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Welche Anforderungen gibt es an die Aufbewahrung von sauberem und benutztem Arbeitsmaterial im Nagelstudio?

Ordnung im Nagelstudio: So bewahren Sie sauberes und benutztes Arbeitsmaterial korrekt auf

Einleitung: Hygiene, Sicherheit und Vertrauen in einem Satz

Im Nagelstudio entscheidet der Umgang mit sauberem und benutztem Arbeitsmaterial nicht nur über das Behandlungsergebnis, sondern ganz wesentlich über Hygiene und Sicherheit. Kundinnen und Kunden setzen stillschweigend voraus, dass Feilen, Fräseraufsätze und Instrumente korrekt gereinigt, desinfiziert und aufbewahrt werden. Eine klare Struktur ist dabei mehr als „Ordnungsliebe“ – sie verhindert Keimübertragungen und hilft, auch an hektischen Tagen den Überblick zu behalten. Dieser Artikel zeigt, welche Anforderungen an die Aufbewahrung von sauberem und benutztem Material gestellt werden – und wie Sie das im Alltag ohne großen Aufwand umsetzen können.


Klare Trennung – warum Aufbewahrung kein Nebenthema ist

In einem professionell geführten Nagelstudio wird Material immer drei Zuständen zugeordnet: benutzt, gereinigt/desinfiziert und – sofern vorgesehen – steril aufbereitet.
Für jeden dieser Zustände gelten eigene Regeln bei der Lagerung.

Benutztes Arbeitsmaterial – etwa Fräseraufsätze, Metallinstrumente oder andere wiederverwendbare Hilfsmittel – wird so aufbewahrt, dass niemand versehentlich darauf zugreift und keine Verschmutzungen auf andere Flächen übertragen werden. Geschlossene, deutlich gekennzeichnete Behälter sind hier Standard und schützen sowohl Personal als auch Kundschaft.

Gereinigte und desinfizierte Instrumente müssen trocken, sauber und vor Staub geschützt gelagert werden. Werden Instrumente zusätzlich sterilisiert, verbleiben sie nach dem Prozess üblicherweise in unbeschädigten, geschlossenen Verpackungen, bis sie unmittelbar vor der Anwendung geöffnet werden.

Einwegmaterial wie bestimmte Feilen, Buffer oder Holzstäbchen wird nach der Benutzung konsequent entsorgt. Es darf weder gemeinsam mit sauberem Material gelagert noch ein zweites Mal verwendet werden – auch dann nicht, wenn es optisch „noch gut“ aussieht.


So organisieren Sie sauberes und benutztes Material im Alltag

Im täglichen Studioablauf bewährt sich eine klare räumliche und organisatorische Trennung – gerade dann, wenn mehrere Personen am selben Arbeitsplatz arbeiten.

  • Benutztes Material direkt separieren
    Nach jeder Kundin und jedem Kunden wandert benutztes Material sofort in einen dafür vorgesehenen Behälter oder eine Ablageschale. Dieser Bereich sollte eindeutig als „benutzt“ erkennbar und räumlich von der Fläche für sauberes Material getrennt sein – nicht „irgendwo am Rand“.

  • Reinigungs- und Desinfektionsbereich fest einplanen
    Idealerweise gibt es einen festen Platz für Reinigung und Desinfektion, getrennt vom Kundenbereich. Dort werden benutzte Instrumente aufbereitet, getrocknet und erst danach in den Bereich für sauberes Material überführt. So bleibt der Arbeitsbereich selbst aufgeräumt und das Risiko von Verwechslungen sinkt deutlich.

  • Sauberes Material staubgeschützt lagern
    Gereinigte oder sterile Instrumente gehören in geschlossene Schubladen, Boxen oder Schränke und sollten erst kurz vor der Anwendung an den Arbeitsplatz gebracht werden. Was dauerhaft offen auf der Arbeitsplatte liegt, ist dem Staub und den im Studio üblichen Partikeln ausgesetzt – und damit potenziell wieder verunreinigt.

  • Kennzeichnungen nutzen
    Klare Beschriftungen wie „benutzt“, „gereinigt“, „steril“ oder ein einfaches Farbsystem erleichtern die Orientierung enorm, insbesondere wenn mehrere Mitarbeitende im Studio tätig sind oder neue Kolleginnen eingearbeitet werden.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Eine häufige Fehlerquelle ist das schnelle Ablegen von benutztem Material mitten zwischen sauberem Zubehör – „nur kurz, ich brauche gleich beides“. Genau in diesen Momenten kommt es zu Verwechslungen, die später oft gar nicht mehr nachvollziehbar sind.

Ebenso problematisch sind offene Behälter mit aufbereiteten Instrumenten in unmittelbarer Nähe der Nagelstaubabsaugung oder des Fräsers. Der Staub verteilt sich großflächig und kann sich unbemerkt auf bereits gereinigtes Material legen. Die hygienische Aufbereitung wäre damit faktisch wieder aufgehoben.

Auch improvisierte Behälter ohne eindeutige Kennzeichnung sind tückisch. Was für eine Person „logisch“ ist, ist es für die Kollegin am nächsten Tag vielleicht nicht mehr. Die Folge: Unsicherheit, Nachfragen, im schlimmsten Fall die erneute komplette Aufbereitung, um auf Nummer sicher zu gehen – und damit unnötiger Zeitverlust.


Praktische Tipps für eine hygienische Studio-Organisation

  • Richten Sie feste „Zonen“ ein: für benutztes Material, für die Aufbereitung und für sauberes Material.
  • Nutzen Sie geschlossene, leicht zu reinigende Behälter, Schubladen oder Boxen – nichts, was Staub „einlädt“.
  • Entwickeln Sie ein einfaches System aus Farben oder Symbolen zur Kennzeichnung und nutzen Sie es konsequent.
  • Halten Sie schriftlich fest, wie und wo welches Material gelagert wird – das erleichtert Vertretungen und die Einarbeitung neuer Mitarbeitender.
  • Prüfen Sie regelmäßig, ob sich im „sauberen Bereich“ versehentlich benutztes Material angesammelt hat, und korrigieren Sie Abläufe gegebenenfalls.

Ein solches System gibt nicht nur Ihnen Sicherheit im Arbeitsalltag, sondern wirkt auf Kundinnen und Kunden sichtbar professionell und vertrauenswürdig.


Kurz zusammengefasst

Die Aufbewahrung von sauberem und benutztem Arbeitsmaterial im Nagelstudio folgt einem einfachen Grundsatz: strikte Trennung, Schutz vor Verunreinigung und eindeutige Kennzeichnung. Benutztes Material wird umgehend separat gesammelt, gereinigtes und desinfiziertes Material bleibt staubgeschützt und trocken, bis es tatsächlich gebraucht wird. Ein klar strukturiertes System mit festen Abläufen hilft, Hygienestandards im Alltag verlässlich einzuhalten – ohne dass Sie bei jedem Schritt neu überlegen müssen.


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