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Wie funktioniert Baking beim Make-up und für wen ist es geeignet?

Makelloser Teint wie aus dem Studio: So funktioniert Baking beim Make-up wirklich

Baking ist längst aus der Profi-Schublade herausgewandert: Was früher vor allem visagistischen Insidern und Drag-Artists vorbehalten war, nutzen heute viele, die ihren Teint besonders ebenmäßig und haltbar schminken möchten. Gleichzeitig haftet der Technik noch immer der Ruf an, sie sei kompliziert, schnell „cakey“ oder lediglich ein Social-Media-Trend.

Im Folgenden geht es darum, was Baking tatsächlich macht, wie es funktioniert, für wen es sinnvoll ist – und in welchen Situationen Sie besser Abstand davon nehmen.


Was hinter der Baking-Technik wirklich steckt

Beim Baking wird loser, meist transparenter Puder in einer deutlich sichtbaren Schicht auf bereits geschminkte Haut aufgetragen und für einige Minuten dort liegen gelassen, bevor man ihn wieder abnimmt.

Die dahinterstehende Logik:

  • Die Wärme der Haut sorgt dafür, dass sich Foundation und Concealer mit dem Puder verbinden.
  • Überschüssige Produktmengen werden vom Puder „aufgesaugt“.
  • Das Make-up wirkt dadurch glatter, ebenmäßiger und hält länger.

Typische Zonen für Baking sind

  • unter den Augen
  • die T-Zone (Stirn, Nase, Kinn)
  • Bereiche zum Konturieren, etwa unterhalb der Wangenknochen.

Entwickelt wurde die Technik im Bühnen-, TV- und Drag-Make-up – also dort, wo starkes Licht, Hitze, Schweiß und lange Tragezeiten das Make-up besonders stark beanspruchen. Heute dient Baking vor allem dazu, sehr glatte, matte und präzise Looks zu erzielen, etwa für Events, Fotos oder lange Tage, an denen das Make-up möglichst wenig nachgebessert werden soll.


Schritt für Schritt: So funktioniert Baking im Alltag

Damit Baking nicht nach Maske aussieht, kommt es weniger auf „viel Produkt“ als auf die richtige Reihenfolge und Vorbereitung an:

  1. Haut vorbereiten
    Gesicht reinigen, anschließend eine Pflege verwenden, die zum Hauttyp passt, und tagsüber unbedingt Sonnenschutz einarbeiten. Die Haut sollte sich gut durchfeuchtet anfühlen, aber nicht schmierig glänzen.

  2. Grundierung auftragen
    Foundation und Concealer wie gewohnt auftragen und sorgfältig einarbeiten. Besonders der Bereich unter den Augen sollte frei von kleinen „Produktfalten“ sein – diese vorher mit dem Finger oder Schwämmchen ausstreichen.

  3. Puder großzügig auflegen
    Mit einem leicht feuchten Make-up-Schwämmchen oder einem Pinsel eine deutlich sichtbare Schicht losen Puders auf die gewünschten Zonen aufpressen. Nicht reiben oder wischen, sondern den Puder wirklich nur andrücken.

  4. „Backen“ lassen
    Den Puder etwa 3–10 Minuten auf der Haut liegen lassen. In dieser Zeit können Sie sich anderen Schritten widmen, etwa Augen-Make-up oder Brauen.

  5. Überschuss entfernen
    Mit einem sauberen, weichen Pinsel den überschüssigen Puder sanft abfegen. Nicht zu fest über die Haut fahren, damit Foundation und Concealer darunter nicht verschoben werden.

Das Ergebnis ist ein sichtbar geglätteter, meist deutlich matter Teint, bei dem Highlights und Konturen stärker definiert erscheinen.


Für wen Baking geeignet ist – und wann Sie besser vorsichtig sind

Baking ist keine Pflichtübung und funktioniert nicht auf jeder Haut gleich gut. Ein nüchterner Blick auf die eigenen Bedürfnisse spart Frust.

Besonders geeignet ist Baking für Sie, wenn …

  • Ihre Haut eher normal, misch- oder fettig ist.
  • Ihr Make-up viele Stunden halten muss (Events, lange Arbeitstage, Nächte durch).
  • Sie ein stark perfektioniertes, eher mattes Finish mögen.
  • Sie ohnehin gerne konturieren und Highlights klar definieren.

Weniger geeignet oder nur sehr reduziert anwenden sollten Sie Baking, wenn …

  • Ihre Haut sehr trocken, sensibel oder schnell gereizt ist.
  • feine Linien und Fältchen – vor allem unter den Augen – deutlich sichtbar sind.
  • Sie einen sehr natürlichen „No-Make-up“-Look bevorzugen.
  • Ihre Haut zu Schüppchen und trockenen Stellen neigt.

Viel Puder betont Trockenheit, setzt sich gern in Fältchen ab und kann die Haut schnell älter wirken lassen, als sie ist. In solchen Fällen sind dünne Puderschichten, punktuelles Fixieren oder Alternativen wie ein leichter Setting-Puder oder -Spray meist stimmiger.


Erprobte Profi-Tipps für ein glattes, aber nicht „cakey“ Finish

Damit Baking im Alltag tragbar bleibt und nicht nach Bühnenmaske aussieht, helfen ein paar pragmatische Anpassungen:

  • Weniger Produkt bei trockener Haut
    Foundation und Concealer eher sparsam verwenden und das Baking mit weniger Puder oder kürzerer Einwirkzeit durchführen. Ziel ist Stabilität, nicht Staubschicht.

  • Nur gezielt „baken“
    Statt das gesamte Gesicht zu pudern, konzentrieren Sie sich auf einzelne Problemzonen, etwa unter den Augen, an den Nasenflügeln oder in der Mitte der Stirn.

  • Auf die Textur achten
    Feinst gemahlene, leichte Puder legen sich weniger sichtbar auf die Haut und verbinden sich besser mit der Grundierung. Das Finish bleibt damit eher „Haut“, nicht Kreide.

  • Übergänge sorgfältig ausblenden
    Nach dem Abnehmen des überschüssigen Puders die Ränder mit einem sauberen Pinsel sanft ausstreichen, damit keine harten Linien zwischen gebackenen und ungebackenen Bereichen entstehen.

  • Setting statt Schichten
    Wenn ohnehin mehrere Schichten im Spiel sind (Primer, Foundation, Concealer), kann ein Fixierspray nach dem Baking helfen, alles miteinander zu verbinden und das Ergebnis etwas weicher und natürlicher wirken zu lassen.


Kurz zusammengefasst

Baking bedeutet: Eine etwas dickere Schicht losen Puders kommt auf Foundation und Concealer, bleibt für einige Minuten auf der Haut und wird dann wieder entfernt. So kann der Teint glatter wirken, das Make-up hält länger und bestimmte Partien lassen sich stärker hervorheben.

Besonders profitieren Mischhaut, fettige Haut und Looks für besondere Anlässe, bei denen das Make-up viele Stunden sitzen soll. Trockene oder sehr reife Haut sollte die Technik dagegen nur reduziert und sehr gezielt nutzen. Entscheidend sind eine gut vorbereitete Haut, sorgfältiges Verblenden und ein maßvoller Umgang mit Produktmengen.


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