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Welche Pflege eignet sich bei seborrhoischem Ekzem, z. B. um Rötungen und Schuppen an Nase und Augenbrauen zu mindern?

Beruhigen statt reizen: Sanfte Pflege bei seborrhoischem Ekzem im Gesicht

Seborrhoisches Ekzem zeigt sich bevorzugt dort, wo man es kaum übersehen kann: rund um die Nase, an den Augenbrauen, am Haaransatz. Rötungen, Schuppen und gelegentlich Juckreiz sind nicht nur optisch störend, sondern fühlen sich oft auch unangenehm an. Mit einer durchdachten, reizarmen Pflegeroutine lassen sich die Beschwerden in vielen Fällen deutlich mindern und Schübe abfedern. Im Folgenden geht es darum, was Ihrer Haut wirklich hilft, worauf Sie besser verzichten – und wie Sie sie langfristig etwas stabiler bekommen.


Was hinter Rötungen und Schuppen wirklich steckt

Beim seborrhoischen Ekzem greifen mehrere Faktoren ineinander:

  • Die Talgdrüsen arbeiten in bestimmten Zonen aktiver.
  • Die Zusammensetzung der natürlichen Hautflora verschiebt sich, Hefepilze (z. B. Malassezia) können sich verstärkt vermehren.
  • Die Haut reagiert darauf mit einer Entzündung: Rötungen, Schuppenbildung, manchmal Juckreiz.

Typische Areale sind Nase und Nasenflügel, Augenbrauen, Stirn, Haaransatz und oft auch die Region hinter den Ohren. Die Neigung dazu ist meist angelegt, zusätzlich können Stress, starke Temperaturwechsel, trockene Heizungsluft oder mechanische Reizung (z. B. häufiges Reiben) Schübe mit auslösen.

Ein seborrhoisches Ekzem lässt sich in der Regel nicht „wegpflegen“. Das Ziel der Pflege ist realistischer: die Haut beruhigen, Schuppen reduzieren, Reizungen abmildern und neue Schübe möglichst entschärfen.


So gestalten Sie Ihre tägliche Pflegeroutine möglichst ekzemfreundlich

Die Haut profitiert am meisten von einer einfachen, konsequenten und milden Routine. Überladen ist hier selten hilfreich.

1. Sanfte Reinigung

  • Verwenden Sie eine milde, pH-hautneutrale Reinigung ohne aggressive Tenside.
  • Kein Rubbeln, keine stark schäumenden „Tiefenreiniger“.
  • Mit lauwarmem Wasser abspülen – heißes Wasser verstärkt die Reizung oft zusätzlich.

2. Schuppen sanft entfernen

  • Lose Schuppen nur vorsichtig mit den Fingerspitzen abstreifen, nicht kratzen.
  • Bei ausgeprägter Schuppung können sehr milde, kurz einwirkende Fruchtsäure- oder Enzympeelings infrage kommen – selten, mit Bedacht und nur, wenn die Haut sie gut toleriert. Bei Brennen oder verstärkter Rötung sofort pausieren.

3. Leichte, nicht fettende Pflege

  • Greifen Sie eher zu leichten Fluids oder Emulsionen als zu sehr reichhaltigen, fettigen Cremes.
  • Möglichst ohne Duftstoffe und Alkohol (Ethanol), um unnötige Irritationen zu vermeiden.
  • Beruhigende Inhaltsstoffe wie Panthenol, Allantoin, Glycyrrhizinat oder Aloe vera können Rötungen und Spannungsgefühle abmildern.

4. Sonnenschutz nicht vergessen

  • Tagsüber ist ein leichter, nicht fettender Sonnenschutz sinnvoll, da UV-Strahlung die ohnehin gestresste Haut zusätzlich belasten kann.
  • Auch hier: möglichst duftfrei und eher gel- oder fluidartige Texturen, die nicht schwer aufliegen.

Typische Stolperfallen – und wie Sie sie umgehen

Wer mit Rötungen und Schuppen kämpft, neigt verständlicherweise zu „gründlicher“ Pflege – und landet damit schnell im Übermaß. Einige häufige Fehler:

Zu aggressive Reinigung

  • Stark schäumende Produkte, Peelings mit groben Körnchen oder harte Reinigungsbürsten setzen der Hautbarriere zu. Die Folge sind mehr Rötung, Brennen und eine noch empfindlichere Haut.

Zu reichhaltige, okklusive Cremes

  • Sehr fettreiche Formulierungen können das Klima auf der Haut so verändern, dass sich die Hefepilze wohler fühlen, die beim seborrhoischen Ekzem mitbeteiligt sind. Häufig reagiert die Haut dann mit stärkerer Schuppung.

Zu viele verschiedene Produkte

  • Ständig neue Produkte oder mehrere „aktive“ Präparate parallel machen es fast unmöglich, herauszufinden, was die Haut reizt. Besser: wenige, bewährte Produkte und diese konsequent nutzen.

Selbstmedikation ohne Grenzen

  • Rezeptfreie Cremes mit pilzhemmenden oder entzündungshemmenden Wirkstoffen können durchaus sinnvoll sein, sollten aber dosiert und zeitlich begrenzt eingesetzt werden – idealerweise nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Praxistipps, die sich im Alltag bewährt haben

  • Minimalistische Routine: Reinigen – beruhigen – schützen. Alles Weitere nur ergänzen, wenn es wirklich nötig ist.
  • Punktuelle Anwendung: Produkte mit speziellen Wirkstoffen nur dort auftragen, wo Rötungen und Schuppen tatsächlich sitzen (z. B. Nasenflügel, Augenbrauen), nicht großzügig im ganzen Gesicht verteilen.
  • Texturen ausprobieren: Wenn klassische Cremes schnell „zu viel“ sind oder glänzen, können Gel-Cremes oder leichte Emulsionen angenehmer sein.
  • Stress im Blick behalten: Stress ist nicht die Ursache, kann Schübe aber verstärken. Ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung und bewusste Pausen wirken sich oft positiv auf das Gesamtbild aus.
  • Kopfhaut mitbehandeln: Wenn die Kopfhaut ebenfalls betroffen ist, lohnt sich eine passende, milde Pflege auch für diesen Bereich. Ein besser kontrolliertes Kopfhaut-Ekzem entlastet häufig Stirn, Haaransatz, Nase und Augenbrauen.
  • Hautarzttermin einplanen: Bei starken, häufig wiederkehrenden oder ungewöhnlich hartnäckigen Beschwerden sollte eine ärztliche Abklärung nicht aufgeschoben werden. So lassen sich andere Ursachen ausschließen und eine gezielte Therapie planen.

Kurz zusammengefasst

Beim seborrhoischen Ekzem im Gesicht geht es weniger um „viel Pflege“ als um die richtige Art von Pflege: mild, übersichtlich und nicht zu fett. Sanfte Reinigung, leichte, möglichst duftfreie Produkte und ein gut verträglicher Sonnenschutz können Rötungen und Schuppen im Bereich von Nase und Augenbrauen deutlich mindern. Aggressive Reinigungsmethoden und sehr reichhaltige, okklusive Cremes sind eher kontraproduktiv. Verschlechtern sich die Beschwerden oder sind sie sehr ausgeprägt, sollte ärztlicher Rat die Pflegeroutine ergänzen.


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