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Welche Pflege ist bei trockener Körperhaut sinnvoll (z.B. nach dem Duschen)?

Seidige Haut statt Spannungsgefühl: So pflegen Sie trockene Körperhaut richtig

Trockene Körperhaut macht sich oft direkt nach dem Duschen bemerkbar: Sie spannt, juckt leicht und sieht fahl aus. Der erste Impuls ist dann meist: mehr Creme. Doch nicht jede Textur, nicht jedes Produkt passt zu jeder Haut. Entscheidend ist, zu verstehen, was trockene Haut tatsächlich braucht – und was ihre Situation eher verschlechtert. Im Folgenden geht es darum, wie Sie Ihre Pflegeroutine sinnvoll aufbauen, welche Inhaltsstoffe wirklich helfen und wo typische Fallen lauern.


Warum Körperhaut trocken wird – und was nach dem Duschen passiert

Wasser wirkt auf den ersten Blick wie der natürliche Feuchtigkeitsspender. In der Praxis kann häufiges oder sehr heißes Duschen die Haut allerdings eher austrocknen als versorgen.

Die äußerste Hautschicht ist von einer feinen Schutzbarriere aus Fetten und Feuchtigkeit überzogen. Diese Lipid-Schicht hält Wasser in der Haut und schützt vor Reizstoffen. Heißes Wasser, aggressive Tenside in Duschgelen und ausgedehnte Duschen lösen diese Fette jedoch nach und nach heraus. Nach dem Abtrocknen verdunstet zusätzlich Wasser aus der Haut – sie verliert Feuchtigkeit und fühlt sich trocken, rau und manchmal sogar „zu eng“ an.

Trockene Körperhaut bedeutet meist:

  • weniger Fette in der oberen Hautschicht
  • dadurch stärkere Verdunstung von Feuchtigkeit
  • Folge: Spannungsgefühl, feine Schüppchen, zum Teil Juckreiz

Sinnvolle Pflege setzt also an zwei Punkten an: Feuchtigkeit einbringen und gleichzeitig den Fettfilm stärken, damit diese Feuchtigkeit möglichst in der Haut gehalten wird.


Nach dem Duschen ist Schlüsselzeit: So pflegen Sie Schritt für Schritt

Unmittelbar nach dem Duschen ist die Haut besonders aufnahmefähig. Diesen kurzen Zeitraum können Sie gezielt nutzen:

  1. Mild duschen
    Wählen Sie lauwarmes statt heißes Wasser und setzen Sie auf milde, pH-hautneutrale Reinigungsprodukte. Arme und Beine müssen meist nicht so intensiv eingeseift werden wie Achseln, Intimbereich und Füße – das reduziert die Belastung der Haut.

  2. Vorsichtig abtrocknen
    Reiben strapaziert die ohnehin gereizte Haut zusätzlich. Sanftes Abtupfen reicht völlig aus. Ein Rest Feuchtigkeit auf der Haut ist sogar ideal für die anschließende Pflege.

  3. Innerhalb von 3 Minuten eincremen
    Tragen Sie zeitnah eine Körperpflege auf, die sowohl Feuchtigkeit bindet als auch Fette liefert. Bewährt haben sich Produkte mit feuchtigkeitsbindenden Inhaltsstoffen wie Glycerin, niedrig dosiertem Harnstoff (Urea) oder Hyaluron.

  4. Passende Textur wählen

    • Leichte Lotion: für eher leicht trockene Haut oder die warme Jahreszeit
    • Reichhaltige Creme oder Balsam: bei deutlich trockener, rauer Haut oder im Winter
    • Öle: am besten auf leicht feuchter Haut auftragen, um sie geschmeidig zu halten
  5. Dranbleiben – nicht nur „wenn es schlimm ist“
    Trockene Körperhaut profitiert von täglicher, konsequenter Pflege. Nur gelegentlich zu cremen, wenn die Haut bereits spannt, ist meist zu wenig.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Einige eingespielte Gewohnheiten können trockene Haut unbemerkt verschlechtern:

  • Zu heiß und zu lange duschen
    Je heißer und länger, desto mehr Hautfette werden herausgelöst. Besser: kürzer, lauwarm und gezielt reinigen.

  • Stark schäumende oder intensiv parfümierte Produkte
    Viel Schaum deutet häufig auf einen hohen Tensidanteil hin, der entfettet. Duftstoffe können empfindliche, trockene Haut zusätzlich reizen.

  • Ganz auf Pflege nach dem Duschen verzichten
    Wer dauerhaft ohne Creme auskommt, hat entweder von Natur aus robuste Haut – oder nimmt eine weiter geschwächte Barriere in Kauf. Bei vorhandener Trockenheit ist der Verzicht meist keine gute Idee.

  • Nur Öl verwenden
    Öl allein liefert Fette, aber keine Feuchtigkeit. Für trockene Haut ist eine Kombination sinnvoll: erst Feuchtigkeit, dann Fette, die diese in der Haut halten.

  • Zu häufiges Peelen
    Körperpeelings machen die Haut kurzfristig glatter, können eine ohnehin empfindliche Barriere aber zusätzlich strapazieren. Bei trockener Haut maximal sehr sparsam einsetzen.


Was trockener Körperhaut wirklich guttut

Mit einigen klaren Stellschrauben lässt sich das Hautgefühl deutlich verbessern:

  • Inhaltsstoffe bewusst auswählen
    Geeignet sind Produkte mit:

    • feuchtigkeitsbindenden Stoffen wie Glycerin, Sorbitol, Harnstoff in moderaten Konzentrationen und Hyaluron
    • hautähnlichen Fetten und Lipiden, etwa Ceramiden, pflanzlichen Ölen oder Sheabutter
  • Jahreszeit mitdenken
    Im Winter braucht die Haut meist mehr Schutz als im Sommer. Es kann sinnvoll sein, zwischen einer leichten Lotion für warme Tage und einer reichhaltigeren Creme oder einem Balsam für die kalte Jahreszeit zu wechseln.

  • Feuchtigkeit auch von innen
    Ausreichendes Trinken unterstützt den gesamten Organismus, auch die Haut. Bei ausgeprägter Trockenheit reicht Flüssigkeitszufuhr allein aber nicht – ohne äußere Pflege bleiben die Beschwerden meist bestehen.

  • Hautfreundliche Kleidung wählen
    Luftige, weiche Materialien wie Baumwolle oder Viskose sind oft angenehmer als sehr enge, scheuernde oder synthetische Stoffe, die zusätzlich irritieren können.


Kurz zusammengefasst

Trockene Körperhaut braucht zwei zentrale Dinge: Feuchtigkeit und einen stabilen Fettfilm, der diese Feuchtigkeit in der Haut hält. Bereits unter der Dusche lässt sich viel beeinflussen: milde Produkte, mäßige Temperaturen, keine Endlos-Duschen. Nach dem Abtrocknen kommt es auf das Zeitfenster an – innerhalb weniger Minuten eine zur eigenen Haut passende Pflege aufzutragen, macht einen spürbaren Unterschied. Mit einer einfachen, regelmäßigen Routine lässt sich Spannungsgefühl deutlich mindern; die Haut wirkt glatter, ruhiger und insgesamt widerstandsfähiger.


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