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Wie beeinflusst häufiges Lackieren die Gesundheit der Nägel?

Wie ständiges Nagellackieren Ihre Nägel wirklich beeinflusst

Viele fühlen sich ohne Nagellack fast „unangezogen“ – gepflegte, farbige Nägel gehören für sie einfach zum Auftreten dazu. Die Frage ist nur: Wie gut verträgt das der Nagel auf Dauer? Im Folgenden geht es darum, was häufiges Lackieren tatsächlich mit der Nagelstruktur macht, welche Risiken dahinterstehen und wie Sie Ihre Routine so anpassen, dass Ihre Nägel langfristig stabil und gepflegt bleiben.


Was im Inneren des Nagels passiert, wenn Sie ständig lackieren

Der natürliche Nagel besteht aus mehreren Hornschichten, die sich wie Dachziegel überlappen. Alles, was Sie darauf geben – Lack, Unterlack, Entferner –, greift in dieses System ein. Je häufiger und pausenlos Sie lackieren, desto stärker ist der Effekt.

Regelmäßiges Lackieren kann:

  • die Nagelplatte austrocknen: Lösemittelhaltige Lacke und Entferner entziehen Fett und Feuchtigkeit. Der Nagel wirkt stumpf, wird spröde und neigt eher zum Splittern.
  • Verfärbungen begünstigen: Besonders intensive Farbtöne können den Nagel gelblich färben, wenn kein schützender Unterlack dazwischenliegt.
  • die Oberfläche ausdünnen und aufrauen: Häufiges Lackieren und Entfernen, vor allem zusammen mit Feilen oder Buffern, kann die oberste Hornschicht dünner machen.
  • die Nagelhaut strapazieren: Kommt Entferner oder Lack regelmäßig an die Nagelhaut, trocknet die Haut aus, wird gereizt oder gerötet.

In seltenen Fällen entwickeln sich Kontaktallergien auf bestimmte Inhaltsstoffe. Typische Hinweise: Juckreiz, Rötungen oder Schuppung rund um Nägel und Finger. Dann gehört das in ärztliche Hände – und das Produkt vom Nagel.


So bauen Sie eine schonende Nagellack-Routine auf

Nagellack ist nicht automatisch der Feind gesunder Nägel. Entscheidend ist, wie Sie ihn einsetzen. Mit ein paar Anpassungen können Sie Ihre Vorliebe für Farbe mit der Stabilität Ihrer Nägel gut vereinbaren.

Hilfreich ist:

  • Schutzschicht verwenden
    Tragen Sie vor farbigem Lack konsequent einen klaren Unterlack auf. Er reduziert Verfärbungen und sorgt für eine glattere, weniger angreifbare Oberfläche.

  • Regelmäßige „Nagelpausen“ einlegen
    Gönnen Sie Ihren Nägeln alle paar Wochen ein paar lackfreie Tage. In dieser Zeit lohnt sich intensivere Pflege mit Öl oder reichhaltigen Cremes.

  • Schonend ablackieren
    Greifen Sie zu möglichst milden Entfernern und vermeiden Sie starkes Rubbeln. Jede überflüssige Reibung erhöht den mechanischen Stress für die Nagelplatte.

  • Nägel nicht zu lang werden lassen
    Mittelkurze Nägel brechen seltener – vor allem, wenn die Nagelplatte durch häufiges Lackieren ohnehin etwas trockener und anfälliger ist.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Einige Gewohnheiten sind für Nägel deutlich ungünstiger, als vielen bewusst ist:

  • Dauerlack ohne jede Pause
    Wer direkt nach dem Ablackieren wieder lackiert, lässt dem Nagel keine Regenerationszeit. Besser: bewusst kurze Erholungsphasen ohne Lack einplanen.

  • Lack abpulen oder abkratzen
    Dabei lösen Sie nicht nur den Lack, sondern oft auch Teile der oberen Nagelschicht. Die Folge: Rillen, Splittern, raue, ungleichmäßige Flächen.

  • Aggressiver Umgang mit der Nagelhaut
    Nagellackreste an der Nagelhaut wegzukratzen oder die Haut stark zurückzuschieben, führt leicht zu Mikroverletzungen. Über diese kleinen Eintrittspforten können Keime einfacher eindringen.

  • Feuchtigkeit als Pflegefaktor ignorieren
    Nur auf dekorativen Lack zu setzen, ohne Öl oder Creme zu verwenden, trocknet die Nagelplatte auf Dauer aus – die Basis für brüchige, spröd wirkende Nägel.


Praktische Pflegeroutinen für starke, gepflegte Nägel

Mit ein paar einfachen Routinen unterstützen Sie die Regenerationsfähigkeit Ihrer Nägel – auch wenn Sie gerne und oft lackieren:

  • Nagelöl oder -creme täglich einmassieren
    Besonders abends lohnt sich eine konsequente Pflege. Sie stärkt sowohl die Nagelplatte als auch die umliegende Haut und macht sie widerstandsfähiger.

  • Hände und Nägel vor Wasser schützen
    Bei längerem Wasserkontakt, etwa beim Spülen oder Putzen, sind Handschuhe sinnvoll. Stark aufgeweichte Nägel werden instabiler und nehmen leichter Schaden.

  • Mechanische Belastung reduzieren
    Nägel sind kein Werkzeug. Etiketten abkratzen oder Verpackungen aufhebeln belastet die Nagelplatte massiv – erst recht, wenn sie durch Lack und Entferner ohnehin ausgetrocknet ist.

  • Veränderungen bewusst beobachten
    Deutliche Verfärbungen, ausgeprägte Rillen, ständiges Splittern oder Schmerzen sollten Sie nicht „wegignorieren“. In solchen Fällen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.


Kurz zusammengefasst

Regelmäßiges Lackieren kann Nägel austrocknen, sie dünner und bruchempfindlicher wirken lassen und Verfärbungen begünstigen. Mit Unterlack, milderen Entfernern, eingeplanten Lackpausen und konsequenter Pflege lassen sich diese Effekte aber deutlich abmildern. Entscheidend ist, dass Nagellack Teil einer durchdachten Nagelpflege ist – nicht ihr Ersatz.


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