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Wie sollten Notfall- und Erste-Hilfe-Materialien im Nagelstudio hygienisch bereitgehalten werden?

Sicher und sauber: So halten Sie Notfall- und Erste-Hilfe-Materialien im Nagelstudio hygienisch bereit

Ein professionelles Nagelstudio lebt nicht nur von schönen Ergebnissen, sondern auch von Sicherheit und Verlässlichkeit. Dazu gehört eine Erste-Hilfe-Ausstattung, die gut organisiert, hygienisch einwandfrei und jederzeit einsatzbereit ist.
Gerade im Studioalltag sind kleine Verletzungen, Schnittwunden oder Kreislaufprobleme nicht ausgeschlossen. Umso wichtiger ist es, dass Sie im Ernstfall nicht suchen müssen, sondern gezielt zugreifen können – ohne Stress, aber mit einem klaren System.


Warum Hygiene bei Erste-Hilfe-Material im Studio so wichtig ist

Im Nagelstudio arbeiten Sie direkt an Haut und Nagelbereich – also dort, wo kleinste Verletzungen schnell entstehen können. Jede kleine Hautläsion kann zur Eintrittsstelle für Keime werden. Sobald Pflaster, Kompressen oder Handschuhe nicht sauber gelagert sind, steigt unnötig das Infektionsrisiko.

Eine hygienische Bereithaltung von Erste-Hilfe-Material schützt:

  • Ihre Kundinnen und Kunden vor Keimübertragungen
  • Ihr Team, das im Notfall versorgt
  • die Reputation Ihres Studios – und damit auch Ihr Geschäft

Es geht im Kern um drei Dinge:
saubere Aufbewahrung, klare Ordnung und feste Abläufe im Team.


So sollte ein Erste-Hilfe-Bereich im Nagelstudio organisiert sein

Am besten richten Sie einen eindeutig definierten „Erste-Hilfe-Punkt“ oder -Schrank ein, auf den alle geschult sind.

Wichtig dabei:

  • Geschlossene Aufbewahrung:
    Verbandmaterial, Pflaster, sterile Kompressen und Einmalhandschuhe gehören in geschlossene Schränke oder Boxen. So sind sie vor Staub, Feuchtigkeit, UV-Licht und vor allem Nagelstaub geschützt.

  • Klarer, schneller Zugriff:
    Der Standort muss allen Mitarbeitenden bekannt sein und sollte mit einem gut sichtbaren Erste-Hilfe-Symbol gekennzeichnet sein. Im Notfall zählt, dass alles mit wenigen Handgriffen erreichbar ist, ohne langes Suchen.

  • Sterile Materialien in Originalverpackung:
    Sterile Kompressen, Wundauflagen und ähnliche Artikel bleiben in der Originalverpackung, bis sie tatsächlich benötigt werden. Ist eine Verpackung beschädigt oder offen, gehört das Material konsequent entsorgt – auch wenn es „noch gut aussieht“.

  • Strikte Trennung von Arbeitsmaterial:
    Erste-Hilfe-Utensilien sollten nicht zusammen mit Feilen, Gelen, Instrumenten oder Flächendesinfektionsmitteln lagern. Die Trennung senkt das Risiko, dass Materialien unbemerkt verunreinigt werden.

  • Übersichtliche Sortierung:
    Pflaster, Kompressen, Handschuhe, Haut- und Wunddesinfektionsmittel sowie ggf. Kühlkompressen werden logisch sortiert und beschriftet. Wer im Notfall hilft, muss auf einen Blick erkennen, wo was liegt.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Selbst in gut strukturierten Studios schleichen sich im Alltag Fehler ein. Häufig sind es diese:

  • Abgelaufene Materialien:
    Viele Produkte haben ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Ist es überschritten, kann die Sterilität nicht mehr sicher zugesagt werden. Lösung: regelmäßige, dokumentierte Kontrolle und rechtzeitiger Austausch – lieber etwas früher als zu spät.

  • Geöffnete sterile Produkte „für später“:
    Einmal geöffnete sterile Materialien sind nicht mehr steril, auch wenn sie kaum benutzt wurden. Verwenden Sie nur, was Sie in der Situation wirklich brauchen, und entsorgen Sie angebrochene sterile Produkte im Anschluss.

  • Unschützte Lagerung in Behandlungsnähe:
    Erste-Hilfe-Artikel, die offen in der Nähe des Nageltisches liegen, werden schnell von Staub, Sprühnebel und Produktresten verunreinigt. Auch im Behandlungsraum gilt: nur in geschlossenen, sauberen Behältern aufbewahren.

  • „Alltagsverbrauch“ des Erste-Hilfe-Materials:
    Wenn Pflaster und Kompressen für alltägliche Kleinigkeiten im Team „verbraucht“ werden, fehlt im Notfall das Nötige. Erste-Hilfe-Materialien sollten dem Zweck entsprechend verwendet und nicht zum allgemeinen Bürobedarf werden.


Praktische Hygienetipps, die sich leicht umsetzen lassen

Ein paar einfache Routinen reichen, um das Sicherheitsniveau deutlich zu erhöhen:

  • Klare Zuständigkeit:
    Benennen Sie eine verantwortliche Person (plus Vertretung), die Bestände prüft, Haltbarkeitsdaten kontrolliert und für Ordnung im Erste-Hilfe-Bereich sorgt. Ohne klare Zuständigkeit bleibt es oft bei guten Vorsätzen.

  • Ein einfacher Kontrollplan:
    Eine kurze Liste oder Tabelle mit Datum, Art der Kontrolle, ggf. Austausch und Unterschrift reicht aus. So sehen Sie auf einen Blick, wann zuletzt geprüft wurde und was erneuert werden musste.

  • Handhygiene vor jeder Hilfeleistung:
    Vor dem Anlegen eines Pflasters oder einer Kompresse Hände waschen oder desinfizieren und Einmalhandschuhe tragen. Gerade bei kleinen Verletzungen wird dieser Schritt häufig unterschätzt.

  • Regelmäßige Reinigung des Erste-Hilfe-Bereichs:
    Schränke, Griffbereiche und Behälter regelmäßig reinigen. Dabei keine aggressiven Sprays direkt auf sterile Verpackungen sprühen, sondern Oberflächen separat wischen und Materialien geschützt lassen.

  • Kurze Schulung im Team:
    Alle Mitarbeitenden sollten wissen, wo sich welche Materialien befinden, wie sie hygienisch entnommen werden und was bei typischen kleinen Verletzungen im Studio (z. B. kleiner Schnitt, eingerissene Haut) zu beachten ist. Eine kurze Einweisung genügt, wenn sie regelmäßig aufgefrischt wird.


Kurz zusammengefasst

Notfall- und Erste-Hilfe-Materialien sollten im Nagelstudio stets sauber, geschützt und eindeutig strukturiert bereitstehen. Geschlossene Aufbewahrung, regelmäßige Kontrolle der Haltbarkeitsdaten, konsequente Handhygiene und eine klare Verantwortlichkeit im Team stellen sicher, dass im Ernstfall schnell und hygienisch reagiert werden kann. So wird Ihr Studio nicht nur als optisch professionell, sondern auch als verlässlich und sicher wahrgenommen.


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