Wimpernzange im Faktencheck: Wie sicher ist das Styling-Tool wirklich?
Für die einen ist die Wimpernzange unverzichtbarer Teil der Schminkroutine, für die anderen ein Gerät, das nach Wimpernbruch und Schmerzen klingt. Dazwischen liegt – wie so oft – weniger das Produkt selbst als die Art, wie man es benutzt. Im Folgenden geht es darum, ob eine Wimpernzange grundsätzlich schädlich ist, welche Risiken real sind und wie Sie Ihre Wimpern möglichst schonend in Form bringen.
Was eine Wimpernzange mit Ihren Wimpern tatsächlich macht
Eine Wimpernzange wirkt rein mechanisch: Sie drückt die Wimpern zusammen und biegt sie nach oben. Dabei wird die Haarstruktur leicht verformt – vergleichbar mit einem Lockenstab oder Glätteisen, nur ohne Hitze, solange Sie kein beheiztes Modell verwenden.
Wichtig ist die Einordnung:
Eine Wimpernzange ist nicht automatisch schädlich, kann aber unter bestimmten Umständen die Wimpern schwächen oder zum Brechen bringen:
- Zu starker Druck kann die Wimpern an der Biegestelle knicken.
- Abgenutzte oder beschädigte Gummipolster erhöhen die Reibung und konzentrieren den Druck auf das Haar.
- Ziehen und Ruckeln kann Wimpern samt Wurzel lockern oder herausziehen.
- Anwendung auf bereits getuschten Wimpern macht die Haare durch den festen Mascara-Film spröder und bruchanfälliger.
Wimpern wachsen zwar in Zyklen nach, aber übermäßiger Bruch führt leicht dazu, dass sie vorübergehend kürzer, lückig oder ungleichmäßig aussehen.
Schonend formen: So benutzen Sie eine Wimpernzange richtig
Mit etwas Sorgfalt lässt sich das Risiko deutlich senken:
Immer auf sauberen, trockenen Wimpern verwenden
Kein Mascara, keine frischen Pflegeprodukte: So sind die Härchen flexibler und weniger bruchgefährdet.
Wimpernzange in Ruhe positionieren
Die Zange ans Auge führen, öffnen, die Wimpern sorgfältig einlegen und prüfen, ob tatsächlich nur Wimpern, nicht das Lid, zwischen den Polstern liegen.
Sanften, gleichmäßigen Druck ausüben
Einige Sekunden schließen, ohne zu „quetschen“.
Für einen weicheren, natürlichen Schwung können Sie die Zange ein zweites Mal etwas weiter zur Mitte der Wimpern hin ansetzen und den Vorgang wiederholen.
Erst danach Mascara auftragen
So fixieren Sie den Schwung, ohne das Risiko, bereits getuschte Wimpern zu knicken oder zu brechen.
Kein Zug nach oben oder zur Seite
Die Zange immer geöffnet vom Auge wegbewegen. Niemals mit geschlossener Zange vom Lid „abziehen“.
Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden
Bestimmte Fehler tauchen immer wieder auf und erhöhen das Risiko für Schäden deutlich:
Wimpernzange mit Mascara verwenden
Getuschte Wimpern sind steifer. Beim Klemmen oder Öffnen können sie leichter abbrechen oder ausgerissen werden.
Zu nah am Lid ansetzen
Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch Haarfollikel reizen und zu Rötungen oder Entzündungen führen.
Alte, verhärtete Gummipads
Wenn das Polster nicht mehr weich ist, wirkt der Druck wie eine harte Kante – ein klassischer Auslöser für Knickstellen.
Hektische Handbewegungen
Wer in Eile ist, klemmt schneller Haut ein oder zerrt an den Wimpern. Für die Zange gilt: lieber eine halbe Minute mehr einplanen.
Erprobte Tipps für gepflegte Wimpern trotz Wimpernzange
Damit die Wimpern auch bei regelmäßiger Nutzung gesund bleiben, helfen ein paar einfache Routinen:
Gummipolster regelmäßig austauschen
Je nach Häufigkeit der Nutzung sollten die Pads gewechselt werden, sobald sie rissig, verformt oder sehr hart erscheinen.
Die Zange sauber halten
Produktreste – vor allem Mascara – vorsichtig entfernen. Saubere Flächen verringern Reibung und verhindern, dass Wimpern „kleben bleiben“.
Pausen einbauen
Wirken die Wimpern stumpf, brüchig oder ausgedünnt, ist eine kurze Auszeit von der Wimpernzange sinnvoll.
Sanftes Abschminken
Starkes Reiben am Auge belastet die Wimpern zusätzlich. Ein gut wirksamer, milder Augen-Make-up-Entferner und tupfende Bewegungen schonen die Haarstruktur.
Auf Ihre Wimpern achten
Bei deutlich verstärktem Wimpernausfall, Rötungen oder Schmerzen: Wimpernzange erstmal weglassen. Halten die Beschwerden an, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Kurz zusammengefasst
Eine Wimpernzange ist nicht per se schädlich, kann aber bei falscher Anwendung Wimpern knicken, brechen oder ausreißen. Entscheidend sind ein vorsichtiger Umgang, die Nutzung nur auf ungetuschten Wimpern, intakte Gummipads und eine saubere, ruhige Arbeitsweise. Wer diese Punkte beherzigt, kann den zusätzlichen Schwung meist genießen, ohne die Wimpern dauerhaft zu strapazieren.