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Welche Wirkstoffe helfen gegen Hautunreinheiten und Pickel?

Reine Sache: Welche Wirkstoffe wirklich gegen Hautunreinheiten und Pickel helfen

Unreine Haut und Pickel sind kein reines Teenager-Thema. Viele Erwachsene kämpfen ebenso damit – mal dauerhaft, mal phasenweise. Mit einer durchdachten Pflege lässt sich das Hautbild oft deutlich beruhigen, doch der Markt ist voll mit „Anti-Pickel“-Versprechen. Entscheidend ist am Ende nicht, was vorne auf der Tube steht, sondern was hinten in der INCI-Liste auftaucht.

Im Folgenden geht es darum, welche Wirkstoffe gegen Unreinheiten tatsächlich gut untersucht sind, wie sie arbeiten und wie man sie sinnvoll in die eigene Routine einbindet.


Wie Pickel entstehen – und warum Wirkstoffe gezielt ansetzen können

Pickel und Mitesser entstehen selten aus einem einzigen Grund. Meist greifen mehrere Faktoren ineinander: Die Haut produziert mehr Talg, die Poren verhornen und verstopfen, Bakterien vermehren sich in diesem „Stau“ und lösen Entzündungen aus. Hormone, Stress, Medikamente oder ungeeignete Pflege können das Ganze zusätzlich anfeuern.

An diesen Punkten setzen wirksam formulierte Produkte an. Die wichtigsten Stellschrauben:

  • Talgproduktion regulieren
  • Verhornung der Poren verringern, damit sie offen bleiben
  • Bakterienwachstum eindämmen
  • Entzündungen beruhigen
  • Heilung unterstützen und Narben vorbeugen

Viele etablierte Anti-Pickel-Wirkstoffe greifen gleich an mehreren dieser Punkte an. Wirkung entsteht aber nur, wenn sie regelmäßig und in einer Form angewendet werden, die die eigene Haut toleriert.


Die wichtigsten Wirkstoffe bei Unreinheiten – und wie sie wirken

Salicylsäure (BHA)

Salicylsäure gehört zu den Klassikern bei unreiner Haut. Sie:

  • löst abgestorbene Hautschüppchen innerhalb der Poren
  • wirkt leicht entzündungshemmend
  • kann Mitesser und verstopfte Poren sichtbar reduzieren

Da Salicylsäure öllöslich ist, dringt sie gut in talggefüllte Poren ein. Sie eignet sich vor allem für Mischhaut und fettige Haut, die zu verstopften Poren neigt.

Fruchtsäuren (AHA, z. B. Glykolsäure, Milchsäure)

AHA-Säuren wirken vor allem an der Oberfläche. Sie:

  • lösen Verhornungen in der oberen Hautschicht
  • lassen das Hautbild insgesamt glatter und gleichmäßiger erscheinen
  • können eine unruhige Hautstruktur und feine Linien optisch verbessern

Spannend sind sie vor allem, wenn zusätzlich Pigmentflecken, alte Akne-Male oder ein fahler Teint stören. Für sehr empfindliche oder barrieregeschädigte Haut sind sie dagegen nicht immer die erste Wahl.

Retinoide (Vitamin-A-Derivate)

Retinoide werden seit Jahrzehnten bei Akne eingesetzt. Sie:

  • normalisieren die Verhornung in den Poren
  • fördern die Zellerneuerung
  • helfen, verstopfte Poren zu lösen und neuen Unreinheiten vorzubeugen

Sie gelten als wirksam, können aber anfangs Trockenheit, Rötungen oder Schuppung verursachen. Deshalb: langsam einschleichen, mit niedrigerer Konzentration beginnen und der Haut Zeit zur Gewöhnung geben.

Niacinamid

Niacinamid (Vitamin B3) ist ein vielseitiger Wirkstoff, der bei unreiner Haut gut hineinpasst. Er:

  • kann die Talgproduktion moderat regulieren
  • wirkt entzündungshemmend
  • stärkt die Hautbarriere
  • kann Rötungen und das Erscheinungsbild vergrößerter Poren mindern

Niacinamid ist in der Regel gut verträglich, alltagstauglich und lässt sich problemlos mit den meisten anderen Wirkstoffen kombinieren.

Benzoylperoxid

Benzoylperoxid (BPO) ist ein gezielt antibakterieller Wirkstoff. Er:

  • reduziert die Bakterien, die bei entzündlichen Pickeln eine Rolle spielen
  • wird häufig bei aknebedingten Entzündungen eingesetzt

BPO kann die Haut austrocknen, reizen und Textilien ausbleichen. Daher eignet er sich eher zur punktuellen oder klar begrenzten Anwendung und sollte vorsichtig dosiert werden.

Zink und Schwefel

Zink- und Schwefelverbindungen werden oft ergänzend genutzt. Sie:

  • wirken leicht antibakteriell
  • können entzündungshemmend sein
  • eignen sich häufig gut zur punktuellen Behandlung einzelner, akuter Pickel

Man findet sie typischerweise in Trocknungslotionen oder klärenden Masken. Für eine flächige Daueranwendung sind sie weniger gedacht.


Typische Stolperfallen – und wie Sie Ihre Haut davor schützen

Wer mit Pickeln kämpft, greift schnell zu „starken“ Produkten – und übertreibt es dann leicht. Eine überstrapazierte Hautbarriere reagiert jedoch mit noch mehr Reizungen, Rötungen und oft auch neuen Unreinheiten. Häufige Fehler:

  • Zu viele Wirkstoffe auf einmal: Mehrere Säuren plus Retinoid ohne Eingewöhnung sind fast immer zu viel und führen oft zu Brennen, Schuppung und Spannungsgefühl.
  • Zu häufiges Peelen: Tägliche, intensive Peelings können die Haut dauerhaft irritieren, statt sie zu klären.
  • Pickel ausdrücken: Drücken verschiebt den Inhalt oft nur tiefer ins Gewebe, erhöht das Entzündungsrisiko und begünstigt Narben.
  • Unrealistische Erwartungen: Die Haut arbeitet langsam. Sichtbare, stabile Veränderungen brauchen meist Wochen bis Monate, nicht Tage.

Erprobte Tipps für eine klare, dennoch sanft gepflegte Haut

  • Langsam starten: Führen Sie neue Wirkstoffe nacheinander ein – zum Beispiel zunächst Niacinamid, dann Salicylsäure, später ein Retinoid. So erkennen Sie besser, was Ihre Haut verträgt.
  • Hautbarriere im Blick behalten: Auch bei unreiner Haut ist eine milde, nicht komedogene Feuchtigkeitspflege wichtig. Sie hilft, Irritationen zu vermeiden.
  • Sonnenschutz einbauen: Säuren und Retinoide machen die Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlung. Ein passender Sonnenschutz am Tag ist unverzichtbar.
  • Punktuell arbeiten: Stärkere Wirkstoffe wie Benzoylperoxid oder Schwefel besser gezielt auf einzelne entzündliche Stellen auftupfen, statt das ganze Gesicht damit zu behandeln.
  • Geduld einplanen: Erste Verbesserungen lassen sich oft nach 4–8 Wochen erkennen. Eine wirklich stabile Besserung erfordert meist längere Konsequenz.

Wenn die Haut sehr stark betroffen ist, Schmerzen bereitet oder Narben drohen, ist eine dermatologische Abklärung sinnvoll. Manche Formen der Akne brauchen medizinische Therapie – Pflege kann dann nur begleiten, nicht ersetzen.


Kurz zusammengefasst

Bei Unreinheiten und Pickeln haben sich vor allem Salicylsäure, Fruchtsäuren, Retinoide, Niacinamid, Benzoylperoxid sowie Zink- und Schwefelverbindungen bewährt. Sie wirken, indem sie verstopften Poren vorbeugen, Entzündungen dämpfen, Bakterien reduzieren und die Hauterneuerung anregen.

Entscheidend sind eine behutsame, konsequente Anwendung, der Schutz der Hautbarriere und realistische Erwartungen an den Zeitrahmen. So kann sich das Hautbild nach und nach sichtbar beruhigen und verfeinern.


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