn Beschwerden anhalten, Sie unsicher sind oder sich die Haut deutlich verschlechtert, ist ein Termin in einer dermatologischen Praxis der zuverlässigste Schritt.


Kurz zusammengefasst

Akne, Rosazea und periorale Dermatitis können sich ähneln, unterscheiden sich aber deutlich in Verteilung, Aussehen und typischen Auslösern.
Akne zeigt Mitesser und Pickel, häufig im Gesicht und am Oberkörper. Rosazea äußert sich durch Rötungen und sichtbare Äderchen im Zentrum des Gesichts, mit möglichem Brennen und Schüben. Die periorale Dermatitis konzentriert sich mit vielen kleinen Knötchen vor allem auf den Bereich um den Mund und lässt einen schmalen Rand an der Lippenkontur frei.

Die gezielte Behandlung gehört in ärztliche Hände. Eine zurückhaltende, reizarme Pflege und konsequenter Sonnenschutz sind hingegen fast immer sinnvoll.


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